rj, den 29. Juni 2010

Apfelsupport verwechselbar: Apple lässt Domain löschen

Bugsupport vs. Apple„Apfelsupport“: ein Dienst direkt von Apple? Unterlassungserklärung und Umbenennung wird von Apple wegen Verwechslungsgefahr gefordert, ebenso muss die Wortmarke sowie die zugehörige Domain apfelsupport.de gelöscht werden. Unter „Bugsupport“ geht beim so angegriffenen Unternehmen das Geschäft mit Apple-Firmenkunden nun weiter, und es bleibt die Frage, wie man als Apple-bezogener Dienstleister noch als Apple-bezogener Dienstleister erkennbar sein soll, wenn selbst ein Begriff wie „Apfelsupport“ in Augen Apples zu verwechslungsträchtig ist.

Für Apple spricht immerhin, dass die Unterlassungsaufforderung ohne Kostennote einging – trotz der Kritik an der Abmahnpraxis in Deutschland noch immer nicht selbstverständlich. Auch nicht bei Apple – eine weitere, heute bekannt gewordene Namensstreitigkeit mit der iPhone-Werkstatt ließ Apple kostenpflichtig bereinigen.

Trotzdem entstehen nun selbstredend Kosten für ehemals Apfelsupport, nun Bugsupport: der komplette Webauftritt inclusive Logo und CI musste schleunigst geändert werden, hinzu kommen eigene Rechsanwaltskosten. Eine modifizierte Unterlassungserklärung wird heute noch abgegeben, wie uns Till Heppner von Bugsupport berichtete. Weiter wird in den nächsten drei Tagen der – 2008 vom DPMA zugelassene – Wortmarkeneintrag von „Apfelsupport“ in den Klassen 9, 35 und 42 gelöscht. Ebensowenig darf die Domain weiter betrieben werden, und auch der Name selbst ist in Deutschland nun tabu – Skurrilität am Rande, da die Verwechslungsgefahr im deutschsprachigen Ausland ebenso gegeben wäre.

Ähnlich wie Till Heppner von Bugsupport werden viele andere Dienstleister aus dem Apple-Umfeld nun überlegen, wie man als solcher zu erkennen sein soll, wenn selbst ein Begriff wie „Apfel“ in Zusammenhang mit Apple-bezogenem Support und Dienstleistungen tabu sein soll. Ebensowenig nachvollziehbar, warum Apple gegen ausgerechnet die Akteure vorgeht, die überzeugte Apple-Nutzer, Distributoren und Unterstützer sind. Rat bzw. information von Apple selber gibt es diesbezüglich nicht – auf telefonische Nachfrage von Macnotes wurde uns mitgeteilt, dass Apple zu den Vorkängen leider keinerlei Kommentar abgeben könne.

Nicht deswegen, sondern weil es schlicht ein zu hohes rechtliches (und insbesondere finanzielles) Risiko ist, werden die wenigsten ihrerseits gegen einen solchen Kurs von Apple vorgehen. Im (Marken-)Recht mag Apple ja (vielleicht) sein, in der Sympathie seiner Ünterstützer wird das Unternehmen mit einem solchen Vorgehen nicht steigen. Zu guter Letzt die eingangs gestellte Frage: wie soll ein professioneller Dienstleister rund um Apple-Produkte noch als solcher erkennbar sein? Und liegt es tatsächlich im Interesse Apples, dass der Blick ins Branchenbuch immer mehr den Eindruck erweckt, dass in Sachen Apple-Firmeneinsatz Servicewüste herrscht?


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