Änderungen am App Store ohne finanzielles Risiko für Apple

Analystin Katy Huberty von Morgan Stanley rechnet gegenüber Investoren vor, wie wenig Einfluss Apples in den letzten Wochen bekannt gegebene Änderungen am App Store auf den Unternehmensumsatz haben werden. Sie spricht von lediglich ein bis zwei Prozent, wenn es tatsächlich zum Worst Case käme.

Firmenzentrale von Morgan Stanley, Bild: Morgan Stanley

Es sei, erklärt Huberty den Investoren, mehr ein Thema für die Medien und weniger eines, das Investoren beunruhigen sollte.

Was wird passieren? Apple kündigte an, Anfang 2022 die Regeln im App Store ändern zu wollen. Man kommt damit Anbietern von Abo-Apps entgegen, die Medieninhalte (Bücher, Filme, Musik) gegen ein monatliches Entgelt bereitstellen. Diese dürfen in Zukunft auch in der App darauf hinweisen, dass es eine Möglichkeit zum Anmelden außerhalb des App Stores gibt.

Wie groß ist die Gefahr, dass Apple dadurch viele Umsatzeinbußen erfährt? Laut Katy Huberty gering.

Netflix und Spotify irrelevant

Die Analystin schaute sich in erster Linie die Umsätze der Top 10 derjenigen Apps an, die Medieninhalte über ein Abo konsumieren ließen. Sie beschränkte die Zahl deshalb, da sie nicht glaubt, dass viele andere Apps und deren Entwickler das Budget oder den loyalen Kundenstamm haben, um Nutzer zu einer Geschäftsbeziehung außerhalb des App Store zu bewegen.

Die richtig großen Medienkonsum-Apps wie Spotify und Netflix sind in diesem Fall irrelevant, weil sie schon seit Jahren kein Abo mehr über den App Store abschließen lassen. Der Konzern aus Cupertino sammelte auf diesem Weg also auch gar keine Tantieme mehr ein.

Worst Case: 1-2 % vom Umsatz 2022

Dazu kommt, dass die jetzigen Top 10 der „Reader“-Apps, wie Apple sie kategorisiert, für weniger als acht Prozent des App-Store-Umsatz insgesamt verantwortlich sind. Das finanzielle Risiko hält sich also in Grenzen.

Dann beschreibt Huberty ein Szenario wie folgt: Würde Apple gar bei den zwanzig besten Apps gar keine Umsätze mehr generieren, ginge der Umsatz der Service-Sparte um vier Prozent zurück. Das wäre ein Prozent des gesamten Konzernumsatzes und ungefähr zwei Prozent der EPS-Kennziffer für das Fiskaljahr 2022. EPS steht für „Earnings per share“, zu Deutsch also Gewinn je Aktie.