iPhone 4: Erstes Hands-On

sc, den 24. Juni 2010

Das iPhone 4 ist da: In Deutschland, Frankreich, UK, den USA sowie Japan ist Apples neues Smartphone ab sofort verfügbar, wir haben uns bereits jetzt einen ersten Eindruck verschaffen können.

Vom Display über den Kameravergleich zum Vorgänger-iPhone zur Eignung fürs Tom Tom Car Kit bis hin zu Facetime-Test und Antennenleistung bzw. Linkshänderbug haben wir das iPhone 4 unter die Lupe genommen.

Endlich kann man das iPhone 4 in den Händen halten und seine neue Form spüren – wenn man zu den Glücklichen gehört, die zum Launch in Deutschland direkt ein iPhone 4 erhalten und aktivieren konnten. Und das neue Apple iPhone fühlt sich richtig gut an, trotz der einen oder anderen Kante mehr. Heute ist Verkaufsstart für das (schwarze) iPhone 4 in Deutschland, und wir ließen uns das nicht entgehen.

Vergleichstest der Kamera: iPhone 3GS vs. iPhone 4

Den Anfang unseres Tests macht ein erster Vergleich von iPhone 3GS und iPhone 4. Während das iPhone 3GS mit einer 3-Megapixel-Kamera ausgestattet ist, verfügt das iPhone 4 nicht nur über eine einfache Frontkamera, sondern auch über eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die mit einem LED-Blitz ausgestattet worden ist. Die Unterschiede in der Qualität der gemachten Fotos ist nicht groß, aber doch sichtbar.

Insgesamt zeigt das Testmotiv beim Fotografieren mit dem iPhone 4 mehr Struktur, was unter anderem in der höheren Auflösung begründet sein dürfte.

Auch im Zoom zeigen sich leichte Unterschiede.

Der Blitz ist nicht extrem stark, dürfte aber für manche Situationen ausreichend Licht bieten, um ein Motiv zu erfassen, gerade wenn das Motiv nah an der Kamera ist.

Neben der Funktion als Kamerablitz kann der LED-Blitz des iPhone 4 auch als Taschenlampe genutzt werden. Vergleicht man die von uns geschossenen Bilder des iPhone 3GS und des iPhone 4 miteinander, fällt außerdem eine minimal andere Farbtemperatur auf.

Videofunktion

Die bessere Kamera macht sich unter anderem auch in einer besseren Videoqualität bemerkbar. Vor allem was die Lichtempfindlichkeit angeht, wurde seitens Apple nachgebessert, wie man in unserem direkten Vergleich erkennen kann (Tipp: Video größer ziehen, da fallen die Unterschiede eher auf):

[mn-youtube id=“mOX82NdB_7k“]

In der Originalgröße kann man bei den Videos zudem ein geringeres Rauschen erkennen, trotz der Bewegung der Kamera sind Details klarer zu sehen. Eine direkte Gegenüberstellung der Videos findet ihr hier.

iPhone 4 Display

Mit dem iPhone 4 will Apple den Smartphonemarkt neu definieren – wieder einmal. Dass das nicht mehr ganz so einfach sein dürfte wie bei der Veröffentlichung des ersten iPhone im Jahr 2007, ist klar. Auch die Konkurrenz hat den Touchscreen für sich entdeckt, mit höheren Auflösungen aufgetrumpft und hardwaretechisch vorgelegt. Aber gerade beim Bildschirm setzt Apple erneut Maßstäbe. Mit dem „Retina Display“ ist Apple ein toller Clou gelungen- „So scharf wie möglich“ ist spätestens seit der Einführung von HDTV-Geräten einer der Topslogans der Elektronikbranche. Tatsächlich gelang es Apple, mit ihrem neuartigen Bildschirm mit einer Auflösung von über 300 DPI eine neue Klasse in Sachen Displays zu eröffnen. Das Bild wirkt scharf, etwas plastisch und vor allem kontraststark und farbintensiv. Doch leider hat die hohe Auflösung (noch) einen Haken: Erst ab heute scheinen mit den App-Updates auch höher aufgelöste Icons zu folgen. So hat Twitter für iPhone beispielsweise ein aktualisiertes Icon erhalten, TomTom 1.4 wirkt aber weiterhin aufgeblasen und sieht auch in hochskalierter Form nicht wirklich schön aus.

Was auffällt: Vor allem der Text wird auf dem iPhone 4-Display deutlich schärfer dargestellt, was vor allem für die Leserlichkeit förderlich ist.

