Test: Airport Extreme Basisstation

Form, Funktionen und Software sind neu an der Airport Extreme Basisstation. Auffälligste Änderung ist das neue Gehäuse, das kein rundes UFO mehr ist, sondern im Format des Apple TV oder Mac mini angeboten wird. Aufgrund der gleichen Grundfläche könnte man die genannten Geräte durchaus stapeln als teure Bauklötze. Wir haben die Airport Extreme Basisstation einem Test unterzogen.

AirPort Extreme auf MacWorld 2007

An neuen Funktionen bietet die Station neben Funk-LAN nach dem vorläufigen 802.11n Standard und zum Ethernet-WAN-Port drei zusätzliche Ethernet-LAN-Schnittstellen mit bis zu 100 MBit/s und die Möglichkeit, Festplatten an der USB-Schnittstelle zu betreiben und im Netzwerk bereitzustellen. Für diese neuen Funktionen gibt es eine neue Version des Airport-Dienstprogramms.

Erster Start

Der erste Start der Airport Extreme Basisstation gestaltet sich einfach: Man installiert die Software von der mitgelieferten CD. Hat man einen Mac mit Core2Duo-Prozessor, wählt man den 802.11n-Enabler zusätzlich aus. Nach der Installation schließt man die Station an. Über das Airport Dienstprogramm kann man die Station konfigurieren. Man legt einen Namen für die Station und das Netzwerk an, legt die Verschlüsselung des WLANs (WEP, WPA2 oder ungeschützt) und ggf. das Netzwerk-Kennwort fest.

Bei der Art der Internetverbindung kann man zwischen DSL- oder Kabelmodem und dem lokalen Netzwerk wählen. Ein Modem ist in der aktuellen Basis-Station nicht eingebaut.

Nach der TCP/IP-Konfiguration kann noch das File Sharing konfiguriert werden. Man hat die Wahl, an die Basisstation angeschlossene Laufwerke über ein eigenes Laufwerks-Passwort, das Basisstations-Passwort oder über individuelle User-Accounts freizugeben. Der Gastzugriff lässt sich komplett verbieten, auf das Lesen beschränken oder komplett freigeben.

Zum Schluss wird noch ein Passwort für die Konfiguration der Basisstation festgelegt und man bekommt eine Übersicht über die Konfiguration angezeigt. Außerdem kann man sich die gesetzten Passwörter anzeigen lassen. Nach einem Neustart der Station ist sie einsatzbereit.

Erweiterte Konfiguration

Neben dem Assistenten gibt es natürlich weitere Konfigurationsmöglichkeiten für die Airport Station. So können für die Station Kontakt- und Standort-Daten hinterlegt werden. Die Uhrzeit kann automatisch mit einem Timeserver im Netz synchronisiert werden.

Das Funk-LAN kann entweder ein eigenständiges Netzwerk sein oder ein anderes erweitern, für ein eigenständiges Netzwerk muss man die Erweiterung explizit erlauben, wenn das gewünscht wird. Man kann festlegen, nach welchem Standard die Station funken soll und ob die Kanalwahl automatisch von der Station vorgenommen werden soll oder einen fixen Kanal einstellen.

Der Zugriff auf das Netzwerk lässt sich über MAC-Adressen steuern. Dabei lassen sich zeitliche Beschränkungen einstellen, so dass einzelne Rechner das Funk-Netz nur zu bestimmten Zeiten nutzen dürfen.

Der eingebaute DHCP-Server lässt sich so konfigurieren, dass bestimmte MAC-Adressen immer die selbe IP-Adresse bekommen. Das ist insbesondere interessant, wenn man in seinem Netzwerk z. B. einen Webserver mit fester IP-Adresse betreiben möchte. Die Konfiguration lässt sich zudem über einen LDAP-Server vornehmen. Auch die NAT-Einstellungen lassen sich konfigurieren, neu ist das „NAT Port Mapping Protocol“ für OS X 10.4 oder neuer. Statische Port-Weiterleitungen lassen sich natürlich weiterhin festlegen, um zum Beispiel den externen Zugriff auf einen internen Webserver zu erlauben.

Unter dem Punkt „Laufwerke“ sind alle angeschlossenen Festplatten aufgeführt und man kann alle verbundenen Benutzer auf einmal trennen.

