Facebook blockiert Signal-Werbung

Die Entwickler der Messenger-App Signal wollten auf Instagram werben. Betreiber Facebook blockierte die Werbung jedoch, wie nun in einem Blogbeitrag enthüllt wird. Nicht ohne Grund: Denn die Anzeigen hätten Facebooks Targeting-Mechanismen bloßgestellt.

Signal-Werbung, die nicht auf Instagram gezeigt werden durfte, Bild: Signal

Die Anzeigen, die Signal schalten wollte, enthielten vermeintliche Lückentexte. Die Lücken wurden ausgefüllt mit individualisierten Daten, die die einzelnen Nutzer betrafen. Darin hieß es unter anderem: Du siehst diese Anzeige, weil …

Signal-Werbung wollte Facebook bloßstellen

Neben den Wohnorten, Hobbys und Bildungsgraden thematisierten die Anzeigen aber auch Prognosen über die Zukunft. So hieß es in einer Anzeige, dass jemand „über eine Adoption nachdenke“. Geschlossen wird dies nur indirekt durch das Suchverhalten der Nutzer auf Facebook oder angeschlossene Webseiten, die Buttons zum Weitersagen auf Facebook verwenden, und zwar solche, die Javascript von Facebook nutzen.

Die Nutzer und Nutzerinnen, hätten sie die Anzeigen zu Gesicht bekommen, sollten so auf die Datenbasis von Facebook aufmerksam gemacht werden. Damit wollte man indirekt für die Anonymität der eigenen Person im Messenger Signal werben.

Facebook verbietet Werbung

Doch Facebook fand das nicht gut und blockierte die Werbung, wie Signal nun im hauseigenen Blog schreibt. Nicht nur das. Facebook schloss daraufhin sogar den Werbe-Account von Signal.

An dieser Stelle ist der Vergleich zulässig, dass Mark Zuckerberg, der gerne Inseln auf Hawaii aufkauft, um mehr Privatsphäre zu genießen, mit Steinen aus dem Glashaus wirft. Der CEO des Social Network scheint wenig Interesse daran zu haben, den eigenen Nutzern transparent gegenüberzutreten. Stattdessen kritisiert er Apple dafür, dass es mit iOS 14.5 für mehr Transparenz sorgen möchte und Dritten diese Regeln aufzwingt.