mz, den 5. Oktober 2009

iPhone-Feedreader: Die besten RSS-Apps im Vergleich

Wer einmal damit begonnen hat, seine Nachrichten als RSS-Feeds zu abonnieren, um sie dann gebündelt abrufen und lesen zu können, wird sich nach einiger Zeit fragen, wie es vorher überhaupt möglich war, auf dem Laufenden zu bleiben. Es gibt verschiedene native Feedreader für den Mac und seit man seine Feeds sogar synchronisieren kann, lassen sich alle News auch auf dem iPhone mitnehmen. Wir stellen euch vier wirklich gute RSS-Apps für das iPhone vor.

Mit dem kostenlosen Dienst Google Reader, der in den Googlemail-Account integriert ist, gibt es eine weit verbreitete Möglichkeit, seine Feeds online zu lesen. Sofern man eine passende Desktop-App wie NetNewsWire oder Vienna benutzt, lassen sich die Feeds auch mit dem Mac synchronisieren. Es gibt aber auch Apps fürs iPhone, die mit Google Reader synchronisieren, so dass auf dem Mac bereits gelesene Artikel im iPhone nicht mehr als neu gekenzeichnet werden. Alle im Folgenden vorgestellten Feedreader unterstützen Google Reader und haben Vor- und Nachteile. Der Vergleichstest ist nicht als Rangliste zu verstehen, da jeder persönliche Vorlieben hat und daher nicht pauschal gesagt werden kann, welche die „beste“ App ist. Der Vergleich soll lediglich die verschiedenen Funktionen herausstellen und bei der Entscheidung für die richtige App helfen.
 

MobileRSS

MobileRSS von NibiruTech bietet eine sehr übersichtliche Oberfläche ohne große Schnörkel. Es werden nach Wunsch alle neuen Artikel auf einmal angezeigt, oder – sofern man welche angelegt hat – alle Nachrichten einer Gruppe. In der jeweiligen Übersicht müssen nicht alle neuen Objekte einzeln durchgeklickt werden, sondern man kann alle auf einmal als gelesen markieren.
Etwas umständlich: Hierfür sind zwei Fingertipps notwendig, obwohl man nach dem ersten nur die Wahl hat zwischen „alle als gelesen markieren“ oder „abbrechen“.

Die einzelnen Artikel werden samt ihrer angehängten Bilder angezeigt und können im app-eigenen Browser auch direkt im Original betrachtet werden. Dazu finden sich am unteren Displayrand Schaltflächen, um dem Artikel eine Notiz hinzuzufügen, ihn in Safari zu öffnen, ihn als Favorit zu markieren, in die Liste „Shared Items“ aufzunehmen (diese Artikel werden dann auf der öffentlichen Seite des Google Reader-Accounts angezeigt) oder gar per Mail oder über Twitter zu verbreiten. Außerdem können Artikel für die Offline-Lektüre in Instapaper gespeichert werden. Leider lassen sich in der App keine neuen Feeds hinzufügen oder entfernen, was ab und zu durchaus nützlich sein könnte. Eine Queransicht fehlt auch.

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MobileRSS ist für 2,39€ im App Store erhältlich.

 

NetNewsWire für iPhone

NetNewsWire für iPhone war lange Zeit die einzige Alternative für alle, die auch auf dem Mac NetNewsWire(NNW) für ihre Feeds benutzt haben. Der herstellereigene Synchronisationsdienst NewsGator bot vor der Google Reader-Ära die gleiche Funktionalität an, die jetzt das Feeds-Lesen so vereinfacht. Allerdings wurde dieser Dienst ein- und die Desktop-App auf Google Reader umgestellt, während die passende iPhone-App kein Update erhielt. Damit war die Synchronisation futsch. Erst Ende September folgte dann die neue Version, die nun ebenfalls Google Reader nutzt und perfekt mit ihrem Desktop-Pendant zusammenarbeitet.

Dabei wurde nicht nur das Icon überarbeitet: die App wurde von Grund auf neu geschrieben und bietet einen sehr dezenten, eleganten Look und alle Funktionen, die man unterwegs braucht, um keine Nachricht zu verpassen. Die Gruppen werden übernommen, wie sie in NNW für Mac angezeigt werden und mit einem Fingertipp lassen sich alle neuen Objekte gleicher Herkunft als gelesen markieren. Einzelne Artikel lassen sich mit einem Stern versehen, damit sie später auf dem Mac leichter wieder zu finden sind. Eine kleine „Unebenheit“: In der iPhone-App heißen diese Artikel dann „starred items“, während die Desktopversion sie später als „flagged items“ anzeigt. Dies soll aber in einer der nächsten Versionen angepasst werden. Man erkennt dabei allerdings im jeweiligen Artikel nicht, ob man ihn mit einem Stern belohnt hat, denn dieser leuchtet nur beim Antippen einmal kurz auf und sieht sonst immer gleich aus.

In der Artikelansicht gibt es außerdem Möglichkeiten, den Artikel per E-Mail oder Twitter zu verschicken, mit Instapaper für die spätere Lektüre zu speichert oder direkt in Safari zu öffnen. Auch im Querformat lassen sich die Nachrichten lesen. Feeds hinzufügen oder löschen kann man mit NNW nicht, dafür aber kann man in der App unter allen Feeds diejenigen ausblenden, die man vielleicht unterwegs nicht lesen will, so dass man an Übersicht gewinnt.

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NetNewsWire kostet in der Premium-Version zurzeit 1,59€. Eine kostenlose Alternative mit Werbeeinblendungen gibt es auch.
 

