Doubletwist: Update der iTunes-Alternative bringt amazon mp3-Integration

DoubleTwist, Screenshot

Embrace Choice: nach der aggressiven Ankündigung, mit der aktuellen DoubleTwist-Version quasi Apples Erbe anzutreten, enttäuscht das Ergebnis. Die gestern erschienene 1.09b-Version von DoubleTwist soll als das „bessere iTunes“ für Wahlfreiheit, Userfreundlichkeit und das Überwinden von System- und Formatgrenzen stehen und optimalerweise alle Medien auf allen verwendeten Geräten gleichermaßen spielen. Statt dem Mediencenter schlechthin kam eine Amazon mp3-Shopintegration.

DoubleTwist-Entwickler „DVD-Jon“ Jon Lech Johansen plant mit DoubleTwist das verteilte Mediencenter der Zukunft – Apples Bedienungsfreundlichkeit, dazu Unterstützung zahlreicher Peripheriegeräte und Gadgets, fortgeschrittene Medienverwaltung on- wie offline, Buddysystem und insbesondere das Handling aller gängigen Dateiformate und Codecs. Der Start war vielversprechend, die jüngsten Ankündigungen vollmundig, allein, die neue Version enttäuscht. Spannende Buddy- und Filesharingfunktionen gab es von Anfang an, ein paar nette weitere Features folgten, am iTunes-Style der Applikation hielt man ebenso vom Launch an fest, der Rest der interessanten Funktionen lässt weiter auf sich warten.

Konkret fällt bei der aktuell erschienenen DoubleTwist-Version zweierlei ins Auge: das iPhone wird immer noch nicht unterstützt, stattdessen gibt es eine Integration des Amazon-MP3-Shops. Auf den zweiten Blick wird es noch schlimmer, denn bei dem stellt sich heraus, dass die Amazon-Integration – vermutlich als deutschland-spezifisches Problem – nicht funktioniert.

Richtig viel mehr als die früher getestete Version von Doubletwist kann das Programm nicht – und schaut man sich die Amazon-Integration an, hat man den Eindruck, dass sich daran auch nicht viel ändert. Der Look des iTunes-Store wurde bemerkenswert genau adaptiert. Dass man dabei alle Mängel des Apple-Musikstores – insbesondere die fehlenden „Browserfeatures“ wie Tabs oder eine vernünftige History – gnadenlos kopiert hat, aber keinen wirklichen Mehrwert bietet, sagt leider viel aus. MP3s shoppen ist auf Amazons Homepage einfacher und angenehmer, Apple-Look hin oder her.

Solang die umfassende Integration der Geräte und Medien das iPhone außen vor lässt, wird das Mac-Lager DoubleTwist weiter links liegen lassen. Zurecht – trotzdem schade, denn einige Nutzer würde eine Ausbruchsmöglichkeit aus der iTunes-Monokultur auf dem Mac durchaus interessieren.

Mehr über rj:

Berufsbedingt auf iPhone und Macbook Pro gewechselt und pflegt seitdem ein stetig wachsendes Faible fürs iPhone wie auch eine gewisse Distanz zum Macbook. Nutzt ungeniert auch Linux und Windows, was ihn nicht davor schützt, gelegentlich Fanboy geschimpft zu werden.

Metadaten
  • Geschrieben am: 7. Oktober 2009
  • Zuletzt aktualisiert am: 3. März 2021
  • Wörter: 311
  • Zeichen: 2511
  • Lesezeit: 1 Minuten 21 Sekunden