Antivirus-Software empfohlen: Apple ermutigt zum Virenschutz für den Mac

Eine Insel der Seligen ist das Mac-Lager, was Viren angeht. Während bei MS-Rechnern gelegentlich die Neuinstallation zum Problem wurde, weil ein Rechner ohne aktuelles Servicepack binnen Minuten am Netz attackiert wurde, war den Macusern meist weder ein Virus für ihre Plattform bekannt noch eine Software, die man zum Schutz aufspielen sollte. Ob nun Trendwende, Sündenfall oder Übervorsicht: Apple empfiehlt schon länger die Installation von AV-Utilities.

Wenn man feststellt, dass Antiviren-Software wichtige Dateien gelöscht hat, Bild: CC0

McAfee VirusScan, Symantec Norton Anti-Virus 11, im Windows-Lager kennt man die Namen schon lange und steht mit den AV-Herstellern nicht einmal unbedingt auf gutem Fuß: Fehl- und Nichterkennungen, permanente Updatezwänge, False Positives, der Ärger, den man mit den AV-Scannern haben kann, ist dort bekannt, so wenig man oft auf die Tools verzichten mag. Nun auch dieselbe Geschichte auf dem Mac?

Wenns nach Apple geht, ja:

„Apple rät zum weit verbreiteten Einsatz von Antiviren-Dienstprogrammen, damit Programmierer von Viren mehr als ein Programm zu überwinden haben und das Entwickeln von Viren insgesamt erschwert wird.“
Apple

So eine Passage im Apple-Support, die indes nicht seit kurzem zum Einsatz der AV-Tools ermutigt, wie es Appleinsider oder heise auffiel, sondern bereits mindestens seit diesem Sommer zur Installation einschlägiger Virenscanner für den Mac rät. Allein, warum?

Denn selbst im schwer heimgesuchten Windows-Lager gibt es durchaus Stimmen, die den Einsatz von Antiviren-Software grundsätzlich für falsch halten: ein Leben ohne AV-Scanner ist durchaus möglich und wer das Denken einem Stück Software überlässt, dessen Nutzen allenfalls als zweifelhaft einzustufen ist, macht seinen Rechner nicht sicherer, sondern gefährdet diesen.

Im Falle Apples kommt hinzu, dass tatsächlich nach wie vor wenig Malwaretechnik über Proof of Concepts hinausgeht und die bisher bekannten Fälle von Mac-Schädlingen „In the Wild“ unter Einsatz des einigermaßen gesundem Menschenverstand leicht vermeidbar sind. Ob Apple mit seiner AV-Empfehlung sich, den Usern oder eben den AV-Herstellern den Gefallen tut, darüber wird es noch Streit geben – aber den kennt man ja bereits aus dem Windows-Lager.

Mehr über rj:

Berufsbedingt auf iPhone und Macbook Pro gewechselt und pflegt seitdem ein stetig wachsendes Faible fürs iPhone wie auch eine gewisse Distanz zum Macbook. Nutzt ungeniert auch Linux und Windows, was ihn nicht davor schützt, gelegentlich Fanboy geschimpft zu werden.

Metadaten
  • Geschrieben am: 2. Dezember 2008
  • Zuletzt aktualisiert am: 2. März 2021
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