Test: Apple Batterieladegerät – nicht preiswert, aber praktisch

Test: Apple Batterieladegerät, Bild: Macnotes

Als ich hörte, dass Apple ein eigenes Batterieladegerät auf den Markt bringt, dachte ich zuerst an einen schlechten Scherz. Tatsächlich bietet Apple nun ein Ladegerät mit 6 Low-Self-Discharge-NiMH-Akkus an – welches genau das tut, was draufsteht, nicht mehr und nicht weniger.

Im Zuge der „grünen Welle“ bei Apple bieten sich Akkus inklusive Batterieladegerät im Produktkatalog an: Im Gegensatz zu Batterien wirft man sie nach Benutzung nicht weg, sondern lädt sie neu auf und benutzt sie weiter. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Apple verspricht bei seinen Akkus eine Lebensdauer von bis zu 10 Jahren, abhängig von den Nutzungsgewohnheiten gehen wir grob von maximal 1000 Ladezyklen aus, bis die Akkus ihren Geist aufgeben. Die Ladedauer eines Sets Akkus beträgt rund sechs Stunden – konkrete Werte können wir allerdings erst vermelden, sobald wir die Akkus einige Male auf- und wieder entladen haben. Das Ladegerät ist erfrischend schlicht. Eine kleine Leuchte an einer Seite zeigt den aktuellen Ladezustand an: Bei orangenem Blinken laden die Akkus, leuchtet sie grün, sind die Akkus voll. Danach fährt das Ladegerät in einen Ruhezustand – Apple gibt den Stromverbrauch in dem Zustand mit 30mW an, übliche normale Ladegerät erreichen laut Apple rund 315mW, wenn die Akkus bereits voll sind.

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Test: Apple Batterieladegerät nicht preiswert, aber praktisch

Das Ladegerät lässt sich, genau wie alle anderen Apple-Ladegeräte, mittels Adapter auch in anderen Ländern nutzen. Dazu benötigt man allerdings das Reiseadapterset bzw. geeignete Kabeladapter. Es ist recht kompakt und passt damit nicht nur in jede Tasche, sondern prinzipiell auch in jede Steckdosenleiste – egal wie vollgestopft sie mit anderen Ladesteckern und Kabeln ist.

Die sechs enthaltenen Akkus reichen rein rechnerisch auch für ein umfangreicheres Desktop-Setup mit Tastatur, Maus sowie Magic Trackpad, je nach Gerät und Gebrauchsgewohnheiten sollen die Akkus rund drei Monate problemlos durchhalten.

Am Preis des Apple-Batterieladegerätes scheiden sich allerdings die Geister – 29€ scheinen für ein Akkuladegerät mit sechs Akkus relativ teuer, die Nennladung ist mit 1900mAh recht gering für heutige Verhältnisse.

Ein genauerer Blick auf den verwendeten Akkutyp sollte da die Meinung ändern: Statt der bisher üblichen NiMH-AA-Akkus kommen in diesem Fall Low-Self-Discharge-Akkus zum Einsatz, die auch von der Konkurrenz (u.A. Sanyo eneloop, