Facebook bereitet Kryptowährung Libra vor

Symbolbild zu Facebooks Libra
Symbolbild zu Facebooks Libra, Bild: CC0

Das Ziel von Facebook? Milliarden Menschen sollen demnächst mit Libra anstelle der jeweiligen Landeswährung ihre Einkäufe bezahlen. Dass nach der Projektpräsentation ein starker Gegenwind aufgekommen ist, scheint Facebook nicht zu stören – man arbeitet eifrig daran, die hauseigene Kryptowährung 2020 auf den Markt bringen zu wollen.

Deutschland und Frankreich sind gegen Libra

Auch wenn die USA, Frankreich, Deutschland wie auch die Europäische Union schon signalisiert haben, dass man das Projekt „ablehne“, so scheint das für Facebook noch lange kein Grund zu sein, das Projekt zu beenden oder andere Wege einzuschlagen. So haben sich die Vertreter der Libra-Stiftung, die ihren Sitz in der Schweiz hat, Mitte September mit den Vertretern 26 Zentralbanken getroffen – darunter waren auch die Bank of England sowie die Federal Reserve.

Doch welche Motive werden von Facebook verfolgt? In erster Linie ist Facebook eine klassische Aufmerksamkeitsmaschine, die erst dann so richtig funktioniert, wenn die Nutzer auch mitspielen. Mit Libra, der hauseigenen digitalen Währung, ist Facebook in der Lage, die Nutzer direkt zu belohnen – mit einer digitalen Entlohnung ist es möglich, dass Facebook somit für Nutzer wie auch für die Werbewirtschaft weiterhin im Mittelpunkt bleibt. Das heißt, es geht um eine Art „Libra für Likes“-Projekt.

Doch die Deutschen und Franzosen sind sich hier einig, dass man Facebooks Kryptowährung nicht zulassen will. So wollen die beiden Staaten weiterhin die Hoheit über das Hauptzahlungsmittel für sich behalten.

Selbst die eigene Wallet wird zur Verfügung gestellt

Von Seiten Facebooks wird Libra als „globale Währung“ mit einer „finanziellen Infrastruktur“ beschrieben. Dabei handelt es sich um eine Kryptowährung. Libra existiert daher, genau wie der Bitcoin, nur digital; die Technologie hinter Libra ist die Blockchain. Dabei handelt es sich um ein digitales Kassenbuch: Jede einzelne Überweisung wird in Blockform abgelegt – es gibt keinerlei Hinweise, wer die Transaktion durchgeführt hat, sodass Sender wie Empfänger anonym bleiben können.

Zu beachten ist, dass man – wie auch bei anderen digitalen Währungen – eine Wallet benötigt. Dabei handelt es sich um das digitale Portemonnaie, in dem dann Libra gespeichert wird. Hier wurde von Facebook bereits ein eigenes Modell präsentiert – die Rede ist von Calibra, der hauseigenen Geldbörse. Calibra soll in den Facebook-Messenger wie auch in WhatsApp integriert werden; das heißt, Libra kann auch dann verwendet werden, obwohl man kein Konto auf Facebook hat.

Wer Libra haben möchte, muss hier – so der Plan – seinen Euro oder auch US Dollar umtauschen. Das soll dann entweder über Calibra oder auch über bestimmte Tauschbörsen im Internet funktionieren.

Kommt Libra – wie bereits angekündigt – 2020?

Facebook hat den offiziellen Start mit 2020 festgelegt. Bis zur Markteinführung sollen ausgewählte Entwickler die neue Währung ausprobieren. Zum Start soll Libra auch nur in bestimmten Ländern zur Verfügung stehen. Ob Libra schon von Anfang an in EU-Mitgliedsstaaten verfügbar sein wird, ist noch unklar. Der Widerstand, der vor allem von Deutschland und Frankreich kommt, ist ausgesprochen stark.

Beide Länder warnen hier nämlich vor nicht mehr kalkulierbaren Risiken. „Wir sind der Überzeugung, dass die Frage von Währungen immer in den Händen der Staaten bleiben muss“, so der deutsche und französische Finanzminister.

So hätten die Minister etwa dahingehend Bedenken, dass es hinsichtlich der Sicherheit zu nicht zu unterschätzenden Gefahren kommen würde – vor allem in den Bereichen Datenschutz, Geldwäsche oder auch im Bereich der Terrorismusfinanzierung. Auch Notenbanken wie Finanzaufsichtsbehörden haben sich bereits gegen das Libra-Projekt ausgesprochen.

Welche Auswirkungen wird Libra auf den Kryptomarkt haben?

Wer über Bitcoin Profit in den Kryptomarkt investiert hat, der weiß, dass die Diskussionen, die seit Monaten rund um Libra geführt werden, außerordentliche Auswirkungen gehabt haben. So war Libra eine Art Treibstoff für den Bitcoin, der von Januar bis Juni 2019 ein Plus von über 10.000 US Dollar verbuchen konnte – doch nachdem klar wurde, dass der Widerstand wächst und auch namhafte Mitgründer, wie PayPal oder Mastercard wie VISA, das Projekt verlassen haben, folgte der Absturz. Der Bitcoin rutschte dann von fast 14.000 US Dollar auf 7.500 US Dollar ab.

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