Action-RPG im App Store: Zenonia bringt Zelda-Stimmung auf das iPhone

Zugegeben, Nintendo waren mit Zelda gar nicht die ersten, die das Genre des isometrischen Action-Rollenspiels prägten, doch Zelda und dessen Protagonist Link gehören in Westeuropa mit Sicherheit zu den bekanntesten Vertretern. Nun hat Entwickler Gamevil versucht, das Genre auf Apples mobile Plattform zu übertragen. Lohnt sich der Blick? Unser Test möchte die Frage klären.

Zenonia, Screenshot

Die amerikanischen Entwickler haben gut daran getan, der isometrischen Fantasy auf dem iPhone Leben einzuhauchen. Grafisch lehnt sich Zenonia sehr stark an Genrevertreter aus 16-Bit-Zeiten an. Es herrscht der Kampf, Gut gegen Böse. Auf dem Schlachtfeld im 2ten Krieg um TriPalo wird ein Bündel von der dunklen Seite zurückgelassen. Natürlich nimmt sich die gute Seite des Kindes an. Der einstige Feldherr „Pardon“ der guten Armeen zieht den kleinen Jungen „Regret“ zum Teenager heran. 15 Jahre vergehen, ehe die dunkle Seite erneut einen Angriff unternimmt. Pardon fällt dem Angriff zum Opfer und fortan ist Regret auf sich allein gestellt.

Nicht ins kalte Wasser

Typischerweise wird man bei isometrischen Action-Rollenspielen nie ins kalte Wasser geworfen, ob dies nun Zelda oder Pokemon heißt. Vielmehr muss man zu Beginn kleinere Aufgaben erfüllen, und lernt so die Befindlichkeiten und Möglichkeiten des Charakters aber auch der Umgebung und der Bedienung kennen. Doch ehe man ins eigentliche Spiel einsteigt, wählt man für sich selbst eine Charaktersklasse aus. Man hat die Wahl zwischen dem Paladin, dem Krieger oder dem Assassinen. Daraufhin wird einem die Vorgeschichte erzählt, die man natürlich jederzeit überspringen kann.

Episches Ausmaß ohne Übersetzung

Der Dateigröße sieht man es nicht an. Doch Zenonia bietet viele viele Stunden Spielspaß. Der Hersteller selbst gibt über 40 Stunden als Richtgröße an. Spieler, die nicht geübt sind, oder voller Entdeckungsdrang, werden mit Sicherheit noch länger an Zenonia sitzen. Wir haben es also nicht mit einem Spiel für Zwischendurch zu tun. Schwierig wird es allerdings für alle, die der englischen Sprache nicht mächtig sind. Eine Übersetzung ist zumindest bislang nicht in Sicht.

Midi-Soundtrack zum Zuhören

Das erste Update für Zenonia ist bereits an Apple verschickt. Mit diesem wird man die Möglichkeit bekommen, seine eigene Musik im Spiel zu hören. Anders als bei manchen lieblos produzierten Titeln, in denen einem das Gedudel bald schon auf die Nerven geht, ist der Midi-Soundtrack von Zenonia jedoch ähnlich hitverdächtig wie der von Zelda oder Phantasy Star und Co.

Steuerung eigen

Ebenfalls im Update verbessert wird die Steuerung der Spielfigur mittels D-Pad. Dieses ist nämlich mehr als problematisch. Man könnte diesen Fall mit Car Jack Streets vergleichen. Denn es liegt ebenfalls ein Top-Titel vor, der sich selbst ein Bein stellt, weil er die Bedienung vernachlässigt hat. Allerdings kann man das Spiel schon jetzt in weiten Teilen ohne Probleme genießen. Lediglich wenn es auf Genauigkeit ankommt, wird’s bislang kompliziert. Da Abhilfe in Sicht ist, kann man in die nahe Zukunft blickend, ein Auge zudrücken.

Features en masse

Die eigenen Fähigkeiten werden in einem Fähigkeitenbaum abgebildet. Unsere Spielfigur verfügt über 8 aktive sowie 8 passive Fähigkeiten. Darüberhinaus gibt es für jeden Charakter noch mal einen ultimativen Skill. Bonusgegenstände gibt es in 5 Klassen (normale, magische, rare, einzigartige und epische). Da man sich im Spiel entscheiden kann, ob man sich der guten oder der bösen Seite annimmt, gibt es zusätzlich weitere Optionen, die davon abhängen, welcher Seite man sich angeschlossen hat.

Das Spiel selbst bietet einen Wechsel von Tag und Nacht. Hunger veranlasst den Spieler dazu, nicht optimal zu agieren und seine Bewegungsfähigkeit wird eingeschränkt, wenn sein Inventar überladen ist. Dazu gibt es noch eine schnell Angriffsbewegung und man nimmt automatisch gegnerische Einheiten in den Fokus. Das erleichtert im Kampf die Bewegung.

Fazit

Fans des Genres, die zudem mit der englischen Sprache keine Schwierigkeiten haben, sollten unbedingt zugreifen. Das Spiel bietet unheimlich viele Optionen an. Es gibt super viele Waffen und dem eigenen Charakter kann man Fähigkeiten verpassen, die im Umfang an Spiele wie Diablo heranreichen. Liebevoll gezeichnete Fantasyfiguren im Animestil sollte man mögen, einen adäquaten Midi-Soundtrack kriegt man obendrauf. 4,99 Euro muss man derzeit für Zenonia ausgeben, doch der Preis ist in meinen Augen mehr als gerechtfertigt. Anders als die 16-Bit Vorgänger bietet Zenonia zudem noch mehr Animationen und Effekte an. Eine Lite-Variante gibt es aktuell nicht.

Wertung

7.8/10

Positives

  •  umfangreiches Action-RPG

Negatives

  •  an Steuerung muss man sich gewöhnen
Mehr über Alexander Trust:

Bekam seinen ersten PC mit sieben Jahren, einen XT mit 4 MHz und Monochrom-Monitor. Registrierte die erste Domain im Jahr 1998, vorher auch in Mailboxen aktiv, bei AOL und Compuserve. Studierte Computer Science (Anwendungsentwicklung) in Wuppertal und Informatik und Soziologie, Linguistik und Literatur in Aachen. Veröffentlichte bereits einen Roman.

Metadaten
  • Geschrieben am: 22. Juni 2009
  • Zuletzt aktualisiert am: 3. März 2021
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  • Lesezeit: 2 Minuten 54 Sekunden