Skype 5 for Mac, Final: Skype macht ernst mit dem Windows-Style

Es hatte sich in der Beta von Skype 5 für den Mac schon angedeutet, die Final macht wenig besser: mit der Version 5 bringt der Voice- und Video-Messenger nicht nur Videoconferencing auf den Mac, sondern auch das Windows-Look and Feel. Letzteres wie befürchtet im schlechteren Sinn, viele sinnvolle Features der Mac-Oberfläche blieben auch in der Final auf der Strecke, die immerhin deutlich nutzbarer ist als die Beta, aber dennoch viele zum Verbleib auf 2.8 bewegen dürfte.

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Skype 5 for Mac, Final: Skype macht ernst mit dem Windows Style

„Was ist neu?“ Beim Versionssprung von 2.8.x auf die 5 ist die Einstiegsfrage nach der Installation berechtigt, es folgen beim Klick auf die Tour indes drei magere Infoscreens, in denen unter anderem die kompakte Ansicht in nur einem Programmfenster als Errungenschaft gepriesen wird. Unter anderem die resultierenden Einschränkungen bei der flexiblen, mehrfensterbasierten Ansicht der Mac-Version war Anlass für die „Better Skype for Mac„-Aktion, die abgestellte Mac-Features in der Skype-Beta wieder einforderte.

Skype reagierte – die Userkritik werde ernstgenommen und intensiv verfolgt, Verbesserungen würden ihren Weg in die Final finden. Auch in der heutigen Presseerklärung wurde nochmals darauf hingewiesen: „Eine maßgebliche Rolle für die Entwicklung der Finalversion hat für Skype das Nutzer-Feedback im Rahmen der Beta-Phase gespielt.“ Daraus wurde nur in begrenztem Rahmen etwas.

  • Platzfresser: Standardmäßig ist die „kompakte Seitenleiste“ aktiviert, wodurch die Sidebar mit Chats und Dialogen zumindest einigermaßen übersichtlich bleibt. Mit großen Icons verkommt die Seitenleiste schnell zur Scrollstrecke – aber man hat die Wahl. Ebenso das „Hauptfenster“ – stellt man die Schrift kleiner, ist ungefähr die Text/Dialogmenge des 2.8.x-Clients darstellbar und noch einigermaßen bequem zu lesen – Whitespace sollte man jedoch mögen.
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Skype 5 for Mac, Final: Skype macht ernst mit dem Windows Style
  • Single Window: Das Ende für separate Chat- und Kontaktfenster kam dankenswerterweise nicht – die Kontakte bleiben als separates Fenster in halbtransparentem HUD-Look erhalten. Auch den Nummernblock kann man auf diese Weise anzeigen.
  • Drag and Drop: Kontakte einfach in Chats werfen ist Geschichte – nun muss man sie via Button/Auswahlmenu hinzufügen. Extrem ärgerlich: auch die Chatreihenfolge in der Siedebar blieb „fix“ – Arrangieren der Chats nach Leuten, Themen, Gruppenmitgliedern – Fehlanzeige. Falls Skype hier von der gelegentlich durchaus bevormundenden Apple-UI lernen wollte: das wäre nicht nötig gewesen.
  • Shortcuts und Scrolling: Alt-Apfel-Pfeiltaste rechts/links navigiert durch die Chats, die Sprungmöglichkeit vom Chat-Eingabefenster zur Suchbox via Apfel > ist verschwunden. Page up/down scrollt (wieder) flott durch die History, ein Cursor im Texteingabefenster bleibt dort auch nach weiten Abstechern in die Chat-History.

Fazit? Zwiespältig. Es sind einige Funktionen nachgerüstet, die in der Beta schmerzhaft vermisst wurden, es wurden ebenso einige massive UI- und Useability-Patzer behoben, andere hingegen nicht – fehlende Chatsortierung und die beschnittenen Drag/Drop-Funktionen sind schlicht extrem ärgerlich, insbesondere, weil beispielsweise das Dateiversenden per Drag/Drop ins Chatfenster nach wie vor funktioniert.

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Was hat man davon? Gruppen-Videochat, wohl das spannendste Feature der neuen Version, wenngleich kostenpflichtig. Weiter wenig sensationelles – selbst Skype tut sich schwer mit dem Selbstanpreisen und muss die Nichtverbesserung „alles in einem Hauptfenster“ als neues Feature der Skype 5 für Mac-Version anpreisen. Bleibt Punkt 3 der gefeaturten Neuheiten: eine „unkomplizierte Suche“. Ja, die Suche funktioniert. Und so frustrierend und hinderlich eine schlechte oder fehlende Suchfunktion auch ist, so wenig bemerkenswert ist es – zumindest auf dem Mac – dass eine Suchfunktion macht, was sie soll und insbesondere immer erreichbar ist.

Insofern: ein besseres Skype 5 für Mac können wir nach wie vor gut gebrauchen.

Mehr über rj:

Berufsbedingt auf iPhone und Macbook Pro gewechselt und pflegt seitdem ein stetig wachsendes Faible fürs iPhone wie auch eine gewisse Distanz zum Macbook. Nutzt ungeniert auch Linux und Windows, was ihn nicht davor schützt, gelegentlich Fanboy geschimpft zu werden.

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  • Zuletzt aktualisiert am: 9. Juli 2021
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