Von Alexander Trust am 02.03.2020 (letztes Update: 02.03.2020).

AirPods das Ergebnis von „Sklavenarbeit“?

AirPods 2
AirPods 2, Bild: Apple

Ein sogenannter Think-tank aus Australien, das Australian Strategic Policy Institute (ASPI), veröffentlichte nun eine Untersuchung, in der über Sklavenarbeit, Umerziehung und Überwachung berichtet wird. Betroffen ist demnach der Volksstamm der Uiguren und sind Weltkonzerne wie VW, BMW, Mercedes-Benz, Huawei, Nike, Samsung, Sony, Microsoft, Nintendo und auch Apple.

Dem Bericht zufolge wurden in den Jahren 2017 bis 2019 mehr als 80.000 Uiguren aus Arbeitslagern in Xinjiang in China als Arbeitskräfte an Unternehmen verliehen. Die Erkenntnisse über Arbeitslager gibt es schon länger. Die nun aufgedeckten Verknüpfungen mit internationalen Konzernen sind jedoch „neuer“, aber vor allem detaillierter.

AirPods Ergebnis von Sklavenarbeit?

Entweder direkt, oder über Subunternehmen kamen die uigurischen Arbeiter und Arbeiterinnen teils direkt aus den Arbeitslagern als Saisonarbeiter zu chinesischen Firmen. Auch Apples Zuliefererbetriebe sollen auf „Sklavenarbeit“ zurückgegriffen haben.

Der Bericht nennt insgesamt vier Unternehmen, von denen bekannt ist, dass sie mit Apple zusammenarbeiten, da sie auf Apples öffentlich einsehbarer Liste der Zulieferer-Betriebe (PDF) genannt werden.

  • O-Film Technology lieferte Kamera-Module für das iPhone 8 und iPhone X.
  • Die BOE Technology Group soll bis 2021 Apples zweitgrößter Lieferant für OLED-Displays werden.
  • Der AirPods-Produzent GoerTek wird in dem Bericht ebenfalls genannt.
  • Nicht zuletzt taucht auch Foxconn in der Liste auf. 560 Arbeiter aus einem Lager in Xinjiang sollen für das Unternehmen nachweisbar gearbeitet haben.

Apple veröffentlicht Jahr für Jahr einen Bericht, in dem es den Fortschritt bei dem verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern auch bei Partnerunternehmen dokumentiert. Darin heißt es auch, dass man sich in der Verantwortung sieht, sicherzustellen dass jeder Mitarbeiter mit Würde und Respekt behandelt wird.

Wer sind die Uiguren?

Die Uiguren sind ein eigener Volksstamm. Das Gros – rund neun Zehntel – lebt in dem autonomen Gebiet Xinjiang der Volksrepublik China. In Xinjiang gibt es viele Arbeitslager, in denen das mehrheitlich muslimische Volk auch versucht wird umzuerziehen. Die Religion der Uiguren ist aber nicht nur islamisch geprägt, sondern besitzt auch Einflüsse des Schamanismus. Entsprechend gibt es in der Kultur auch Heiler und Heilerinnen. Die chinesische Regierung sieht darin eine Gefahr.

Welche Unternehmen sind betroffen?

Das ASPI identifizierte insgesamt 83 Weltkonzerne, die es direkt oder indirekt mit uigurischen Arbeitern aus Arbeitslagern in Verbindung bringen kann. Es handelt sich dabei um folgende Firmen:

  • Abercrombie & Fitch,
  • Acer,
  • Adidas,
  • Alstom,
  • Amazon,
  • Apple,
  • ASUS,
  • BAIC Motor,
  • BMW,
  • Bombardier,
  • Bosch,
  • BYD,
  • Calvin Klein,
  • Candy,
  • Carter’s,
  • Cerruti 1881,
  • Changan Automobile,
  • Cisco,
  • CRRC,
  • Dell,
  • Electrolux,
  • Fila,
  • Founder Group,
  • GAC Group (automobiles),
  • Gap,
  • Geely Auto,
  • General Electric,
  • General Motors,
  • Google,
  • H&M,
  • Haier,
  • Hart Schaffner Marx,
  • Hisense,
  • Hitachi,
  • HP,
  • HTC,
  • Huawei,
  • iFlyTek,
  • Jack & Jones,
  • Jaguar,
  • Japan Display Inc.,
  • L.L.Bean,
  • Lacoste,
  • Land Rover,
  • Lenovo,
  • LG,
  • Li-Ning,
  • Mayor,
  • Meizu,
  • Mercedes-Benz,
  • MG,
  • Microsoft,
  • Mitsubishi,
  • Mitsumi,
  • Nike,
  • Nintendo,
  • Nokia,
  • The North Face,
  • Oculus,
  • Oppo,
  • Panasonic,
  • Polo Ralph Lauren,
  • Puma,
  • Roewe,
  • SAIC Motor,
  • Samsung,
  • SGMW,
  • Sharp,
  • Siemens,
  • Skechers,
  • Sony,
  • TDK,
  • Tommy Hilfiger,
  • Toshiba,
  • Tsinghua Tongfang,
  • Uniqlo,
  • Victoria’s Secret,
  • Vivo,
  • Volkswagen,
  • Xiaomi,
  • Zara,
  • Zegna
  • und ZTE.

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