Blu-Ray-Unterstützung in Macs vom Tisch

Phil Schiller hat sich in einem Interview zum Thema Macs und Blu-Ray-Wiedergabe geäußert. Was durch die schrittweise Entfernung aller optischen Laufwerke aus den Mac-Rechnern schon zu erahnen war, hat er nun in Worte gefasst: Die Kunden möchten keine Blu-Rays mehr mit ihrem Mac benutzen.

Blu-ray Disc Logo

Über die letzten Jahre ist viel darüber diskutiert worden: Sollten die optischen Laufwerke in Apple-Computern Blu-Rays abspielen können oder nicht? Bei jeder neuen Produktvorstellung bildete sich eine virtuelle Fraktion, die hauptsächlich darauf wartete, dass Steve Jobs (oder später Tim Cook) ebendies endlich ankündigt: Ein MacBook mit Blu-Ray-Unterstützung, oder zumindest ein iMac. Auch hier in der Redaktion fanden sich Vertreter dieser Gruppe.

Nichts davon geschah. Im Gegenteil. Mit dem neuen Retina-Display und der Designüberarbeitung verbannte man in Cupertino jegliches optische Laufwerk aus dem MacBook Pro, schon zuvor aus dem Mac Mini, in der vergangenen Woche dann musste der SuperDrive des iMac als letzter dran glauben.

Vor Jahren schon – im Sommer 2010, auf dem Höhepunkt der Diskussion – hatte Steve angekündigt, dass Blu-Ray-Unterstützung keinen Sinn mache. Downloadformate werden die in ihrer Kapazität und ihrer Einfachheit eingeschränkten Scheiben über kurz oder lang verdrängen, so seine Aussage.

Jetzt, über zwei Jahre danach, hat sich bei Apple ein Generationenwechsel vollzogen. Blu-Ray-Fans hofften erneut, dass der Mac künftig mit dem Format würde umgehen gönnen. Schließlich hat Phil Schiller letzte Woche ja auch ein iPad mini vorgestellt, welches Steve selbst immer abgelehnt hatte.

Der TIME-Tech-Autor Harry McCracken hat nach der Keynote letzte Woche ein Interview mit Phil geführt und ihn zu diesem Thema befragt. Die Antwort begräbt die Blu-Ray-Unterstützung zumindest von Apple-Seite wohl für immer.

Blu-ray has come with issues unrelated to the actual quality of the movie that make [it] a complex and not-great technology…So for a whole plethora of reasons, it makes a lot of sense to get rid of optical discs in desktops and notebooks.
Phil Schiller

Mit anderen Worten: Optische Medien weisen insgesamt eine zu hohe Fehleranfälligkeit auf, die auch nicht dadurch reduziert wird, dass sich die Kapazität und die Qualität der darauf gespeicherten Filme erhöht. Apple hat den Anspruch, nur absolute Top-Technologien zu verbauen und sich deswegen dazu entschieden, generell auf sich drehende Scheiben zu verzichten.

Die Alternative ist selbstredend iTunes, denn von hier aus kann man einen Film leihen bzw. kaufen und dann auf jedem Apple-Gerät abspielen – einfach, schnell und unkompliziert. Dennoch: Die Kunden hat Apple natürlich trotzdem im Auge. Als McCracken unterstellte, dass heutzutage vermutlich kaum noch jemand nach Blu-Ray-Laufwerken für Macs frage, bestätigte Phil dieses.

Wer seine Liebe zu optischen Medien nicht unterdrücken kann und sich dennoch einen neuen Mac kaufen möchte, kann nach wie vor zu den non-Retina-Modellen der MacBook-Pro-Reihe greifen oder versuchen, sich einen Auslauf-iMac zu sichern. Letztere werden in den kommenden Wochen sicher bei den meisten Händlern reduziert zu haben sein. Blu-Ray gibt es aber natürlich auch dort nicht.