Apple hat keine iPad-Werbepartner nötig

An sich logisch: wenn eh alle drüber schreiben, warum noch für Werbung bezahlen? Die Buzzmaschine Apples zahlt sich auch in klingender Münze aus, wenn man einfach iPad-Werbung über Affiliatepartner nicht mehr vergütet. Die Ankündigung an die Werbepartner rief naturgemäß einige Frustration hervor - dickere Enden könnten aber noch folgen, da Apple auch den Begriff "iPad" in den Domainnamen seiner Werbepartner nicht sehen will.

iPad

Über einen der Apple-Affiliatevermarkter erging der Hinweis an Werbetreibende, dass Apple keinerlei Provisionen für iPad-Werbung ausschütte und diese Werbung auch nicht wünsche. In der Mail, die uns vorliegt, heißt es wörtlich:

„Wir möchten Sie außerdem bitten, jegliche Werbung für das iPad auf Ihren Websites zu unterlassen. Das iPad wird in allen Verkaufszahlen hinsichtlich der Berechnung von Gebühren oder Provisionen nicht berücksichtigt.“

Wenn die Apple-Fansites und -blogs ihre Schuldigkeit getan haben, d.h. die Mainstreammedien auf den werbewirksamen Applekult aufgesprungen sind, muss man auch keine Vergütungen mehr für die erwartbar hohen Umsätze des iPad ausschütten – so erscheint einem die Apple-Strategie auf den ersten Blick, wenn man bedenkt, dass nach Rekord-Verkaufszahlen zum iPad-Launch nun auch der Rekord in Sachen „Verkaufsdauer bis zur ersten Milliarde Produktumsatz“ gerissen werden will. Die schlechten Jahre sind vorbei, was will man mit den Hardcore-Fansites, die auch damals zu Apple standen.

Reinen Egoismus unterstellen darf man Apple indes nicht: zum einen ist die Versorgungslage an der iPad-Verkaufsfront auch vor dem anstehenden internationalen Produktlaunch recht angespannt. Aber auch ein weiterer Aspekt könnte eine Rolle spielen im jüngsten Affront des zuletzt sehr häufig als arrogant (bzw. arroganter als sonst) agierenden Unternehmens. Man sorgt sich offenbar um den Markenschutz des Tablet-Namens.

Tatsächlich sind zahlreiche Domains mit dem enthaltenen Begriff „iPad“ angemeldet worden, was bei Apple für mehr Ärger sorgen könnte, als man denkt: denn neben dem Werbeeffekt wird man in Cupertino möglicherweise auch eine Aufweichung der eigenen Markenmacht befürchten. Weswegen den Werbepartnern entsprechende Domains prophylaktisch schon einmal untersagt werden – das Anschreiben an die Partner endet damit, dass man

„…Partnern und Publishern in keinem Fall erlaubt, die Apple iPad Marke oder das Apple iPad Bild in jeglicher Form in einem Markennamen oder Domainnamen zu verwenden, egal ob alleinstehend oder in Kombination mit anderen Begriffen.“

Immerhin, berichten darf man noch drüber.