BILD: iPhone-App des Axel Springer-Verlags macht Boulevardthemen mobil

Die BILD-iPhone-App ist ab sofort im App Store verfügbar und liefert die Nachrichten aus dem Hause Axel Springer in einer mobil-optimierten Version auf iPhone und iPod touch.

BILD-App Abokosten, Screenshot

Im ersten Monat der Benutzung kann man über die BILD-App nicht nur das Web-Angebot von bild.de absurfen, sondern auch die digitalisierte Version der regulären Printausgabe lesen. Die Nutzung der App wird allerdings in Zukunft teurer: Für 1,59€ bekommt man alle Webinhalte innerhalb der App, für 3,99€ steht außerdem das digitalisierte Print-Abo zur Verfügung. Beides wird über einen In-App-Kauf abgerechnet. Der Hinweis auf die im Januar kommenden Abokosten fehlt in der Beschreibung im App Store übrigens völlig, lediglich bei BILD selbst wird darauf hingewiesen.

Die Startansicht liefert die BILD-Startseite aus, gewohnt stark bebildert, allerdings in iPhone-tauglicher Form gestaltet. Über das Einstellungsmenü lässt sich festlegen, welche Themen man lesen will: Wer z. B. keine Lust auf Fußballthemen hat, kann diese recht einfach ausblenden. Ebenfalls kann man bestimmen, wie viele Newsmeldungen aus den jeweiligen Bereichen angezeigt werden sollen.

Neben den Textinhalten stehen unter iBILD-View auch klassische Foto-Klickstrecken sowie an anderer Stelle das „BILD-Girl zum Schütteln“ zur Verfügung. Das Konzept des iPhone-Girls ist einfach: Durch jedes Schütteln wird das Mädchen eines Kleidungsstücks entledigt.

Wie viele andere Apps bietet auch die BILD-App eine Push-Option, mit Hilfe derer man sich auf aktuelle Nachrichten aus den jeweils gewählten Ressorts hinweisen lassen kann.

Außerdem gibt es den Bereich für 1414, die Abteilung für Artikel, Fotos und Videos, in dem Leserreporter ihre Inhalte einreichen können. Ähnlich wie auf der Website sollte man damit aber vorsichtig sein: Lädt man Bilder oder Videos hoch, tritt man seine Rechte zur Veröffentlichung an die Axel Springer-AG ab und muss auch damit rechnen, dass die Inhalte an andere Medien weiterverkauft wird.

Etwas versteckt, aber doch in den Menüeinstellungen zu finden ist der Hinweis auf die Datenschutzrichtlinien der App. Bei der Nutzung werden Informationen wie die UDID sowie IMEI des Geräts gespeichert, außerdem werden Tracking- und Nutzungsdaten gespeichert und an die Springer-Server übertragen. Dies geschieht angeblich zur Qualitätsverbesserung: „Der Einsatz von „Web-Track“ ermöglicht uns eine Analyse Ihres Nutzungsverhaltens. Hierdurch können wir die „BILD App“ individuell an Ihre Wünsche anpassen.“ Die Daten werden nicht personenbezogen erhoben, dennoch muss man dies im Hinterkopf behalten, wenn man sich durch die Beiträge klickt.

Ganz ohne ein gewisses Fünkchen Selbstkritik kommt die BILD-App nicht aus: Mit dem „SchLACHzeil-oMat“ lassen sich aus einem Bestand unterschiedlicher Wortbausteine Bild-Schlagzeilen zusammenwürfeln. Offenbar ist man sich bei Springer doch auch bewusst, dass die Überschriften mitunter etwas beliebig zusammengesetzt werden – dass das BILDblog mit dem Schlagzeilomat exakt dieses Konzept allerdings schon vor einer ganzen Weile umgesetzt hat, dürfte den wenigsten Nutzern bekannt sein.

Über den Inhalt der BILD kann man sich streiten, technisch ist die BILD-App aber überraschend gut gemacht, läuft stabil und ist vor allem übersichtlich gestaltet. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, sich seine persönliche „Seite 1“ selbst gestalten zu können, indem man nach bestimmten Themen filtern kann.

Für 1,59€ ist das Abo mit den Webinhalten allerdings recht kostspielig, bedenkt man die Tatsache, dass man die Webinhalte ansonsten kostenlos bekommt. Ein deutlicher Vorteil gegenüber der normalen Seite ist aber ganz klar die relative Werbefreiheit: Wo sonst überall Anzeigen blinken, hat man in der iPhone-App einen ungestörten Blick auf den Content.

Wer regelmäßiger BILD-Leser ist und ansonsten ohnehin jeden Tag die Ausgabe kauft, für den ist das 3,99€-Abo kein schlechter Kompromiss, vor allem im Vergleich zum Preis der Print-Version.

Die aktuelle „Testversion“ ist für 79 Cent im App Store zu haben.