Mehr Gründe fürs Apple-Tablet: Hardwarelieferanten, Kindle-Konkurrenz und Arnold Schwarzenegger

ModBook, Bild: Axiotron

Eine sichere Sache scheint langsam das Apple-Tablet zu sein: Diskutiert wird nur noch das Wann und das Wie. Die neueste Ansage in Sachen Erscheinungstermin ist September, die ersten Zulieferer der Komponenten seien bekannt. Für den schnellen Releasetermin sprechen einige Faktoren und möglicherweise sogar anstehende E-Book- und Bildungspläne des kalifornischen Gouverneurs Schwarzenegger.

Was für das Tablet spricht: die Technik scheint reif dafür. Ausreichend Rechenleistung bei stromsparendem und leisem bzw. geräuschlosem Betrieb steht zur Verfügung. Neben den Gerüchten um den Gigaherz-Samsungchip und möglichen Eigenentwicklungen Apples mit dem P.A.Semi-Team kommen auch von Intel demnächst lüfterlos betreibbare Netbook-Prozessoren.

Fertigung, Features und Konkurrenz des Apple-Tablets

Die Fertigung des Tablets soll den Gerüchten zufolge bei der Hon Hai Precision Industry Co. stattfinden. Der Touchscreen soll von Wintek stammen, während die Batterien von der Dynapack International Technology Corp geliefert werden. In Sachen Speicher wird vermutet, dass ein Teil der aktuell anlaufenden Toshiba-Produktion für Apple auch in Tablets verbaut wird.

Das „interaktive Album“ will man zusammen mit den großen Labels auf das kommende Mac-Tablet bringen – eine kleine Revolution, die seit der Entwicklung von der LP über die CD hin zum Audiofile der Musik wieder mehr und aufwändigere „Beilagen“ gestattet. Mindestens ebenso interessant scheint aber die Spekulation, dass Apple nun die Zeit für reif hält, den E-Book-Markt aufzumischen.

Hier hat der Konkurrent Amazon mit dem Kindle die Latte nicht unbedingt hoch gehängt. Die Begeisterung für das Grau in Grau des E-Book-Readers hält sich in Grenzen, die Multifunktionalität des Gadgets ebenso. Wenn Apple das Kapitel „E-Book“ nun neu schreiben will, wie es bereits im Fall des Smartphone gelungen ist, dann wäre der Zeitpunkt aus einigen Gründen günstig.

E-Books für die Bildung: Tablet-Durchbruch made in California?

Denn in Apples Heimatstaat Kalifornien sind die Schulbuch-Preise seit einiger Zeit ein Politikum. Seit Jahren wird versucht, freie Unterrichtsmaterialien auf E-Book-Readern an die kalifornischen Schulen zu bringen, da die Kosten für die gedruckten Auflagen zu hoch seien. Eine umstrittene Mathematik, die gelegentlich die Kosten von Kindern mit E-Book-Readern sehr optimistisch einschätzen. In Kalifornien wird sie nun trotzdem offenbar konkret: Schwarzenegger hat bereits im Mai diesen Jahres angeordnet, die Weichen für einen E-Book-Launch im Herbst diesen Jahres zu stellen. Im September, möglicherweise?

Ob die jüngsten Entwicklungen für oder gegen die E-Book-Pläne des Gouvernators sprechen, ist nicht wirklich klar. Inzwischen ist Kalifornien praktisch pleite, die aktuellen Haushaltspläne sehen drastische Einschnitte im Bildungssektor vor. Unter anderem sollen keine neuen Bücher angeschafft werden. Bereits angelaufene Pilotprojekte arbeiten überwiegend mit günstigen Notebooks.

Trotz dieser Unwägbarkeiten hat Apple mit dem „Cocktail“-Musikformat, einer ebenfalls gerüchteten Apple-TV-Funktion, potentieller Anwendungen im Bildungsbereich sowie einer E-Book-geeigneten Shopinfrastruktur mit iTunes gleich mehrere Anwendungsbereiche parat, die das Tablet über den „tablettypischen“ Anwendungsbereich – Netbook-Ersatz mit Touchscreen, elektronischer Schreibblock – hinausgehen bzw. lang herbeigeredete Techniken wie eben das E-Book in eine zeitgemäße und überzeugende Form bringen.

Offene Tablet-Fragen

Interessante Fragen sind nach wie vor offen – ob nun ein „richtiges“ Modbook von Apple erwartet werden darf oder eher ein großer, multifunktionaler iPod touch? Tendenziell eher letzteres, dafür spricht bereits die Preisregion, in der das kommende Gerät angesiedelt wird. Kompatibilität zu iPod touch/iPhone-Apps? Möglich, wenngleich die hohe Auflösung nach anderen Screendesigns und Oberflächen schreit. Ein eigener App Store auch fürs Tablet? Wie Amazon mit dem MP3-Shop Apple direkte Konkurrenz macht, wird auch Apple den E-Book-Markt nicht links liegenlassen. Insbesondere, wenn man mit einer Bildqualität aufwarten könnte, die der des bedruckten Papiers wenigstens in Ansätzen nahekommt.

Wird es neben iPhone-OS und Mac OS X noch einen weiteren Betriebssystem-Ableger im Hause Apple geben? Und dann natürlich das spannendste: iTablet, iTouch, ganz anders – wie soll das jüngste Kind der Applefamilie heißen?

Mehr über rj:

Berufsbedingt auf iPhone und Macbook Pro gewechselt und pflegt seitdem ein stetig wachsendes Faible fürs iPhone wie auch eine gewisse Distanz zum Macbook. Nutzt ungeniert auch Linux und Windows, was ihn nicht davor schützt, gelegentlich Fanboy geschimpft zu werden.

Metadaten
  • Geschrieben am: 29. Juli 2009
  • Zuletzt aktualisiert am: 3. März 2021
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