Apple Kryptowährung erhält Absage von CEO

MacBook Pro
Tim Cook möchte (k)eine Kryptowährung, Bild: CC0

Wer sich mit dem Thema Kryptowährung befasst, der weiß, dass es hier nicht nur um ein reines Spekulationsobjekt geht, sondern um eine digitale Währung, die als Alternative zu dem traditionellen Finanzsystem verstanden werden kann. Schlussendlich entstand der Bitcoin, die erste Kryptowährung der Welt, im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008. Der Wunsch, auf eine Währung zugreifen zu können, hinter der sich keine Bank oder auch keine Regierung befindet, wurde erfüllt.

Jedoch konnten sich die Kryptowährungen, allen voran der Bitcoin, nicht so durchsetzen, wie man sich das zu Beginn der Reise gewünscht hatte. Natürlich ist der Bitcoin-Preis in Bereiche vorgedrungen, an die selbst die größten Optimisten nicht gedacht hätten. Jedoch fehlt es (noch) an Akzeptanzstellen. Der Versuch von Facebook, nun eine eigene Kryptowährung ins Leben zu rufen, hat zwar zu Beginn für einen Höhenflug des gesamten Kryptomarkts gesorgt, doch die kritischen Stimmen, die immer lauter wurden, haben die Euphorie schnell wieder verfliegen lassen.

Aber nicht nur Mark Zuckerberg, der Chef von Facebook, hat sich mit dem Thema Kryptowährung befasst. Auch Tim Cook, CEO von Apple, hat sich bereits zu dem Thema einer eigenen Kryptowährung aus dem Hause Apple geäußert. Und hier sorgte der iPhone-Chef sehr wohl für eine Überraschung.

Apple-Chef ist gegen das Facebook-Projekt

Nachdem Facebook die Libra-Pläne der Öffentlichkeit präsentiert hat, wurde zugleich von Seiten der Marktbeobachter die Frage gestellt, wie nun Apple, ein weiterer Tech-Gigant, reagieren werde. Würde man hier Facebook tatsächlich den Vortritt lassen? Plötzlich gab es Gerüchte, dass auch Apple schon an einer eigenen digitalen Währung arbeiten würde. Doch nun hat sich Tim Cook, der Chef des Tech-Konzerns, gegenüber der französischen „Les Echos“, einer Finanz-Zeitung, zu Wort gemeldet.

„Währungen sollten in den Händen der Staaten bleiben“, so der CEO. In weiterer Folge führte der Tech-Manager fort, dass er „sich nicht wohlfühlt“, wenn er daran denkt, dass eine „private Gruppe eine konkurrierende Währung“ ausgeben will. Ein direkter Angriff auf Libra. Das Projekt, das zu Beginn des Jahres von Facebook präsentiert wurde, basiert nämlich genau auf der Tatsache, dass eine Privatfirma zum Herausgeber einer Währung wird.

„Geld ist letztendlich so etwas wie eine Verteidigung, die ein Teil der Gesellschaft sein muss, die vom Staat geführt werden sollte und keinesfalls von irgendeinem Unternehmen“, so Cook. Somit hat der Apple-Chef aber nicht nur gegen Libra Stellung bezogen, sondern sich auch zugleich gegen eine mögliche Apple-Kryptowährung ausgesprochen.

Libra

Libra ist die Kryptowährung von Facebook, Bild: CC0

Libra: Widerstand wird größer

Warum sich Cook erst jetzt gegen das Libra-Projekt und somit auch gegen ein eigenes Apple-Angebot im Bereich der digitalen Währungen ausgesprochen hat? Mitunter spielte Cook wirklich einmal mit der Idee, eine eigene Kryptowährung auf den Markt bringen zu wollen. Er musste jetzt aber feststellen, dass der Widerstand einfach zu groß wird.

Facebook hat mit Libra eine Kryptowährung vorgestellt, die zu Beginn von fast 30 Unternehmen unterstützt wurde – nun scheint das Projekt aber in Gefahr zu sein, weil bereits namhafte Partner abgesprungen sind. Der Druck, der von Seiten der unterschiedlichsten Regierungschefs aufgebaut wurde, ist wohl den Unterstützern zu groß geworden. Deshalb haben sich PayPal, Mastercard, Visa sowie eBay vom Projekt verabschiedet. Sie haben jedoch die Option offen gelassen, Libra – sofern das Projekt tatsächlich noch umgesetzt wird – in ferner Zukunft „wieder zu unterstützen“. Es sieht ganz danach aus, als würde man den Sturm abwarten. Getreu dem Motto: Überlebt Libra, dann kommen wir zurück – geht Libra unter, so haben wir nichts damit zu tun.

Wer über Bitcoin Circuit oder über eine Plattform in den Kryptomarkt investiert hat, der konnte schon zu Beginn des Jahres beobachten, wie die Pläne Facebooks, mit Libra eine eigene Kryptowährung auf den Markt bringen zu wollen, dem Bitcoin geholfen hat, einen richtig starken Höhenflug zu starten. Innerhalb weniger Wochen kletterte der Kurs des Bitcoin von 3.000 US Dollar auf fast 14.000 US Dollar. Die Kritiker haben jedoch den Höhenflug gebremst – nachdem Libra in Bedrängnis geraten ist, stürzte auch der Bitcoin ab.

Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: Mitte Oktober 2019) bewegt sich der Bitcoin im Bereich der 8.100 US Dollar.

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