Von Alexander Trust am 09.12.2019 (letztes Update: 09.12.2019).

cdn.ampproject.org: Wie Google Geld und Ressourcen auf dem Rücken anderer spart

Google will das Web mit AMP beschleunigen
Google will das Web mit AMP beschleunigen, Bild: Mohamed Hassan, CC0

Google kopiert Inhalte von Webseiten-Betreibern auf eigene Server, um das Internet zu beschleunigen, so sagt es. Abgesehen davon, dass man sich nur bedingt dagegen wehren kann, führte es in der jüngeren Vergangenheit hier und dort auch zu Problemen. Browser warnten Nutzer vor der eigenen Webseite. Google sorgt so für Imageschaden bei den Betroffenen. Google spart umgekehrt aber auch Geld und Ressourcen, #BigTime. Warum? Das will ich in dem folgenden Beitrag erläutern.

Wenn Ihr trotz DSGVO in Eure Webstatistiken blickt, findet Ihr dort immer mal wieder Hinweise auf Googles Treiben.

Was hat es mit cdn.ampproject.org auf sich?

CDN steht für „Content Delivery Network“. Also ein Netzwerk von Computern, das Inhalte regional vorhält, um potenzielle Nutzer schneller mit den Inhalten zu versorgen. Google nutzt so ein Netzwerk ebenfalls und kopiert dort Inhalte und teilweise ganze Webseiten hinein, damit Nutzer aus anderen Ecken der Welt sie schneller ansehen können. Das tut es, damit Nutzer aus Amerika oder Afrika, Asien oder Aserbaidschan Eure Webseite ungefähr genauso schnell zu Gesicht bekommen, wie Nutzer in Deutschland.

Das ist die positive Seite der Medaille. Die andere bedeutet: Dadurch, dass Google mittlerweile „Mobile First“ als Dogma ausgerufen hat, führt bei der Marktmacht Googles eigentlich kein Weg an AMP vorbei. Selbst WordPress, eines der meistgenutzten CMS im Web, tat sich für AMP mit Google zusammen. Man wolle gemeinsam das Netz beschleunigen, so das Credo.

Imageschade für Webseitenbetreiber

Google setzt AMP voraus, hat es aber noch lange nicht fertig entwickelt. Das führt unweigerlich zu Problemen in der alltäglichen Anwendung.

Diejenigen Betreiber von Webseiten, die nicht Schritt halten, haben Nachteile dadurch. Wenn man versucht AMP von Hand umzusetzen, läuft man alle paar Wochen Gefahr, dass die eigene Webseite schlechter in den Suchergebnissen behandelt wird, da sie durch Änderungen Googles bei der Interpretation der Google-Bots viele Fehler aufweist.

Ob dieser Prozess des sich Häutens und ständig neu Erfindens irgendwann vorbei sein wird?

Abgesehen davon, dass Inhalte womöglich nicht so weit oben in den Suchergebnissen erscheinen, führten Änderungen an AMP vor einiger Zeit auch dazu, dass Besucher der eigenen Webseite Warnmeldungen erhielten. Webfilter für den vermeintlichen Jugendschutz (Safe Browsing) warfen Warnmeldungen aus, verhinderten sogar den Besuch der Webseite. Nun wird am Ende der Betreiber des Webfilters dafür verantwortlich gemacht. Doch in erster Instanz bringen die stetigen Veränderungen Googles am AMP-Pseudo-Standard die Apps von Drittanbietern in Erklärungsnöte.

Warum macht Google das? Um Geld zu sparen!

Google betont zwar immer wieder, dass es mit AMP vor allem das Web beschleunigen will. Das glaube ich aber nicht. Es möchte vor allem seine eigenen Arbeitsabläufe beschleunigen, so Geld und Ressourcen sparen.

Google will das Netz besser verstehen

Ich glaube dem Suchmaschinenanbieter sehr wohl, dass er die Inhalte auf Webseiten besser verstehen will. Das wollte er schon von Beginn an. Viele fließen mittlerweile auch in den sogenannten Knowledge Graph. Die Algorithmen, die Server, die Manpower, die dahinter steckt ist immens.

Doch genau zu diesem Zweck hat Google meiner Meinung nach AMP entworfen, damit die eigenen Bots die Inhalte besser interpretieren können, ohne den ganzen Ballast, den manche Webseiten-Betreiber in ihrem Quellcode manchmal hinzufügen. AMP ist dazu da, damit Googles Software das Web besser versteht und bietet in zweiter Instanz auch den Vorteil, dass die Inhalte so schneller übermittelt werden können. Es ist aber tatsächlich eine Bevormundung, die nicht jeder mag und die Google sich auch nicht hätte anmaßen sollen. Wenn mich jemand fragt, wird AMP noch einmal zum Stolperstein für den Suchmaschinenanbieter werden.

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