Big Brother Award: Keine Preise für Apple

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Einer der seltenen Fälle, in denen man gerne leer ausgeht: In Deutschland und in Österreich wurden mit den Big Brother Awards die „Antipreise für Datenkraken“ vergeben. Die größten Missachtungen des Datenschutzes und Eingriffe in die Privatsphäre wurden Freitag und Samstag gewürdigt. Es blieb jedoch bei einer Nominierung für Steve Jobs im Alpenstaat – kein Preis für Apple, und eine „Niederlage“, zu der man beglückwünschen kann.

Nur in Österreich lief Apple Gefahr, einen der Datenkraken-Oscars zu erhalten: Der Killswitch für iPhone-Apps stieß dort auf Missfallen und wurde als „notorische Entziehung des Rechts auf Eigentum“ für einen Preis in der Kategorie „Business und Finanzen“ nominiert. Dort konnte sich jedoch der Tiroler Energieversorger TIWAG durchsetzen, der über Jahre hinweg einen Kritiker mit mehr als fragwürdigen Methoden mundtot machen wollte.

Ganz sauber blieb die Weste Apples in Deutschland jedoch nicht: Unter den tadelnden Erwähnungen taucht Cupertino als warnendes Beispiel für weit gefasste Möglichkeiten zur Weitergabe von Kundendaten auf. Dass Apple ansonsten auch dieses Jahr vor einer Auszeichnung verschont blieb, kann unter zwei Perspektiven betrachtet werden. Einmal legt das Ergebnis 2008 nahe, dass Apple tatsächlich höheren Wert auf Datenschutz legt als manche andere Unternehmen im IT-Business. Techniken, die bei anderen Akteuren zur Nominierung und Preisverleihung führten, finden sich auch bei Apple – nur eben in einer Form, die Datenschutz offenbar besser gewährleistet. So wurde Microsoft unter anderem für die verwendeten DRM-Techniken bereits 2002 mit einem Lifetime-Award ausgezeichnet, während Apple seit Jahren ebenfalls DRM einsetzt – ohne entsprechende Ehrung.

Auf der anderen Seite kann man natürlich auch konstatieren, dass die Konkurrenz recht gewaltig war: gegen die Glanzleistungen der Deutschen Telekom oder des EU-Ministerrats kann nicht jeder mithalten. Insofern wird es nach wie vor bei der Implementierung und Integration neuer Dienste und Angebote eine Herausforderung für Apple sein, Datenschutzstandards zu wahren. Wachsame Augen werden dabei nicht nur beispielsweise auf den Musikgeschmack-Ermittler Genius oder den zunehmenden Einsatzgebieten für die Apple-ID gerichtet sein. Bislang schlug sich Apple auf diesen Feldern achtbar und schaffte es dennoch, Applikationen und Services einfach und intuitiv zu gestalten. Möge es so bleiben.

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Berufsbedingt auf iPhone und Macbook Pro gewechselt und pflegt seitdem ein stetig wachsendes Faible fürs iPhone wie auch eine gewisse Distanz zum Macbook. Nutzt ungeniert auch Linux und Windows, was ihn nicht davor schützt, gelegentlich Fanboy geschimpft zu werden.

Metadaten
  • Geschrieben am: 27. Oktober 2008
  • Zuletzt aktualisiert am: 2. März 2021
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