iPhone in Afghanistan: Ein Ex-Taliban ist begeistert

Die Faszination iPhone ist nicht nur in der westlichen Welt allerortens anzutreffen, auch die turbantragenden Herrschaften in Zentralasien haben Spaß an moderner Technik.

iPhone 3G, Bild: Apple

Aljazeera traf den ehemaligen Taliban-Botschafter Mullah Zaif, der aktuell am Stadtrand von Kabul in Hausarrest sitzt. Mit dabei: Ein iPhone.

Nicht schlecht gestaunt hat Al Jazeera-Reporter Hamish Macdonald, als das Ex-Taliban-Mitglied auf seinem Sofa sitzend ein iPhone aus der Tasche zog. Als die Taliban noch an der Macht waren, wurde praktisch alle moderne Technik verboten, Geräte wie das iPhone dürften da verboten gewesen sein. Das änderte sich erst, als 2001 die Amerikaner die Kontrolle über Kabul übernahmen.

Mullah Zaif geht es mit dem iPhone wie so vielen anderen, wie er erzählt: „Ich bin süchtig danach. Das Internet ist super darauf, sehr schnell.“

Danach hat er dann dem Reporter noch seine Lieblings-Websites auf dem Gerät vorgeführt.

Ganz ohne ernsten Hintergrund ist die Sache aber nicht zu sehen: Das Internet bietet in den Krisengebieten eine gute Möglichkeit, Zugriff auf unabhängige Informationen zu erhalten. Und für Gruppen wie die Taliban waren und sind die neuen Kommunikationsformen und die modere Technik mittlerweile zu einer Waffe geworden.