Alexander Trust, den 18. Mai 2006

Kommentar: MacBook

MacBook in Weiß
MacBook in Weiß, Foto: Flickr (MacBook3)

Zeit für ein erstes Fazit: Apple stellt ein sehr gut ausgestattetes Notebook zu einem (zumindest bei der weißen Variante) unschlagbar günstigen Preis vor – aber so richtig frenetisch fällt der übliche Jubel über das neue MacBook nicht aus.

Macnews konstatiert gar Katerstimmung. Woran liegt’s? An der fehlenden Grafikkarte, dem Glossy-Display oder der ungewohnten Tastatur? Wohl kaum, denn die Onboard-Grafiklösung war zu erwarten, das Display spiegelt weniger stark als befürchtet und die Tastatur scheint sich im Alltag zu bewähren.
Liegt es am fehlenden Überraschungseffekt? Schon eher. Denn der Termin war lange vermutet worden, die technischen Daten weithin bekannt, und optisch ähnelt das Gerät erstaunlich stark den Photoshop-Montagen, die schon seit Monaten im Netz kursieren. Das mag auch der Grund gewesen sein, warum auf ein anlassgemäßes Special-Event verzichtet wurde.

MacBook zu gewöhnlich?

Vielleicht ist das neue mobile Modell aus dem Hause Apple einfach zu gewöhnlich, zu normal, um alteingesessene Macianer vom Hocker zu reißen. Keine Farb-Spielereien wie beim ersten iBook, keine Design-Revolutionen wie beim Ti- und Al-Book. Apple ist, wenn nicht schon lange, dann spätestens mit der Umstellung auf Intel-CPUs in der Welt der Massenhersteller angekommen. Das drückt sich eben nicht nur in kleineren Verpackungen für Soft- und Hardware, sondern auch in den Produkten selbst aus: Die sollen jetzt nicht mehr nur eine relativ überschaubare Fangemeinde begeistern, sondern ein Heer von neugewonnenen Kunden und potentiellen „Switchern“ überzeugen. Insofern ist das MacBook die richtige, weil günstige, alltagstaugliche und immer noch überdurchschnittlich schicke Allround-Lösung. Der eine oder andere, mich eingeschlossen, trauert eventuell dem 12-Zoll-Powerbook hinterher, das jetzt definitiv reif fürs Firmenmuseum ist, aber das war eben nur ein Nischen-Modell.

Aber es gibt keinen Grund zur Traurigkeit: Der Intel-Umstieg ist schnell und problemlos gelungen. Ein Mac ist immer noch ein Mac und das neue MacBook ein tolles Gerät, das seinen PC-Konkurrenten nicht nur in Punkto Form und Funktion, sondern sogar preislich überlegen ist.


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