iPhone-Chips möchte TSMC nicht exklusiv produzieren

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen, dass sowohl Apple als auch Qualcomm daran scheiterten sich Exklusivrecht für die Produktion von Smartphone-Chips für iOS-Geräte bzw. Qualcomms Prozessoren von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) zu sichern.

TSMC

Beide Unternehmen hätten jeweils über eine Milliarde US-Dollar investieren wollen, um sich nichts geringeres als eine exklusive Produktionsfabrik einzukaufen. TSMC wolle sich allerdings eine gewisse Flexibilität bewahren, damit die Produktion nicht von einigen wenigen Kunden abhänge.

Morris Chang, CEO von TSMC, ließ im vergangenen Monat seine Investoren wissen, dass man bereit sei eine oder sogar zwei Fabriken einem einzelnen Kunden zuzuwenden. Man benötige dafür allerdings keine Investitionen von potentiellen Kunden, sondern wolle einerseits die Kontrolle über die eigenen Niederlassungen bewahren und könne andererseits diese neuen Fabriken selbst finanzieren, so CFO Lora Ho.

“Currently we believe we still can fund it. TSMC wants to retain control of its plants, doesn’t want to sell part of itself and doesn’t need cash for investments.“ (Lora Ho)
Lora Ho

Starke Nachfrage nach Smartphones

In Folge einer stark gewachsenen Nachfrage nach Smartphones liege es in beider Interesse Lieferengpässe frühzeitig zu verhindern. Bloomberg schätzt den Smartphone-Markt mittlerweile als ein 220 Milliarden US-Dollar schweres Geschäft ein. Angesichts der Patentstreitigkeiten mit Samsung versucht Apple langfristig von Hauptzulieferer und gleichsam Erzrivalen unabhängig zu werden. Gleichzeitig habe sich jedoch die Anzahl derjenigen Zulieferer verringert, die fähig sind komplexe Prozessoren millionenfach zu produzieren.

„The San Diego, California-based company is working with multiple suppliers to improve output.“
Paul Jacobs

Paul Jacobs, seines Zeichens CEO des in San Diego ansässigen Unternehmens Qualcomm, fügte an, dass man bereits mit vielen Zulieferern zusammenarbeite, wie zum Beispiel TSMC, um die Produktionsergebnisse langfristig zu steigern. Schließlich habe die erhöhte Nachfrage nach Komponenten mittlerweile zu Lieferengpässen geführt, die sich letztlich auf das Gewinnwachstum stark auswirken.

TSMC Pressesprecherin Elizabeth Sun betonte, dass man grundsätzlich keine Verhandlungen mit Kunden oder potentiellen Kunden kommentiere. Apple und Qualcomm wollten etwaige Angebote bislang auch nicht kommentieren. In den kommenden Monaten werden Berichte, wie dieser, mit Sicherheit stark zunehmen, auch deswegen, weil Apple mittlerweile über ein Milliarden schweres Barvermögen verfügt.

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