Test: Navigon MobileNavigator für iPhone

Mit dem iPhone OS 3.0 machte Apple den Weg für sogenannte Turn by Turn Navigationslösungen auf dem iPhone frei. Zwar beherrscht die Maps-Applikation auch Routenplanung, schaltet aber nicht automatisch weiter, sobald man einen Wegpunkt passiert hat.

Navigon - Screenshot

Zwar wurde der Marktführer bei Navigationslösungen Tom Tom bei der Vorstellung des iPhone OS 3.0 von Apple promotet, allerdings war es die Firma Navigon mit ihrem Navigator, die die erste Navigationslösung für das iPhone präsentierten.

In Sachen Navigation ist die Firma Navigon nicht unbekannt und hat neben voll ausgestatteten Navigationsgeräten auch entsprechende Lösungen für Symbian- und Windows-Mobile-Geräte im Portefolio. In den letzten Wochen haben wir uns deshalb den Weg vom Navigon Navigator zeigen lassen und sagen euch in unserem Test, ob wir dabei auf dem richtigen Weg geblieben sind.

Inbetriebnahme

Vor den ersten Ausflug mit dem iPhone als Navigationsgerät hat der Herr den Download der Software aus dem App Store gesetzt. Die von uns getestete Europa-Version 1.1 mit Karten für 40 Länder schlägt mit knapp 1,6GB zu Buche. Wer dieses Paket anschließend auf seinem iPhone installieren möchte, der muss mindestens 3,5GB freien Speicher auf seinem iPhone haben, denn sonst wird die Installation mit einem Fehler abgebrochen.

Auf Nachfrage bei Navigon bestätigte man uns dieses Problem, hatte aber auch keine Lösung parat. So blieb bis zum Schluss unklar, ob das Problem bei Apple oder bei Navigon zu suchen ist. Hat man den Navigator installiert, kann man anschließend jedenfalls problemlos wieder den Speicher des iPhones bis zum Rand füllen.

Auf geht’s

Der Start der Applikation dauert mit knapp 20 Sekunden recht lange. Danach präsentiert sich das Programm mit vier Knöpfen über die sich die Basisfunktionen abrufen lassen. Hier kann man eine Adresse eingeben oder aus der Liste von interessante Punkten ein Navigationsziel auswählen. Die Take-Me-Home-Funktion ermittelt vom aktuellen Standpunkt aus die Route nach Hause. Mit der Kartenfunktion kann man sich die aktuelle Umgebung anschauen.

Neben der direkten Eingabe eines Zielpunktes bietet der Navigator noch weitere Möglichkeiten. Häufig angefahrene Zielpunkte lassen sich als Favoriten abspeichern und über die Tabbar der Applikation auswählen. Genauso lässt sich eine Adresse aus dem iPhone-Adressbuch auswählen. Zudem speichert der Navigator die zuletzt angefahrenen Zielpunkte.

Wer nicht nur von A nach B möchte, der wählt die Routen-Funktion. Hier lassen sich unterschiedliche Wegpunkte zu einer Route, z. B. für eine Rundreise, kombinieren.

Um erfolgreich navigieren zu können, benötigt der Navigator zwingend GPS-Empfang. Dafür reicht ein Platz auf dem Armaturenbrett durchaus aus, allerdings muss man dann auch die Anschaffung einer geeigneten Halterung von vorn herein mit einplanen. Bei Fahrzeugen mit größeren Schiebedächern reicht es teilweise sogar das iPhone für ausreichenden GPS-Empfang auf dem Beifahrersitz liegen zu haben.

Unterwegs

Hat man das Ziel eingegeben, dann berechnet der Navigator innerhalb weniger Sekunden die Route und man kann starten. Die Ansagen sind präzise allerdings ist der im iPhone eingebaute Lautsprecher ab Tempo 130 nicht mehr laut genug, um gegen die Fahrgeräusche anzukommen. Hier wird also ein geeignetes Freisprechsystem benötigt. Gestört hat uns zudem, dass die Sprachausgabe auf die Spracheinstellungen des iPhones festgelegt ist und sich nicht unabhängig davon auf eine andere Landessprache umstellen lässt.

Die Darstellung der 3D-Karten erfolgt sowohl im Hoch- als auch im Querformat. Bei mehrspurigen Abzweigungen z. B. auf Autobahnen hilft eine wirklichkeitsnahe Darstellung der Spuren inklusive Straßenschildern auf die richtige Spur zu finden.

Die Zielführung erfolgte bis auf einen Fall, wo der von der Applikation ermittelte Zielpunkt knapp hundert Meter neben dem wirklichen lag, immer korrekt. Absichtliches falsches Abbiegen veranlasst eine sofortige Neuberechnung der Route, um wieder zum Zielpunkt zu gelangen. Dabei fiel uns auf, dass bei kurz hintereinander folgenden Wegpunkten die Anweisungen oft recht knapp, teilweise erst beim Erreichen der Kreuzung, von der Applikation kommen.

Wer längere Touren mit dem iPhone als Navigationsgerät plant sollte unterwegs für eine ausreichende Stromversorgung sorgen. Die permanente Positionsbestimmung fordert ihren Tribut und nach knapp 2 Stunden ist Schicht im Schacht.

Karten-Updates und Ergänzungen

Dedizierte Karten-Updates gibt es für den Navigon Navigator nicht. Karten-Updates gibt es nur im Rahmen von kompletten Programmupdates. Des Weiteren ist es nicht möglich (z. B. über In-App-Purchase) weiteres Kartenmaterial dazu zu kaufen. Das wäre praktisch, wenn man bereits die Regionalversion des Programms besitzt und nur spezielle Karten eines weiteren Landes benötigt.

Fazit

Der Navigon Navigator hat uns in unserem Test mit seinen Funktionen überzeugt. Die mangelnde Lautstärke bei höheren Geschwindigkeiten kann man dem Navigator nicht anlasten, da das iPhone einfach nicht mehr hergibt. Um die Sicherheit beim Fahren nicht zu gefährden, sollte das iPhone gut sichtbar platziert werden. Daher kommt man um die Anschaffung einer geeigneten Halterung nicht herum, die zusätzlich zum Preis für die Software zu Buche schlägt.

Hier wären wir auch beim Kritikpunkt: Der Preis von momentan knapp 80 Euro (sonst 99 Euro) ist in unseren Augen recht hoch. In der selben Preiskategorie gibt es teilweise schon gut ausgestattete Navigationsgeräte inkl. Auto-Halterung. Dafür muss man allerdings auch ein weiteres Gerät mit sich herumschleppen.

Wertung

7.2/10

Positives

  •  gute Navigationsführung

Negatives

  •  hoher Preis