E-Books für iPad: EPUB-Dateien für iBooks erstellen mit Stanza, calibre und eCub

iBooks ist der von Apple für das iPad entwickelte E-Reader, mit Hilfe dessen sich Bücher auf dem Apple-Tablet lesen lassen. Neben Inhalten aus dem eigenen Store können darin lediglich Bücher im EPUB-Format genutzt werden, normale Textdateien oder PDFs werden nicht unterstützt. Software wie Stanza, Calibre und eCub machen die Konvertierung in EPUB einfacher – aber was können sie?

Verschiedene Software steht für die Konvertierung der verschiedensten Textformate auf EPUB zur Verfügung. Sowohl .pdf, als auch .doc, .html, .rtf oder .txt lassen sich in EPUB-Dateien verwandeln, die Ergebnisse dabei sind aber teils ernüchternd, da Formatierungen, Grafiken und Tabellen nicht ohne weiteres konvertierbar sind. Getestet haben wir die Funktionalität der Anwendungen mit einem Standardwerk für iPad-Einsteiger, dem iPad-Handbuch, das Apple auf seiner Homepage als PDF anbietet. Synchronisieren lassen sich die erstellten EPUB-Files mit dem iPad, indem man sie in iTunes auf die Mediathek zieht und hinterher auf das iPad überspielt.

Stanza

Die wohl bekannteste Software zum Konvertieren ist Stanza. Die speziell für die Stanza-iPhone-App entwickelte Desktopanwendung erlaubt die Konvertierung von insgesamt 21 verschiedenen Dateitypen, darunter auch .doc, .html, .pdf und verschiedene alternative E-Book-Formate, in unterschiedliche Dateiformate, darunter auch das für das iPad benötigte EPUB. DRM unterstützt Stanza so gut wie gar nicht, lediglich eReader (.pdb) -Files können mit DRM genutzt werden. Das Konvertieren an sich ist simpel: Quelldatei einlesen bzw. Text aus der Zwischenablage einfügen, „Export Book as“ und das jeweils gewünschte Zielformat auswählen.

Auf Formatierungen muss man offenbar verzichten: Zumindest bei der direkten Konvertierung vom PDF mit Kapitelangaben und Bildern sind diese nicht mehr zu sehen. Dies hat Stanza allerdings mit allen sonstigen verfügbaren Tools gemeinsam. Bei einigen anderen Formaten sollen Kapitelangaben aber problemlos übertragbar sein: Dies gilt für E-Reader-Formate wie .epub, .azw (Kindle), MobiPocket und eReader.

Calibre

Empfehlenswert ist außerdem Calibre. Neben der reinen Konvertierung von Textdateien kann man mit Calibre auch seine E-Books verwalten, mit verschiedenen E-Readern (allerdings nicht mit dem iPad) synchronisieren und Nachrichtenfeeds in E-Books verwandeln. Es unterstützt ähnlich viele Dateiformate wie Stanza und konvertiert in verschiedene E-Book-Formate, darunter auch EPUB. Zuerst muss man die zu konvertierende Datei in die Bibliothek übertragen. Ein Klick auf „Bücher hinzufügen“ erlaubt den Import verschiedener Formate. Der Export läuft über die Schaltfläche „In E-Books umwandeln“. Dort kann man das jeweils gewünschte Dateiformat angeben, aber auch alternative Cover hochladen und Formatierungen anpassen.

Generell kann das Ergebnis optisch überzeugen, praktisch zeigen sich aber diverse Defizite: Das vermeintlich mit Textankern versehene Inhaltsverzeichnis führt beim Klick nicht auf die gewünschte Seite, man muss manuell weiterblättern. Auch die Anzeige der im PDF enthaltenen Bilder funktioniert nur rudimentär. Zudem kann Calibre nicht ohne weiteres mit Wasserzeichen umgehen – bei einem von uns getesteten PDF mit Wasserzeichen auf jeder Seite wurde dieses am Ende jeder Seite angehängt, was aus einer Seite schnell mal zwei macht und damit das Gesamtdokument unnötig erweitert. Dennoch ist Calibre auf Grund seiner Anpassungsmöglichkeiten einen Blick wert.

