iP4Play: Niedrige FaceTime-Nutzung schuld an Niedergang des Porno-Diensts

FaceTimeIst FaceTime unbeliebter als gedacht? Offensichtlich, denn der Geschäftsführer des FaceTime-basierten Porno-Dienstes iP4Play sieht genau darin den Grund, dass seine Firma nicht mehr profitabel ist.

Großes hatte Travis Falstad, CEO bei iP4Play mit seiner Firma vor. Im August 2010 gegründet, sollte sie einen Porno-Dienst auf der Basis von FaceTime etablieren. Die Geschäftsidee klingt dabei recht viel versprechend: In den App Store hätte man es ohnehin nicht geschafft, denn dafür gibt es laut Steve Jobs Android (20:32). Also wird der Dienst über eine visuelle Funktion aufgebaut, die Apple wahrscheinlich eher nicht kontrollieren kann – FaceTime. Dies jedoch scheint nur mit begrenztem Erfolg gekrönt zu sein, denn letzte Woche hat iP4Play alle Geschäfte eingestellt.

Schuld daran sei aber nicht das Unternehmen selbst, sondern die Akzeptanz von FaceTime unter den Anwendern. Benutzer würden FaceTime nicht oft genug in Anspruch nehmen, egal ob für erotische Videokonferenzen oder für andere Dinge. Das Geschäftsmodell sah vor, dass Videotelefonate vier Dollar pro Minute kosten, per Kreditkarte bezahlt werden und sich die Zeit auf 5, 10, 20 oder 30 Minuten erhöht.

Cult of Mac hat die Schließung des Dienstes zum Anlass genommen, den scheidenden CEO Travis Falstad zu fragen, was falsch gelaufen sei. Er antwortete, dass FaceTime viel zu wenig genutzt wird. Dazu käme die Konkurrenz durch Webcams und höhere Kosten, um die selbstgesteckten Qualitätsstandards einzuhalten. Er ist aber dennoch zufrieden mit dem, was er erreicht hat: Eine neue Technologie wie FaceTime in so kurzer Zeit für einen solchen Dienst zu etablieren.

Für die zuletzt 40 Mitarbeiter soll es eine Entwarnung geben: Man will sicher gehen, dass jeder von ihnen für ihre Arbeit bezahlt wird. Auch einen „guten Rat“ für Unternehmer, die ähnliche Ideen haben, hat er parat: Man solle noch ein wenig warten, bis FaceTime eine größere Akzeptanz genießt. Laut Falstad hat der Dienst nach wie vor riesiges Potenzial.

Hätte Apple mal lieber die FaceTime-App kostenlos bereitgestellt…

Mehr über Stefan Keller:

Seit 1990 am Computer, seit 1999 im Internet und schon immer am Spielen. Ansonsten gerne Bastler an Technik und Hardware. Manche unterstellen mir, alles zu wissen, das stimmt aber nicht. Manche Dinge weiß ich nicht, beispielsweise wie man Strategiespiele spielt.

Metadaten
  • Geschrieben am: 3. Juni 2011
  • Zuletzt aktualisiert am: 3. Juni 2011
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