Push Notifications erst mit Snow Leopard?

Push Notifications? Da war doch mal was. Mit der Vorstellung des iPhone OS 2.0 im März 2008 kündigte Apple einen eigenen Push-Service für das iPhone an. Mit Hilfe sogenannter Push Notifications sollten Programme trotz fehlender Möglichkeit als Hintergrundanwendung zu laufen, den Benutzer über das Vorliegen neue Daten informieren. Das ist insbesondere für IM-Programme sinnvoll, denn so kann das Programm dem Anwender das Vorliegen neuer Nachrichten signalisieren ohne selbst aktiv zu sein.

OS X 10.6 - Snow Leopard

Als Veröffentlichungstermin für den Push-Notification-Dienst wurde der September 2008 gehandelt, doch dieser Termin kam und ging ohne eine entsprechende Ankündigung seitens Apples. Und bis heute ist es weiter sehr still um den Dienst geblieben. Lediglich eine Beta-Version der iPhone 2.1 Software enthielt eine vorläufige Implementierung, die aber noch nicht vollständig war.

Wie ein Push-Dienst funktioniert

Push-Services sind an sich nichts Neues. RIM hat mit dem Blackberry Enterprise Server eine ganze Infrastruktur rund um seine Mobiltelefone geschaffen. Microsofts Active-Sync-Protokoll wurde von Apple für das iPhone OS 2.0 lizenziert. Im Gegensatz zu z. B. einem herkömmlichen E-Mail-System bei dem der Client eine aktive Anfrage an den Server starten muss, wird bei Push-Diensten vom Server der Standort des Geräts ständig verfolgt. Treffen auf dem Server neue Daten für ein Gerät ein, so kann der Server mittels einer kurzen Nachricht dem Gerät signalisieren, dass neue Daten vorliegen. Ruft der Anwender dann die entsprechende Applikation auf seinem Gerät auf, so werden die neuen Daten vom Server geladen.

Mit MobileMe brachte Apple im Juni 2008 seinen eigenen Push-Dienst an den Start, der ohne Exchange- oder Blackberry-Server auskam. Damit lassen sich E-Mails, Termine und Kontakte mehr oder weniger sofort zwischen den der MobileMe-Wolke angeschlossenen Geräte synchronisieren. Damit stehen auf dem iPhone mit Active Sync und MobileMe zwei Push-Dienste zur Verfügung.

Der dritte Weg

Auf der WWDC 2008 kündigte Apple den sogenannten Push-Notifications-Server an. Dieser sollte es iPhone-Entwicklern ermöglichen Nachrichten per Push-Dienst an ein iPhone zu übertragen. Das iPhone sollte dann das Icon der Application mit einer Marke versehen, die das Vorliegen neuer Nachrichten anzeigt. Wird die Applikation dann gestartet, können die neuen Nachrichten heruntergeladen werden.

Wie es allerdings aussieht ist Apple bei der Implementierung dieses Dienstes auf größer als erwartete Probleme gestoßen und so lassen sich die Push Notifications weiter auf sich warten. Einen kleinen Vorgeschmack bietet die App Store-Anwendung auf dem iPhone, die Mittels einer Marke verfügbare Programmupdates anzeigt. Allerdings zeigen sich dort auch die Probleme die es momentan noch gibt. So werden in einigen Fällen nicht alle verfügbaren Updates gemeldet.

Push in Snow Leopard

Bei der Ankündigung von Snow Leopard gab Apple bekannt, dass Mail, iCal und das Adressbuch Microsofts Active-Sync-Protokoll unterstützen werden. Dabei wird es nicht bleiben. Der in Mac OS X Leopard Server eingeführte iCal-Server wird in Snow Leopard um das XMPP-Protokoll (Extensible Messaging and Presence Protocol), ein offener IETF-Standard der aus dem Jabber-Protokoll hervorgegangen ist, erweitert. Mittels XMPP wird iCal dann darüber informiert, dass neue Daten vorliegen und iCal kann diese Daten anschließend abrufen.

XMPP ist für Apple kein neues Feld. Bereits in Mac OS X Tiger wurde iChat mit XMPP-Unterstützung versehen und versteht sich seit dem neben AOL auch auf Jabber und Google GTalk. Apples iChat-Server basiert ebenfalls auf XMPP. Warum sollte Apple also XMPP nicht für den Push-Notifications-Dienst benutzen? Es erscheint daher nicht unwahrscheinlich, dass der Start des Dienstes mit dem Start von Snow Leopard zusammenfällt, denn die XMPP-Erweiterung Publish-Subscribe erfüllt auch die Anforderungen an Sicherheit und Vertraulichkeit eines solchen Push-Dienstes.