Alexander Trust, den 14. November 2015

Test: Magic Trackpad 2

Magic Trackpad 2
Magic Trackpad 2, Bild: Alexander Trust

Ende Oktober kaufte ich mir das Magic Trackpad 2 – erst dann, weil ich anfangs dachte, das Gerät würde mit meinem älteren iMac nicht funktionieren. So hatte es Apple zumindest beworben und damit unnötig einigen potenziellen Käufern den Hemmschuh angezogen. Doch wie hat sich das neue Trackpad im Test geschlagen, jetzt da mehr als zwei Wochen vorbei sind?

Eigentlich soll das Magic Trackpad 2 Bluetooth 4.0 benötigen, doch mein iMac aus 2011 mit Bluetooth 2.1 kommt mit dem Eingabegerät prima zurecht. Der einzige Wermutstropfen bei der Einrichtung ist, dass man das Gerät zunächst per Lightning-auf-USB-Kabel mit dem Mac verbinden muss, um es dann zu koppeln. Wer schon mal einen bluetooth-kompatiblen PlayStation-Controller am Mac benutzt hat, kennt das Prozedere. Dort funktioniert es genauso. Ist das Magic Trackpad 2 einmal gekoppelt, kann man das Kabel getrost abziehen.

Akku hält lange durch

Das habe auch ich getan, und also ist das Gerät bei mir seit Ende Oktober mit seiner ersten Akkuladung im Einsatz. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Testberichts sind es mehr als zwei Wochen vergangen, in denen ich fast durchgehend von Montag bis Sonntag täglich viele Stunden damit zugebracht habe. Trotzdem hat das Magic Trackpad 2 jetzt noch immer 30 Prozent Akkuladung und dass, obwohl ich über Nacht das Gerät nie ausgeschaltet habe. Ich bin positiv überrascht, angesichts der flachen Bauform, wenn man bedenkt, dass dadurch nur wenig Platz für den Akku bleibt. Wenn ich eine Prognose wagen müsste, dann wird mein Trackpad mit einer Akkuladung deutlich länger als drei Wochen aushalten, hat es doch jetzt schon 18 Tage geschafft. Nutzer, die es seltener verwenden, also nicht 10 bis 12, manchmal 14 Stunden täglich Bildschirmarbeit machen, dürften sogar einen Monat oder länger damit auskommen.

Verbesserte Ergonomie

Das alte Trackpad-Zubehör Apples nutzte zwei Batterien und musste diese irgendwo unterbringen. Entsprechend war die Bauhöhe eine andere und der Winkel, unter dem man es nutzen konnte ebenfalls. Der deutlich flachere Winkel und die niedrige Bauhöhe des neuen Magic Trackpad sind ergonomisch von Vorteil. Durch das neue Design hat das Magic Trackpad außerdem einen anderen Schwerpunkt und verrutscht nicht mehr auf dem Schreibtisch. Das konnte einem mit dem Vorgänger schneller mal passieren und nervte sehr.

Ebenfalls der Ergonomie zugute kommt die größere Fläche des Trackpads. Es passt in seinen Ausmaßen besser zu den großen Bildschirmen von heute, auch im Seitenverhältnis. Beim Vorgänger musste man, um an die Ränder zu kommen, entweder die Sensibilität des Mauszeigers enorm hoch einstellen, oder aber noch einmal ansetzen. Beides ist beim neuen Trackpad nicht mehr nötig. Da ich persönlich aber ein Multi-Monitor-Setup nutze, habe ich mich dennoch dazu entschieden, die Sensibilität höher einzurichten als es die Standard-Einstellungen vorgeben, um mit dem Mauszeiger die größere Fläche über mehrere Bildschirme hinweg schneller zurücklegen zu können.

Force Touch

Persönlich muss ich sagen, dass mir Force Touch an der Apple Watch besser gefällt als am Magic Trackpad. Da gehen die Meinungen aber auseinander. Denn der Kollege Keller hat sich, wie ich, privat, ebenfalls ein Magic Trackpad gekauft und findet die Funktion dort besser integriert als an der Apple Watch.
Was ich sagen kann ist, dass ich eine kurze Eingewöhnungsphase brauchte, um den Druckpunkt zu finden, mit dem ich Drag-and-drop hinbekomme, ohne eine Dateiaktion auszulösen. Das habe ich aber bereits am ersten Tag geschafft. Tatsächlich habe ich einfach „zu fest“ gedrückt, und damit bereits Force Touch ausgelöst, anstatt eines einfachen Klicks.
Darüber hinaus ist Force Touch aber deutlich schlechter in OS X integriert als auf der Apple Watch oder das neue 3D Touch beim iPhone 6s, zumindest außerhalb von Apples eigener Software. Das Umbenennen von Dateien und Ordnern, eine Vorschau von Dateien oder Kalendereinträgen oder das Naschlagen von Lexikon-Definitionen lassen sich prima damit erledigen. Apps von Drittherstellern nutzen das Trackpad jedoch deutlich weniger umfangreich und nur selten wirklich innovativ. Dabei macht Apple es Entwicklern vor. Die simple „Vorschau“-App kann man beispielsweise dazu verwenden, ein Dokument per Trackpad zu signieren, wahlweise mit dem Finger oder per Stylus. Das Trackpad reagiert auf unterschiedlichen Druck mit unterschiedlich dicker Strichstärke, entsprechend authentisch wirkt die Unterschrift.

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Pixelmator für Mac ist eine der wenigen Apps, die von Force Touch Gebrauch machen und zwar so, dass man mit mehr Druck die Pinselgröße beeinflusst. Wer dies in anderen Apps versucht nachzuahmen, wird nicht belohnt. Dafür könnte man auf die App Inklet von Ten One Design zurückgreifen, die das Trackpad in anderen Apps mitsamt der Drucksensitivität verfügbar macht. Diese App gab es jedoch schon vor der Einführung von Force-Touch-Trackpads und die Ergebnisse sind je nach Software mal besser, mal schlechter zu verwenden.

Fazit

Konnte mich das Magic Trackpad 2 im Test überzeugen? Ja. Aber das liegt vor allem daran, dass ich mit der Eingabemethode zufrieden bin und beispielsweise keine Ansprüche an die Integration von Force Touch stelle. Die ist in Apps von Drittherstellern nämlich viel zu oft nicht vorhanden.

Die Ergonomie des Magic Trackpad 2 ist prima, die Verarbeitung auch. Was aber ein weiteres Argument für Käufer sein wird, ist der Preis. Meiner Meinung nach ist das Magic Trackpad 2 mit 149 Euro nämlich zu teuer. Das Magic Trackpad 2 ist eine gute Weiterentwicklung des Vorgängers, doch wer das Trackpad nur hin und wieder nutzt, und nicht etwa als Maus-Ersatz verwendet, der muss nicht so viel Geld dafür ausgeben und sollte vielleicht auf ein Schnäppchen in irgendeiner Angebotsphase warten.


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