PewDiePie: 2020 kein YouTube – wegen Burnout?

PewDiePie auf der Pax 2015, Bild: camknows, CC0

PewDiePie fühlt sich müde

Kurz vor Ende des Videos mit Nachrichten und Kommentaren, teilt er seinen Fans mit, dass er sich müde fühlt. Er richtet sich direkt an die Fans und betont, dass manche es vielleicht schon mitbekommen haben werden, dass er sich einfach leer fühlt. An dieser Stelle versteckt der bekannte YouTuber womöglich einen Hinweis auf einen Burnout. Wirklich ernsthaft kam diese Meldung jedoch nicht bei uns an.

In jedem Fall kündigt er an, dass er 2020 eine Auszeit von YouTube nehmen möchte.

Kritik an YouTubes neuen Geschäftsbedingungen

Auf YouTube ging zuletzt bei vielen YouTubern und Fans gemeinsam ein Gespenst um. Das Gespenst der Spitzel. Denn die Plattform führte neue erweiterte Geschäftsbedingungen ein.

Eine sogenannte „harassment policy” soll verhindern, dass auf YouTube zu viele Drohungen ausgesprochen werden, dass Hasstiraden der Garaus gemacht wird, und dass auf der Plattform einfach Friede-Freude-Eierkuchen herrscht.

Das Problem ist, dass bei solchen Themen jedoch keine objektivierbaren Kriterien gelten, sondern es individuell von Mitarbeitern und Nutzern abhängt, welche Videos gebrandmarkt werden und welche – schlimmstenfalls sogar gelöscht werden. Denn YouTube scheint keinen Spaß zu verstehen und löschte tatsächlich schon fleißig. Was aber manche als Recht auf freie Meinungsäußerung interpretieren, fassen andere womöglich als Beleidigung auf. Im Einzelfall bedeutet das: Jemand steckt Zeit und Mühe in ein Video, und am Ende wird es gelöscht. Schlimmstenfalls behält sich YouTube aber sogar des Recht vor, dem Kanal die Möglichkeit auf Werbeeinnahmen zu entziehen. Die Änderungen traten im Dezember in Kraft.

Anarchie korrigiert sich selbst

PewDiePie nun kritisiert in seinem Video das Vorgehen der Plattform. YouTube solle das System, das bislang funktioniert habe, nicht zerstören. Das jetzt anarchische System würde sich selbst reparieren. Immer wenn jemand auf der Plattform menschenverachtende Videos produziert, würde die Gemeinschaft ihn dafür zur Rechenschaft ziehen. Genau das hätte das System so reizvoll für viele YouTube gemacht.

Mit dem neuen von YouTube propagierten System würde man indes nur denjenigen Werkzeuge an die Hand geben, die gerade „nicht“ die Fahne der freien Meinungsäußerung hochhalten.

Ein Beispiel für die Bigotterie, das PewDiePie nennt, wollen wir ebenfalls aufgreifen. YouTuber dürften sich beispielsweise in Zukunft nicht mehr gegenseitig beleidigen oder sich über Gebühr über den anderen lustig machen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Personen des öffentlichen Lebens, wie Politiker, etc. Kjellberg fragt daher zurecht, wieso YouTube diesen artifiziellen Unterschied macht. Letzlich sind nämlich alle YouTube Personen des öffentlichen Lebens. Denn darum geht es ja gerade auf der Plattform.

Wer nicht die kompletten zwölfeinhalb Minuten anschauen will, kann zu Minute 10 und 40 Sekunden vorspulen. Ungefähr dort beginnen die Abschiedsworte Kjellbergs.