Die Optionen für das File Sharing umfassen neben der Einstellung der Zugriffssteuerung, die Ankündigung des Dienstes per Bonjour und Arbeitsgruppe und WINS-Server für Windows-Netzwerke.

Die erweiterten Möglichkeiten erlauben die Einstellung eines Syslog-Servers und Loglevel für die Protokolle, die Aktivierung von SNMP. Hier kann man die Protokolle und Statistiken einsehen. Die IPv6-Konfiguration könnt Ihr auf Wunsch auch hier erledigen.

Zielgruppen

Neben dem Heim- und Edu-Bereich zielt die neue Basisstation ganz deutlich auf kleine Büros und Arbeitsgruppen. Über die Möglichkeit den Inhalt von USB-Platten und Drucker direkt über die Basisstation im Netz bereitzustellen und gemeinsam darauf zuzugreifen, spart man sich in einigen Fällen einen eigenen File- und Printserver.

Die tägliche Arbeit

Die AirPort Extreme war mehrere Wochen bei uns intensiv im Einsatz und hat sich bewährt. Sowohl die Reichweite als auch die Performance der Station waren im gemischten (PowerBook und MacBook C2D) als auch im reinen 802.11n-Modus einwandfrei. In der kompletten Wohnung (3 Zimmer, 80 qm) und auf dem Balkon war das Netz einwandfrei erreichbar, wobei es in der Wohnung selber keine zu dicken Wände gibt. Die Anzeige der Netzstärke war äußerst seltsam – es ist mehrfach vorgekommen, dass zwei Rechner, die direkt nebeneinander standen, komplett unterschiedliche Netzstärken in der Menüleiste angezeigt haben, aber beide problemlos auf das Funknetz zugreifen konnten. Probleme mit anderen W-LANs konnte ich keine feststellen, obwohl es in der Nachbarschaft mindestens sieben Netze gibt.

Bei der Konfiguration hat sich die AirPort Extreme leider einige Male aufgehängt. Woran genau das lag, konnte ich leider nicht nachvollziehen, da es nicht eindeutig reproduzierbar war.

Netzlaufwerke

Der Zugriff auf die Festplatten an der Station ist mit Macs kein Problem: das AirPort-Laufwerksprogramm findet und aktiviert die Festplatten automatisch, sobald sie verfügbar sein. Mit Windows lassen sich die Festplatten ebenfalls einbinden. Ohne AirPort-Laufwerksprogramm findet sich die Station, wie jeder Mac mit aktivem File Sharing, in der Netzwerk-Ansicht im Finder.
Wenn für das File Sharing Benutzer angelegt werden, dann legt die Basisstation auf der angeschlossenen Festplatte ein Verzeichnis „Shared“ an, auf das alle Benutzer Zugriff haben und für jeden Benutzer ein eigenes Homeverzeichnis. Wenn man mehrere Festplatten anlegt, kann man aber jeweils immer nur die Homeverzeichnisse auf einer Festplatte nutzen. Bei den getesteten Festplatten mit eingebautem USB-Hub war es jeweils die letzte Festplatte in der Kette. Da die Festplatten Card-Reader enthalten, lag es nahe, den zu probieren und es hat funktioniert. Wir konnten die CF-Card wie eine Festplatte im Netz mounten. Normale Benutzer haben keinen Zugriff auf Daten im Rootverzeichnis. Die Station legt die Verzeichnisse „Shared“ und solche für jeden Benutzer an. Wer auf dem Weg also z. B. Fotos von einer Karte auslesen will, der sollte für den Zugriff auf die Einstellung per Laufwerks- oder Basisstations-Kennwort zurückgreifen.

Die Auslagerung der iTunes-Bibliothek auf die Festplatte im Netz stellt kein Problem dar, auch zwei verschiedene Bibliotheken konnten ohne Hänger parallel genutzt werden.

Fazit

Für die von Apple anvisierten Zielgruppen ist die neue AirPort Extreme sicher eine gute Wahl, vor allem durch die Airport Disk hat die Station Einiges gewonnen.
Wer das direkte Vorgängermodell besitzt, Airport Disk nicht benötigt und 802.11n nicht nutzen kann oder will, der bleibt einfach bei seiner Station. Alle anderen können aber zugreifen, trotz gelegentlicher Abstürze bei der Konfiguration.