Gehäuse

Auch in Sachen Gehäuse will Apple punkten. So wirkt das iPhone 4 nicht nur extrem robust und kompakt, sondern dank neuer Materialien, auch sehr hochwertig. Der feine Metallrahmen, die perfekt eingepassten Knöpfe und das Glas auf Vorder- und Rückseite versprechen viel Freude beim Benutzen. Wie befürchtet, sind jedoch von nun an Fingerabdrücke vorne und hinten gut zu erkennen. Gefühlt wirkt iPhone 4 wesentlich schwerer als der Vorgänger, dabei sind es tatsächlich nur 2 Gramm mehr, die das iPhone 4 im Vergleich zum 3GS mit sich bringt.

Klang, Telefonie, Tonqualität

In Sachen Tonqualität fällt das Urteil beim iPhone 4 zweigespalten aus. So klingt der Kopfhörerton gewohnt brillant und auch die Sprachqualität beim Telefonieren ist nicht zu bemängeln. Doch im Vergleich mit seinem Vorgänger klingt der Lautsprecher im Gerät weniger voluminös. Dieser Abstrich ist wohl auf die flacherer Bauweise des neuen Modells zurückzuführen. In Sachen Maximallautstärke lassen sich mit bloßem Hinhören keine Unterschiede feststellen. Leiser geworden ist der Vibrationsalarm, so dass ein stummes Gerät bei einem Anruf auch wirklich stumm bleibt und nicht laut zu surren anfängt.

FaceTime

Ein ausführlicherer Test von FaceTime wird noch nötig sein, wir hatten aber schon die Möglichkeit, Apples neue Videochat-Lösung kurz zu testen: Ein Anruf initiiert die Verbindung mit dem jeweiligen Gesprächspartner, ein Klick auf das FaceTime-Icon startet den Videochat. Voraussetzung für die Nutzung von FaceTime ist, dass beide Gesprächspartner sich in einem WiFi-Netzwerk befinden.

Praktisch: Man kann mit einem Tipp auf das Icon unten rechts zwischen den beiden verfügbaren Kameras hin- und herschalten, so dass man z. B. seinem Gesprächspartner die Umgebung oder ähnliches zeigen kann.

Erwähnenswert sind dabei auch die Optionen, die sich auf dem iPhone 4 auftun: Man kann bestimmen, ob man FaceTime überhaupt nutzen will. Außerdem bekommt man in den Anrufstatistiken genau angezeigt, wen man wie angerufen hat. Sobald man einmal mit einer Person telefoniert, kann man den FaceTime-Call starten, sofern das Gegenüber ebenfalls ein iPhone 4 hat. Einmalig ist ein Anruf nötig, um die Verbindung zustandezubekommen, alle zukünftigen FaceTime-Gespräche können direkt initiiert werden.

Antennen und Empfangsprobleme

Ein größeres Problem liegt in Apples neuer Antennenbauweise: Dadurch, dass der Gehäuserand als Antenne fungiert, lässt sich das Gerät mit einem festen Griff erden. Anschließend scheint die ansonsten perfekte Telefonverbindung rapide auf einen, beziehungsweise keinen Verbindungsbalken zu fallen. Ähnliches lässt sich auch an der WLAN-Verbindung feststellen. Auffällig ist, dass dies vor allem dann geschieht, wenn das Gerät in der linken Hand liegt und somit vier Finger den rechten Rand berühren. In unseren Tests hat ein iPhone 4 die Probleme gezeigt, ein anderes wiederum nicht. Ursachen konnten wir dafür bisher nicht ausmachen. Ein Beweis fpr die Empfangsprobleme findet sich auf YouTube:

[mn-youtube id=“-ixIHyEPO5g“]

Auch in Apples hauseignenen Foren wird das Problem diskutiert.

iPhone 4 und das TomTom Car Kit

Lange wurde spekuliert, ob das TomTom Car Kit mit dem iPhone 4 kompatibel ist. Leider ist dem nicht so, es sei denn, man nutzt einen kleinen Trick: Damit der Connector des Car Kits korrekt mit dem iPhone verbunden wird, muss dieses eine Art Wippe betätigen. Hierfür ist das iPhone 4 aber schlichtweg zu schmal. Führt man das Kabel des Car Kits jedoch einmal in einer Schlaufe zwischen Halterung und Mobiltelefon hindurch, so drückt das Kabel entsprechend gegen die Wippe, sobald das iPhone 4 eingesteckt wird. Anschließend lassen sich alle Funktionen des Car Kits wie auch mit dem 3GS problemlos nutzen.


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