kg, den 27. Februar 2009

Google Android Market ist offen, nur nicht für die Entwickler

Google G1 in der T-Mobile Edition
Google G1 in der T-Mobile Edition, Bild: T-Mobile/Google

Vor exakt einer Woche ist der Google Android Store an den Start gegangen und mit „I am Richer“ eine hochpreisige App veröffentlicht worden, die in einer vergleichbaren Form bereits im August letzten Jahres aus dem App Store verbannt wurde.

Während Apple sich meistens ganz genau anguckt, welche Apps in den Store kommen und welche nicht, ist man bei Google offener und lässt den Entwicklern freie Hand- zumindest auf den ersten Blick.

$200 kostet die App, die nichts mehr tut, als einen blauen Diamanten anzuzeigen, um damit anderen zu zeigen, wie viel Geld man hat. Unter dem Namen „I am Rich“ wurde im letztem Jahr im App Store eine App veröffentlicht, die $999,99 kostete und kurze Zeit später von Apple wieder entfernt wurde.

Sinn machen beide Apps nur bedingt, eines zeigen sie aber: Der Android Store ist um einiges offener als der App Store von Apple. Jeder, der will, kann sich für das Entwicklerprogramm anmelden und Programme hochladen. Folge: Das Angebot ist breiter gefächert, allerdings landen auch Apps im Store, die im schlimmsten Fall dem Nutzer schaden.

Im Gegenzug dazu ist Google aktuell nicht allzu nett zu all jenen, die sich eine freigeschaltete Entwickler-Version des Android G1 zugelegt haben. Besitzer dieses Handys können seit vorgestern keine kopiergeschützten Apps herunterladen, dazu zählen auch jene, für die man bezahlen muss. Angeblich soll es mit den freigeschalteten G1 möglich sein, kostenpflichtige Apps ohne Bezahlung herunterzuladen.

Einem Hinweis zufolge sollen geschützte Apps in einen privaten Ordner gesteckt werden, der von normalen Nutzern nicht eingesehen werden kann, während das Entwickler-Gerät diese Möglichkeit bietet. Heißt im Klartext: Kauft der Besitzer eines Developer-G1 eine App, kann er diese aus dem Ordner kopieren, die gekaufte App wieder zurückgeben und die extrahierte App dann direkt wieder installieren. Auch das ein Unterschied zu Apples App Store: Im Android Market können Programme innerhalb der ersten 24 Stunden nach Kauf wieder zurückgegeben werden.

Die Entwicklerversion des G1 soll laut Google den Entwicklern volle Freiheit geben, um alle Aspekte des Geräts auszuschöpfen. Anstatt dessen beschweren sich die Entwickler zu Recht darüber, dass ihre eigenen Apps nicht für sie im Store verfügbar sind. Ein Entwickler geht sogar so weit, im Google-Supportforum die Entwickler dazu aufzurufen, ihre Apps aus dem Android Market herausnehmen, um zu protestieren, dass die aktuelle Vorgehensweise nicht erstrebenswert ist:

„Das ist der einzige Weg, Google zu zeigen, dass das nicht akzeptabel ist und dass Entwickler keine zweit- oder drittklassigen Bürger in diesem Markt sind. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin mehr als verärgert darüber, dass ich noch nicht einmal meine eigene, kostenpflichtige App mit meinem 400-Dollar-Entwicklerhandy sehen kann.“
Entwickler

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