EU plant Standard für Handy-Ladegeräte: One charger fits all

Das Einheits-Ladegerät für Handys soll nach Willen des EU-Kommissars Günter Verheugen kommen. Dass mit jedem Handy ein Ladegerät ausgegeben werde, welches bei anderen Handymodellen nicht eingesetzt werden kann, sei aus Umweltschutzgründen nicht tragbar, sagte Verheugen der Deutschen Welle. Auch vor empfindlichen Maßnahmen werde man zur Durchsetzung dieses Ziels nicht zurückschrecken. Seitens der Industrie wurde selbstredend protestiert: das Unterfangen sei schlicht technisch und rechtlich unmöglich umsetzbar.

iPhone 3G, Bild: Apple

Auch Apple dürfte an den EU-Plänen keine Freude haben, erforscht man doch Akkutechnologie, die – patentgeschützt – auch die flexible Stromversorgung der Apple-Infrastruktur vereinfachen und verbessern soll. Pläne dieser Art vertragen sich schlecht mit Vorschriften, die das Laden eines iPhones auch mit dem Ladegerät ermöglichen, das mit Nokia-Smartphone X oder NEC-Handy Y ausgegeben wird.

So wird auch für Apple gelten, was laut Tony Graziano von der European Information and Communications Technology Industry Association (EICTA) für den Rest der Handy-Industrie gilt: es sei unmöglich angesichts der unterschiedlichen verwendeten Leistungsmerkmale der Akkus und Handys, eine einheitliche Ladegeräte-Lösung für den EU-Markt zu entwickeln. Zugegeben, sei die Umweltbelastung durch die Vielzahl der Systeme vorhanden, eine gemeinsame Lösung der Mobiltelefonanbieter sei jedoch „unwahrscheinlich“.

Verheugen sähe naturgemäß die Hersteller gerne auf freiwilliger Basis den „Einheitslader“ entwickeln, der EU stünden andernfalls jedoch rechtliche und politische Mittel zur Durchsetzung des vereinheitlichen Ladegerätes zur Verfügung. Die Hersteller hätten mehrere Chancen zum Umstieg auf eine einheitliche Plattform erhalten und nicht genutzt, seine Geduld sei am Ende und drastische Maßnahmen zur Erzwingung einer Lösung nicht mehr ausgeschlossen. Bisherige Lösungen wirken im Vergleich zum „Einheitslader“ zwar sympathisch, aber nicht wirklich weitreichend: so spendet beispielsweise Nokia für jedes ohne Ladegerät verkaufte N97 4 Pfund an den WWF – in Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich.