iAd: Adidas kündigt Millionenvertrag wegen Apples Kontrollwahn

Apples Werbeplattform iAd ist noch immer nicht richtig angelaufen, da springt ein Partner von einem großvolumigen Vertrag ab: Der Sportartikelhersteller Adidas ist von einer Vereinbarung über einen Werbevertrag in Höhe von zehn Millionen US-Dollar zurückgetreten.

Sprecher des Konzerns begründeten den Schritt mit dem Verlauf des Zulassungsverfahrens für die eingereichten mobilen Werbeprodukte. Das von der Herzogenauracher Sportfirma eingereichte „Kreativkonzept“ sei bisher bereits dreimal von Apple abgelehnt worden, nun ziehe man die Konsequenzen. Nach dem Rückzug des Modekonzerns Chanel wäre Adidas damit der zweite Weltkonzern, der Apples Werbeplattform den Laufpass gibt.

iAd ist nach den Problemen, die bis Anfang dieses Jahres immer wieder von App-Entwicklern im Zusammenhang mit dem Zulassungsverfahren im App Store geäußert worden waren, bereits die zweite Plattform von Apple, die durch undurchsichtige Kontroll- und Gutachtprozesse für Enttäuschung bei den Kunden und für Negativschlagzeilen sorgt.

Die Kritikpunkte beschränken sich dabei nicht auf fehlende Transparenz im Bezug auf Dauer und Ablehnungsgründe: Zudem kritisiert Adidas, dass nicht klar kommuniziert werde, wo genau in Apps die Werbeeinblendungen letztendlich auftauchen werden. Darüber hinaus dauere die Herstellung der iAds, die von Apple selbst vorgenommen wird, nicht wie angekündigt acht, sondern über zehn Wochen.

iAd war im April auf der Keynote zur Vorstellung von iOS 4 zum ersten Mal von Steve Jobs gezeigt worden. Die erneute Aufnahme in die WWDC-Keynote unterstrich, wie wichtig Apple die neue Werbeplattform ist. Eine Überarbeitung des Review-Prozesses, wie sie im App Store für Entwickler stattgefunden hat, scheint Apple hier aber auch geraten zu sein – zumindest, was die Maximierung des Gewinns für alle Beteiligten angeht.