USA versus Google: Justizministerium verklagt Suchmaschinenanbieter

Möglicherweise ist es nur die erste von vielen Klagen gegen US-Technologiekonzerne. Medienberichten zufolge klagt das US-Justizministerium nun Google an. Der Vorwurf lautet, dass der Internet-Konzern seine Marktmacht missbraucht und Konkurrenz im Suchmaschinengeschäft verhindert.

Google, Bild: CC0

Das Wall Street Journal berichtet vorab. Am heutigen Dienstag soll Klage gegen Google eingereicht werden.

Das Unternehmen nutze seine Marktmacht aus, lautet der Vorwurf. Es würde zum Beispiele eine Menge Geld ausgeben, um als Standardsuche in Apples Safari aufzutauchen. Darüber hinaus würden Anbieter von Android-Smartphone gezwungen, Googles Apps vorzuinstallieren. Damit würde das Unternehmen sich ebenfalls Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz sichern.

Betreibt Google Wettbewerbsverzerrung?

Der Vorwurf lautet unter anderem darauf, dass Google unrechtmäßig Ausschluss betreibt. Viele verwobene und gegenseitig abhängige Vertragsklauseln würden es Drittanbietern erschweren mit Google zu konkurrieren. So dürften zum Beispiel keine fremden Suchmaschinen(-Apps) auf Android-Geräten vorinstalliert werden.

Zu viel Marktmacht

Nicht ein Sachverhalt alleine, sondern beide zusammengenommen bereiten den Behörden Kopfzerbrechen. Indem Google einerseits viel Geld ausgibt, um exklusiv als Suchmaschine auf Apple-Geräten vorinstalliert zu sein und gleichzeitig die Konkurrenz von der eigenen Plattform fernhält, oder es dieser erschwert, unterbindet man den Wettbewerb. In den USA würden rund 80 Prozent der Suchanfragen über Google geschehen. Die Konkurrenz könnte so nicht genügend Momentum aufbauen und nicht wachsen.

Auch Werbekunden leiden

Daneben sehen die Verantwortlichen aber nicht nur den Suchmarkt betroffen, sondern auch Werbekunden, die aus Mangel an Alternativen dann höhere Preise für Werbung in Googles Suche zahlen müssten.

Muss Google Suche und Werbung trennen?

Die Klage kommt nicht aus heiterem Himmel. Am Ende könnte eine Zerschlagung oder zumindest Aufteilung von Googles Suchmaschinengeschäft von seinem Werbegeschäft stehen.

Unklar ist, warum Google es überhaupt so weit hat kommen lassen. Denn es kann auch Vorteile haben, Geschäftsbereiche, die „zu groß“ werden, aufzuteilen. So sorgten Investoren vor ein paar Jahren dafür, dass eBay und PayPal sich trennten. Denn PayPal gehörte davor zu eBay. Für beide Parteien und alle Beteiligten lohnte sich die Trennung.