StudiVZ: von der, pardon, Fickbörse?!

StudiVZ - Screenshot

Beim Thema StudiVZ spielt Sex eine wichtige Rolle. Bei der Recherche zum Social Network entdeckte ich einen Fall, bei dem moralisch verwerflich Sex-Offerten an vergebene Jungfrauen unterbreitet werden. Das StudiVZ, die Fickbörse?

Moral ist, was die Leute daraus machen. Das böse Wort mit F, wir haben es schon oft gehört. Bei der alltäglichen StudiVZ-Recherche fallen immer wieder sehr viele persönliche, tagebuchähnliche Blogeinträge an. Diese Leute nehmen mal mehr, mal weniger kein Blatt vor den Mund.

Offerte trotz Beziehung

„Sie“ wurde angemacht. Im StudiVZ. Und das, obwohl sie in einer Beziehung steckt. Trotzdem wollte der Kollege Student aus dem Holtzbrinck-Ghetto sich einmischen. Sie findet das Studiverzeichnis deshalb „immer wieder interessant“.1

Diskussion um Privatsphäre und Monogamie

Dringen wir mit dieser Veröffentlichung in die Privatsphäre von ihr ein? Ich glaube nicht. Sie wird nicht einmal beim Namen genannt. Ist sie in die Privatsphäre des Anderen eingedrungen, da sie sein Werben um Geschlechtsverkehr der Web-Öffentlichkeit in ihrem Livejournal anvertraut hat?

Die Frage inhaltlicher Art ist, wie wollen wir Leben? Bevorzugen wir Monogamie? Polygamie? Das ist im Wesentlichen eine Weiche, die wir in dem persönlichen Bahnhof unseres Lebens stellen können. Diejenigen, die sich unbedingt zu den Angehörigen des Abendlandes zählen wollen, werden in den allermeisten Fällen entscheiden, sich der Monogamie anzuschließen. Das tun sie, obwohl Anthropologen und andere Wissenschaftler uns erklären, dass die Monogamie nicht von der Natur für uns vorgesehen ist.

Es gibt Kulturkreise, in denen hoppelt der Hase anders. Bei uns tut er das auch, wenn keine Hand vorgehalten wird. Wir Westeuropäer lieben die Doppelmoral. Sie ist ein Findelkind von uns. Davon einmal abgesehen, scheint das Weibchen in diesem Fall recht wacker, tut sie sich doch dem Werben des Studenten erwehren. Wenn man das dann noch öffentlich macht, wirkt das Ganze fast schon als Auszeichnung an den eigenen Partner.

Rasmus schreibt ihm eine Nachricht

Der ist es auch, der dem Kollegen Student noch eine Nachricht schreiben musste.

„Gleichzeitig hat Rasmus ihm noch eine Nachricht mit folgendem Text geschrieben:
Das ist ja sehr nett von dir, dass meiner Freundin sagst, dass sie hübsch ist (Find ich auch :-) )… Aber sie gleich auf einen potentiellen Beischlaf abzuchecken find ich dann doch eher daneben. Also lass mal gut sein, ja? :P“
Sie in ihrem Livejournal

Slang an Ihr Macker hat einen auf dicke Hose markiert. Slang aus. Wir hätten alle Schubladen gefüllt. Sind nun alle zufrieden? Irgendwelche Einwände?

Kein Einzelfall

Bei Blogdoch.net findet sich ein anderes Beispiel. In diesem Fall aber eines, bei dem die virtuelle Holtzbrinck-Affären-Vermittlungsinstanz alias Fickbörse anscheinend gute Dienste geleistet hat. Die Stirn runzeln wird man wohl bloß, weil die Beteiligten nicht hundertprozentig konform im Bonkerrr unterwegs waren. „Sie“ hatte sich nach anfänglichen Anmachen einen Fake-Account eingerichtet, und „er“ war „nicht Mal“ Student. Spaß gemacht hat’s beiden offensichtlich trotzdem.2

Mehr über Alexander Trust:

Bekam seinen ersten PC mit sieben Jahren, einen XT mit 4 MHz und Monochrom-Monitor. Registrierte die erste Domain im Jahr 1998, vorher auch in Mailboxen aktiv, bei AOL und Compuserve. Studierte Computer Science (Anwendungsentwicklung) in Wuppertal und Informatik und Soziologie, Linguistik und Literatur in Aachen. Veröffentlichte bereits einen Roman.

Metadaten
  • Geschrieben am: 8. März 2007
  • Zuletzt aktualisiert am: 28. Februar 2021
  • Wörter: 445
  • Zeichen: 3434
  • Lesezeit: 1 Minuten 56 Sekunden