Byline

Byline kann vor allem durch sein konsequentes und schönes Design überzeugen, alles wirkt wie aus einem Guss. In einer gut lesbaren Übersicht werden die Gruppen zu Beginn aufgelistet, einzelne Feeds lassen sich allerdings nicht auswählen, sondern werden in einer Übersicht untereinander angezeigt. Diese Vorgehensweise ist unter den von uns getesteten RSS-Apps einzigartig und sicher gewöhnungsbedürftig. Einerseits kann man sich so die Lieblingsfeeds schnell heraussuchen, andererseits spart man sich so einige Fingertipps, wenn man ohnehin alle Artikel lesen möchte.

Die im iPhone OS möglichen grafischen Effekte werden dabei von der App sehr schön genutzt; so bleibt der Titel des aktuellen Feeds so lang am oberen Rand stehen, bis man den nächsten erreicht hat. Dann schiebt die neue Überschrift den alten Titel nach oben heraus. Ein zusätzlicher Button in der rechten oberen Ecke der Artikelübersicht macht es zudem möglich, die Einteilung in Feeds aufzuheben und einfach alle Artikel der Gruppe nach Erscheinungszeit zu sortieren. Wahlweise zeigt Byline auch die ältesten Artikel zuerst an.
Am unteren Rand finden sich in der Artikelansicht dann wieder die Optionsschaltflächen: Betrachten im eingebauten Browser, Öffnen in Safari/ per E-Mail verschicken, Stern hinzufügen, in die Sharing-Liste aufnehmen und eine Notiz hinzufügen.

Byline bietet keine Twitter- oder Instapaper-Integration, ermöglicht allerdings die Betrachtung der Feeds auch im Querformat, die sich sogar abschalten lässt. Darüber hinaus werden alle abgerufenen Artikel (je nach Einstellung zwischen 25 und 200 Stück) in den Zwischenspeicher geladen und können auch ohne Instapaper offline gelesen werden. Dieses Feature lässt sich ebenso wie der Bilderdownload zudem auf WLAN-Konnektivität beschränken, so dass Byline echten Mehrwert für diejenigen bietet, die keine Datenflatrate zur Verfügung haben. Feeds hinzufügen oder entfernen kann man in der iPhone-App dabei nicht.

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Byline kostet im App-Store 2,99€.
 

Newsstand

Newsstand von OMZ Software ist der RSS-Reader mit den meisten Features. In der Startansicht sind die Feedgruppen übersichtlich aufgelistet und die kleinen Etiketten an den Seiten zeigen schön animiert während der Synchronisation die Zahl der neuen Artikel an. Dabei kann der Nutzer zwischen 4 Themes auswählen, die die Farbgebung und Schriftgröße innerhalb der ganzen App verändern. In unseren Screenshots ist das schwarze Theme mit Hintergrund in Holz-Optik zu sehen.

In der linken oberen Ecke steht ein Fragezeichen bereit, dem Nutzer Tipps zu den Funktionen der App zu geben, während sich in der rechten Ecke eine Schaltfläche mit Namen „Bearbeiten“ befindet. Damit lassen sich in der Gruppenansicht neue Gruppen hinzufügen oder vorhandene löschen, in der Feedansicht innerhalb der Gruppen kann man einzelne Feeds hinzufügen oder entfernen. Diese werden dann entsprechend auch aus Google Reader gelöscht, so dass man die volle Kontrolle hat. Wer neue Feeds abonnieren möchte, bekommt nach Wunsch gleich eine alphabetisch nach Themen geordnete Liste mit unzähligen Adressen angezeigt. Wenn man bereits weiß, was man möchte, lässt sich die URL aber auch direkt eintippen. Wer nicht synchronisiert, kann über eine OPML-Datei seine Feedliste vom Mac importieren und sogar verschiedene Twitter Feeds oder Delicio.us-Bookmarks lassen sich mit einem Fingertipp hinzufügen.

In der Mitte der Feedliste befindet sich ein kleiner Button, der zu einem ganz besonderen Schmankerl führt: Wie an einem richtigen Zeitungsstand werden immer zwei Artikel untereinander als Zeitungen angezeigt, der Stand lässt sich durch einen Fingerstreich in beide Richtungen zu den nächsten Artikeln umdrehen. Ein wirklich hübsches Gimmick, das zeigt, wie liebevoll designt iPhone-Apps sein können – auch wenn in diesem Fall die Übersichtlichkeit darunter leidet.

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Newsstand bietet umfangreiche Optionen für den Umgang mit einzelnen Artikeln an: Man kann den Artikel im integrierten Browser oder in Safari öffnen, mit einem Stern als Favorit kennzeichnen, die Artikel-URL kopieren oder direkt per Twitter oder E-Mail versenden. Darüber hinaus speichert die App den Artikel auf Wunsch in Instapaper, auf Delicio.us oder ReadItLater.

Doch damit nicht genug: Für jeden einzelnen Feed lassen sich der Download von Bildern und eine eventuell benötigte Passwortabfrage einzeln konfigurieren, der Feed kann in eine andere Gruppe bewegt, temporär deaktiviert oder gleich ganz gelöscht werden. Und all das ist sogar möglich, ohne dass eine sichtbar vollgestopfte und unübersichtliche App dabei herausgekommen wäre. Die Einstellungen befinden sich indes sogar innerhalb der App – bei allen anderen getesteten RSS-Readern muss der Nutzer zuerst die iPhone-Einstellungen aufrufen und dann dort die jeweiligen App-Settings aufrufen.

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Newsstand ist schön, voll mit nützlichen Funktionen, individuell konfigurierbar und kostet im App-Store 3,99€


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