Apple CarPlay bald im Armaturenbrett?

CarPlay in Volkswagen-Konsole

Die Idee trägt den unscheinbaren Namen „Instrument cluster metadata to support second screen“. Das hört sich komplex an und muss es vermutlich auch sein. Schon in der Zusammenfassung des Patents beschreibt Apple minutiös wie man Daten ausliest, zur Anzeige auf einem passenden Display „aufbereitet“ und sie dann dort anzeigt.

Instrumententafel im Auto bespielen

Es geht aber in jedem Fall um Fahrzeuge und deren Armaturenbrett („secondary vehicular display“). Wir kennen die Tankanzeige oder den Kilometerstand. Wir kennen aber auch vorhandene Navigationssysteme, die sich direkt auf der Intrumententafel hinter dem Lenkrad bemerkbar machen.

Das US-Patent- und Markenamt (USPTO) veröffentlichte nun das Patent Apples unter der Nummer 10,594,850. Die Anmeldung für das Patent geht zurück auf den 5. Dezember 2018. Als Erfinder nennt das Dokument Joshua C. Weinberg, Thomas R. Powell und David Rix Nelson.

Fokus aufs Fahren

Wenn Apple es schaffte, dieses System sinnvoll umzusetzen, bietet sich ein entscheidender Vorteil. Denn als Autofahrer wäre man nicht mehr so abgelenkt und hätte passende Daten direkt auf der Fahrerposition hinter dem Lenkrad sichtbar.

Gerade dass man immer in die Mittelkonsole blicken muss, um die Navigation zu bedienen, stellt eine unnötige Ablenkung dar. Genau dieses Problem beschreibt Apple auch in dem Patent.

„The accuracy, functionality, and usability of navigation applications have made them some of the most used applications on handheld device platforms. However, barriers and limitations to a very desired use case, automobile navigation, persist. (…) Past attempts at resolving these problems have involved interfaces to connect to head units in automobiles. However, this approach still can lead to the driver removing his [or her] visual focus from what is occurring in front of the car, and placing it on the head unit.” (Apple)

CarPlay erweitern

Bei der Beschreibung eines solchen Systems denken wir unwillkürlich an Apples CarPlay. Das zeigt allerdings keine Telemetriedaten oder ähnliches an und dient separiert vor allem für Unterhaltung und Navigation.

Natürlich fehlt uns nicht die Phantasie uns vorzustellen, dass Apple Kooperationen mit Autoherstellern eingeht, um irgendwann auch solche Funktionen der anderen Hersteller zu bedienen. Denn das System soll vorhandene Möglichkeiten nutzen, und zwar in ganz unterschiedlichen Autotypen. Wenn ein Hersteller eben nur ein halb-analoges System anbietet, bei dem nicht viel mehr als Pfeile oder Schilder für die Navigation genutzt werden, dann würde Apples System auch dieses „bedienen“. Die Kooperation mit anderen Fahrzeugherstellern ist jedoch Voraussetzung dafür.

Was ist mit Apples Auto?

Aber es braucht auch nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass Apple dieses Konzept gar in einem eigenen Auto unterbringen könnte. Für uns jedenfalls ist das Project Titan noch nicht tot.