Verleger wollen gegen Apples „No Nipple-Policy“ klagen – Pressefreiheit in Frage gestellt

Die International Federation of the Periodical Press, kurz FIPP, wurde vom Verband Deutscher Zeitungsverleger gebeten, eine Klage gegen Apple in Betracht zu ziehen. Der Anklagepunkt: Apple störe mit der Zensur der Springer-Apps die Pressefreiheit.

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Als die BILD-App erschien, zeigte sich das dort ebenfalls verfügbare Bild-Girl eher zurückhaltend. Während im Print barbusige Damen zu sehen waren, gab es die Mädchen innerhalb der App maximal in Bikini zu sehen. Im App Store herrscht die Vorgabe, dass in Apps keine Nacktinhalte enthalten sein dürfen – auch nicht in Veröffentlichungen von Printmedien. Dies hatte seinerzeit auch dazu geführt, dass die Stern-App auf Grund einer in der App erreichbaren Erotik-Galerie zwischenzeitlich nicht mehr verfügbar war.

Schon im Februar verurteilte Michael Konken, Chef des Deutschen Journalistenverbandes, diese Beschränkungen: „Da wird in die Berichterstattung eingegriffen, das darf nicht sein. Das kann man sogar als Zensur bezeichnen.“ Auch beim Verband deutscher Zeitschriftenverleger VDZ sah man dies ähnlich und sah die Pressefreiheit in Gefahr. So ließ Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Verbandes, verlauten:

„Wir können und werden als Verlage unsere Seele nicht verkaufen, nur um ein paar Kröten von Apple zu bekommen. Heute passen dem Konzern nur nackte Brüste und andere angeblich sexistische Inhalte nicht, und morgen sind es wichtige gesellschaftliche und politische Themen, die den Verantwortlichen von Apple missfallen. Das ist Zensur und davor müssen wir uns schützen.“
Wolfgang Fürstner

Apples sogenannte „No Nipples“-Policy betrifft dabei vor allem den amerikanischen Markt, alle anderen Länder müssen sich diesen Bedingungen dennoch fügen. Bei der FIPP überprüft man derzeit die Beschwerde, die in der letzten Woche vom VDZ eingereicht wurde, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.