Warum man die eigene Waschmaschine ausstecken sollte?

Mal was Anderes. Wer gerne den eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren möchte, der kann daheim die Waschmaschine und den Trockner ausstecken. Geld sparen kann man so natürlich auch, ungefähr so viel, dass man sich vielleicht alle, zwei, drei Jahre eine Kugel Eis leisten kann. Tatsächlich gibt es viel zu viele Geräte, die eine Form von sinnlosem Stand-by-Modus haben, der Strom verbraucht, den man aber erst produzieren muss.

Müll in der Natur, Bild: Pete Linforth

Dieser Beitrag ist kein Appell, dass jetzt jeder sofort seine Waschmaschine oder seinen Trockner ausstecken muss. Es gibt genügend Leute, die gar keines dieser Geräte besitzen. Er ist aber vielleicht eine Anregung.

Denn ins Grübeln bin auch ich vor Kurzem gekommen. Aus Neugier habe ich mit einem Stromverbrauchsprüfer vor einiger Zeit mal die Geräte daheim überprüft. Entsprechend erstaunt war ich, dass die Waschmaschine oder der Trockner „ausgeschaltet“ dennoch Strom verbrauchen. Man müsste die Hersteller fragen, warum die Geräte das tun. Logisch kann ich mir selbst auch ein paar Antworten herleiten, beispielsweise für die Verriegelungselektronik in der Tür. Doch unter dem Strich benötigt eine Waschmaschine, wenn sie nicht in Benutzung ist, sinnvollerweise keinen Strom. Jedenfalls nicht in meiner Welt.

0,2 Watt sind nicht die Welt, oder doch?

Die Waschmaschine in unserem Haushalt ist schon etwas älter. Auch wurden an ihr schon einmal die Kohlen ausgetauscht, sodass sie nicht ein zweites Mal angeschafft werden musste. Der Trockner indes ist neueren Datums. Das merkt man gleichermaßen am Stromverbrauch im „ausgeschalteten Zustand“. Denn der Trockner verbraucht zwischen 0,05 und 0,1 Watt und die Waschmaschine aber eher zwischen 0,1 und 0,2 Watt.

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Waschmaschine verbraucht Strom, selbst wenn sie ausgeschaltet ist, Bild: Alexander Trust

Ich habe mir dann die Mühe gemacht auszurechnen, wie sich das jährlich auf der Stromrechnung bemerkbar macht. 0,2 Watt × 24 Stunden × 365 Tage / 1000 × 0,30 Euro. Die 30 Cent sind der angenommene Strompreis. Es geht natürlich auch günstiger. Aber das ist nicht der springende Punkt. Es kommen so nämlich rund 53 Cent zusammen. Waschmaschine und Trockner schlucken pro Jahr schon allein im Betrieb mehr.

Nur eben, wenn man mit den Zahlen anfängt zu rechnen und sich vorstellt, dass in Summe ziemlich viel überflüssiger Strom verbraucht wird, aber auch Geld sozusagen „verbrannt“.

  • Laut Statista hatten 2020 96,1 Prozent aller „Haushalte“ eine Waschmaschine.
  • Laut BPB gab es in Deutschland 2019 41,5 Millionen Haushalte.

Vertraut man diesen Zahlen nur annähernd und rechnet sie aus, dann sollten allein 39.881.500 Waschmaschinen in Deutschland in Privathaushalten aktiv sein, also knapp 40 Millionen Stück. Nehmen wir „naiverweise“ an, dass diese alle den gleichen Strom im Stand-by verbrauchen. Nehmen wir außerdem an, dass jeder denselben Strompreis zahlt und auch niemand bereits die Waschmaschine aussteckt. Ja, dann würden in Deutschland jedes Jahr etwas über 20 Millionen Euro einfach dadurch verbrannt, dass die Situation so ist, wie skizziert.

Eine Alternative dazu ist übrigens nicht Persil Service. Bevor ich mich mit dem Thema zur Recherche beschäftigte, wusste ich nicht, dass man seine Schmutzwäsche per Post verschicken kann. Dass man sie binnen drei Tagen auch zurückbekommt, ist ein logistischer Irrsinn, der den CO2-Fußabdruck nicht schmälert.

CO2-Fußabdruck reduzieren

Was man mit dem Geld alles anfangen könnte? Ja, das ist richtig. Aber vor allem, Strom den man nicht verbraucht, muss man erst gar nicht produzieren. Auf diese Weise könnte man den CO2-Fußabdruck helfen zu reduzieren. Zumal Waschmaschinen ja nicht vor der deutschen Grenze haltmachen. Sie sind auf der ganzen Welt verteilt, wenn auch ungleich. Es gibt Leute, die nicht mal von einer Waschmaschine träumen können, da sie in ihrem Leben noch nie eine gesehen haben. Das klingt zynisch, ist es am Ende des Tages leider auch.

Aber vielleicht setzt dieser Beitrag eben bei anderen einen Denkanstoß, wie Kleinvieh im eigenen Leben auch Mist machen kann.