iPhone HD/4G: Gericht gibt Unterlagen mit Finder-Informationen frei

Die Geschichte um den iPhone HD/4G-Prototypen geht weiter: Nur elf Tage nach Beantragung auf Einsicht in die Gerichtsunterlagen zur Hausdurchsuchung wurde diese nun gewährt und liefert einige Hintergründe zum ursprünglichen Finder des Apple-Smartphones in Redwood, Kalifornien.

Wired hat die kompletten Durchsuchungs-Unterlagen (pdf) veröffentlicht, die einiges an Informationen über die Umstände der Weitergabe an Gizmodo sowie konkrete Angaben zum Finder des iPhone HD-Prototypen enthalten. Den ersten Hinweis soll die Polizei demnach von Katherine M., der Mitbewohnerin des Finders, bekommen haben. Daraufhin sollen die Ermittlungen weitergegangen sein.

Der Hinweis habe die Polizei laut Wired auf die Fährte des 21 Jahre alten Brian Hogan gebracht, und endete in einer seltsamen Schnitzeljagd nach Beweismitteln, die ein Freund von Hogan im Silicon Valley verteilt hat. Gefunden wurden ein Desktop-Rechner in einer Kirche, ein USB-Stick in einem Busch am Straßenrand, sowie die Aufkleber mit der Seriennummer des iPhone auf dem Parkplatz einer Tankstelle.

Laut Katherine M. soll Hogan von Gizmodo $8500 erhalten haben – plus einen eventuellen Bonus, sollte Apple die Echtheit des iPhone HD/4G bestätigen. Nicht nur die Polizei aber hatte ein reges Interesse an den Informationen der Mitbewohnerin: Für Apple war die Gizmodo-Story ein harter Schlag gegen die Geheimhaltungsregeln der Firma, man sieht sich „erheblich geschädigt“ – nicht zuletzt weil viele Kunden nun noch ein wenig länger warten werden, bis sie sich ein iPhone kaufen. Apple selbst gab den Wert des iPhone HD mit „unbezahlbar“ an.

Auf Hinweis von Katherine wurde der Finder identifiziert, neben der Adresse gab es auch noch einige weitere Hintergründe zu den Umständen des iPhone HD/4G-Verkaufs. So soll Hogan ganz genau gewusst haben, mit was für einem Gerät er es zu tun hat und soll das Gerät auch gezielt verschiedenen Magazinen zum Kauf angeboten haben – Gizmodo schien dabei am meisten geboten zu haben. Mit dieser Tatsache wird deutlich, dass es sich tatsächlich um eine Unterschlagung von Eigentum sowie Hehlerei handelt – Hogan wusste ganz genau, mit was für einem Gerät er es zu tun hat und wie viel es für Apple wert ist.

Aus Angst soll die Mitbewohnerin Hogan „verpfiffen“ haben: Das iPhone HD/4G wurde an Katherines Rechner angeschlossen, sie befürchtete, dass über die IP-Adresse der Fokus auf sie fallen könnte. Hogans Versuch, die zum Deal gehörenden Beweismittel verschwinden zu lassen, schlugen fehl.

Die Polizei fand Brian Hogan laut Wired mit seiner Freundin auf seinem Bett sitzend. Als die Polizisten ihn damit konfrontierten, dass die Entfernung der Beweismittel ein klares Schuldeingeständnis sei, Stimmte Hogan zu, zu kooperieren und rief seinen Freund Warner an, der die Technik sowie die Aufkleber hatte verschwinden lassen.

Nachdem dieser Teil des Falls nun geklärt ist, werden sich die Ermittlungen auf die Rolle von Gizmodo fokussieren. Aktuell steht das Magazin für die Polizei in Verdacht der Hehlerei sowie der Beschädigung von Eigentum.