eCub

Zu guter Letzt gibt es auch noch eCub. Es war mit etwas Abstand der schlechteste von uns getestete Converter. eCub verwandelt bestehende Dokumente mit wenigen Klicks in EPUB-Dateien. Die Nutzeroberfläche selbst ist recht schlicht gehalten, einfach zu bedienen ist sie deswegen aber noch lange nicht. Ebenso wie Stanza und Calibre kann eCub Textdateien, PDFs und HTML-Files in .epub-Format, aber auch in MobiPocket (z. B. für PDA und Amazon Kindle) umwandeln. Nach dem Start der Anwendung legt man ein Projekt an, das mit den nötigsten Informationen wie Titel, Autor, Jahreszahl und ISBN versorgt werden kann. Danach entscheidet man, ob man ein leeres Projekt erstellen will, oder direkt einen Ordner mit Dateien für die Erstellung nutzen möchte.

Man kann die EPUB-Dateien auch auf Basis älterer EPUB-Files erstellen, falls gewünscht. Im nächsten Schritt folgt die Auswahl eines Buchcovers, das dann auf dem jeweiligen Reader (in unserem Fall auf dem iPad) in der Medienverwaltung angezeigt wird. Auch eCub scheitert bei dem Versuch, aus einem bestehenden PDF mit Kapitelmarkern, Bildern und sonstigen Medieninhalten ein funktionierendes E-Book zu machen – würde man jedes Kapitel des iPad-Manuals einzeln in Textdateien stecken, könnte man diese aber mit einem Inhaltsverzeichnis versehen. In der Handhabung zeigt sich eCub wenig intuitiv, zumindest was den Import mancher Dateiformate angeht. So erweckt die Anwendung den Eindruck, man könne lediglich .txt- sowie verschiedene html-Files importieren, tatsächlich liest es aber auch Nur-Text-PDFs problemlos ein.

EPUB im Web erstellen: epub2go

Neben Desktoplösungen gibt es auch noch verschiedene Web-Oberflächen, mit denen man Textdateien in EPUB umwandeln kann. Dazu gehört epub2go, das aus PDFs direkt ein EPUB-File macht. Es hat für hiesige Nutzer allerdings einen großen Nachteil: epub2go unterstützt keine Nicht-englischen Texte, ist also nur für anglophile iPad-Besitzer eine Alternative, die einfache PDF-Dokumente in von iBooks lesbare Daten umwandeln wollen.

EPUB-Konvertierung: Eine Kunst für sich

Ein generelles Fazit ist, dass das Erstellen anständig les- und benutzbarer E-Books für das iPad kein leichtes Unterfangen ist. Unabhängig davon, für welche Software man sich am Ende entscheidet, muss man damit zurechtkommen, dass vorhandene Formatierungen der Ursprungsdateien meist nicht übernommen werden. Will man aber reinen Text in ein mit iBooks nutzbares Format bringen, steht dem nichts entgegen – diese Aufgabe erfüllen alle Softwarelösungen. Mit einer größeren Verbreitung des iPad ist es denkbar, dass weitere Programme verfügbar werden, die die Konvertierung verschiedener Text- und Dateiformate für das iPad noch einfacher und funktionaler machen. Bei den von uns getesteten Softwarelösungen ist außerdem noch Luft nach oben: Calibre ist derzeit in Version 0.6.53 verfügbar und sicher noch nicht am Ende der Entwicklung.

Es wäre dennoch wünschenswert, wenn Apple die Kompatibilität zu den eigentlichen Standardformaten herstellen würde. PDF sowie einige weitere Formate sind bereits jetzt auf iPhone, iPod touch und iPad lesbar, aber eben nicht in iBooks integrierbar.

PDF auf dem iPad nutzen

Als Alternative können wir GoodReader für iPad empfehlen. Damit können PDF- und TXT-Files, aber auch verschiedene Office-Formate, iWork-Dokumente sowie HTML und Safari-Webarchive auf dem iPad gelesen werden. Die Dateien können via WiFi vom Desktop, per Mail, aber auch via MobileMe iDisk, GoogleDocs und anderen Diensten übertragen werden.

Mehr über kg:

Erst Atari-Besitzer, dann ab Mitte der Neunziger Apple-User, angefangen mit einem Performa 5200, jetzt MacBook-Nutzerin.

Metadaten
  • Geschrieben am: 18. Mai 2010
  • Zuletzt aktualisiert am: 6. März 2021
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