Kommentar: iPad mit 128 GB – aber wofür?

iPad mini - Renderfoto

Apple hat ein iPad mit 128 GB Speicher veröffentlicht. Dass dies geschieht, haben sowohl iTunes als auch die Beta-Schrägstrich-Golden-Master von iOS 6.1 verraten. Es gibt hierbei kein neues, sondern um die vierte Generation. Ich frage mich: Wer könnte das brauchen?

Da ist es also, das iPad der vierten Generation mit 128 GB Speicher. Interessant ist hierbei, dass sich Apple das Modell als iPad der vierten Generation vorstellt, also einem Device, das von der Sache her schon auf dem Markt ist. Es ist in schwarz und weiß erschienen und je als WiFi- und WiFi+Cellular-Modell auf den Markt gekommen.

„Kurios“ dabei: Apple will dafür keins der bestehenden iPads ersetzen. Man könnte meinen, das kleinste Modell wird dafür gestrichen, aber dem ist nicht so. Es gibt also künftig das iPad in 16, 32, 64 und 128 GB. Das bringt mich zu der Frage, wofür man auf dem iPad 128 GB Platz gebrauchen könnte.

Ich selbst habe mein iPad 2 im vergangenen Jahr zu einem recht guten Kurs weiterverkaufen können, brauchte dafür aber kurzfristig das iPad mit Retina-Display. Problematisch an der Sache war: Das iPad 2 sollte ein Geburtstagsgeschenk werden und das Retina-iPad war zu dem Zeitpunkt erst eine Woche auf dem Markt. Auf der Suche nach einem Retina-iPad ohne 3G aber mit 32 GB waren wir also den ganzen Tag in Berlin unterwegs – ohne Erfolg. Schließlich hatte der mStore doch noch eines der raren iPads ohne UMTS-Unterstützung, allerdings ’nur‘ in 64 GB. Das habe ich noch immer täglich in Gebrauch. Dank iTunes Match und meiner gar nicht ausgeprägten Affinität zu Filmen sind davon aber noch 51 GB frei – und das meiste vom belegten Speicher sind Apps in Form von Spielen. Wer konnte ahnen, dass drei GTA-Teile (Chinatown Wars, GTA III und GTA: Vice City) so groß sein können?

Doch selbst wenn man Videos schauen möchte, müsste man doch mit weniger auskommen? Ein 90-minütiger Film in SD aus dem iTunes-Store ist ca. 1 GB groß. Man kann also zwischen 12 und 60 Videos mal 90 Minuten mitnehmen. Das wären bis zu 90 Stunden auf dem 64 GB iPad an Video-Unterhaltung. Durch den relativ kleinen Bildschirm dürfte SD für Reisen ausreichen. Für zu Hause könnte man sich der Mediathekfreigabe begnügen, dann würde das langwierige Synchronisieren sogar noch entfallen.

Das Einzige, wofür ich den Speicherplatz gebrauchen könnte, wäre Musik. Jedoch nicht auf dem iPad, denn als iPod ist das iPad viel zu groß, auch das iPad mini. Zudem sieht es – zumindest gefühlt – so aus, als wäre in Mobilfunkverträgen für Smartphones (bei der Telekom) weniger Traffic für UMTS enthalten als in reinen Datenkarten, die sich für Tablets eignen. Deshalb ist iTunes Match für unterwegs wenn dann eher eine Option auf Tablets – aber wie gesagt, die Dinger sind als Musikplayer zu groß. Was ich eher bräuchte, wären 128 GB auf dem iPhone.

Argumentieren könnte man durchaus damit, dass seine Sammlung aber größer ist als das größte verfügbare Gerät und deshalb das iPad mit 128 GB willkommen sei. Aber – man verzeihe mir die Reflektion von mir selbst auf andere, aber so sind Menschen nun mal gestrickt – muss man denn wirklich stets und ständig seine gesamte Sammlung dabei haben? Musik ist bei mir eher etwas Spontanes. Ich brauche da ein bisschen mehr, weil es aufgrund meines vielseitigen Geschmacks und meiner ebenso vielfältigen Launen schnell vorkommt, dass etwas ganz anderes in den iPod muss. Aber Musik ist eher kurz. Bei Filmen muss man doch ein bisschen planen, also kann man auch vor Reiseantritt sein iPad mit in Frage kommenden Filmen präparieren. Dafür braucht es doch nicht so viel Speicherplatz?

Mehr über Stefan Keller:

Seit 1990 am Computer, seit 1999 im Internet und schon immer am Spielen. Ansonsten gerne Bastler an Technik und Hardware. Manche unterstellen mir, alles zu wissen, das stimmt aber nicht. Manche Dinge weiß ich nicht, beispielsweise wie man Strategiespiele spielt.

Metadaten
  • Geschrieben am: 31. Januar 2013
  • Zuletzt aktualisiert am: 22. September 2014
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