Demolition Man wird wahr: Wissenschaftler nutzen Kryoschlaf

Kryoschlaf erfolgreich getestet - Symbolbild, Bild: CC0

Entschuldigt die womöglich falsche Verwendung des Begriffs Kryoschlaf. Doch als solchen muss man sich den Scheintod-Zustand („suspended animation“) wohl vorstellen.

In Maryland: Kryoschlaf erfolgreich getestet

Die Wissenschaftler haben an Notfallpatienten mit Stichwunden, die unter normalen Bedingungen lediglich 5 Prozent Überlebenschance hätten, ein neues Verfahren erfolgreich probiert. Man versetzte die Patienten in einen Zustand der „Notfallkonservierung“ mit anschließender „Wiederbelegbung“ („emergency preservation and resuscitation“, EPR).

Dazu kühlte man die Patienten mit Hilfe von eiskalter Kochsalzlösung dramatisch ab, indem man das verbleibende Blut im Herzkreislaufsystem durch die Kochsalzlösung ersetzt. Das Herz der Betroffenen hört auf zu schlagen, und das Gehirn arbeitet nur noch ganz minimal. Da die Zellen kaum oder gar nicht mehr miteinander interagieren, benötigen die Patienten entsprechend auch weniger, respektive gar keinen Sauerstoff. Statt maximal fünf Minuten ohne Sauerstoff kommt das Gehirn der Schwerverletzten so mehrere Stunden unbeschadet davon. In dieser Zeit können die Unfallchirurgen die notwendigen Operationen durchführen.

Die Untersuchungen würden noch fortgesetzt. Erste Erkenntnisse wurden nun im Magazin „New Scientist“ veröffentlicht. Die vollständigen Ergebnisse der Experimente publiziert man Ende 2020.