Studie beweist: Vorlesungs-Podcasts sind wirksamer als Uni-Veranstaltungen

Seit Mitte Januar gibt es mit iTunes U eine Auswahl an verschiedenen Vorlesungen vier großer deutscher Unis.

iTunes in der Cloud, Bild: Apple

Dass das im Mai 2007 gestartete Konzept eine gute Option zum Lernen ist, beweist eine Mini-Studie, die an der State University of New York in Fredonia durchgeführt wurde.

Untersucht wurde eine Gruppe von insgesamt 64 Studenten: 32 von ihnen besuchten die Vorlesung ganz regulär in der Uni und bekamen dort Ausdrucke der Vorlesungpräsentation, die anderen 32 nahmen in Form eines Podcasts an der Sitzung teil, bei dem die dazugehörige Präsentation synchron mit der Audiospur abgespielt wurde. Bereits vorher wussten die Studenten, dass eine Woche später ein Test zu dieser Vorlesung gestellt werden sollte.

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig: Die Podcast-Studenten hatten durchschnittlich 71 von 100 Punkten, die normale Studentengruppe nur 62. Interessant auch der Unterschied zwischen solchen Podcast-Teilnehmern, die Notizen gemacht haben und denen, die sich rein auf ihr Gedächtnis verlassen haben: Wurden keine Notizen niedergeschrieben, waren die Ergebnisse vergleichbar mit denen der normalen Vorlesungsbesucher. Wurden aber Mitschriften gemacht, konnten Ergebnisse von durchschnittlich 77 erreichten Punkten erreicht werden. Es kommt also ganz darauf an, was man aus den gegebenen Vorzügen einer solchen Podcast-Option macht.

Ganz repräsentativ ist dieser Test allerdings nicht: Es wurde lediglich der Effekt bei 64 Teilnehmern geprüft, außerdem fehlt eine Langzeitbetrachtung der Sache. Möglicherweise konnten diese positiven Ergebnisse auch nur deshalb so entstehen, weil das Lernkonzept einfach neu und anders ist- und daher möglicherweise auch eher genutzt wird als die vergleichsweise langweilige und herkömmliche Alternative der Vergleichsgruppe.
Während die Podcaststudenten den direkten Bezug zwischen Folien und Gehörtem haben, stellen die hinterher verteilten Folienausdrucke für die normalen Studenten nur weitere Materialien im Wust der sowieso schon vorhandenen Skripte dar.

Dennoch lässt sich sicher Folgendes festhalten: Mit Hilfe von Podcasts können sich die Studenten die Vorlesung mehr als einmal anhören und damit im Optimalfall auch mehr lernen. Außerdem ist frei wählbar, wann und wie man sich die Vorlesung anhören will- gerade für Morgenmuffel oder Uni-Pendler eine feine Sache.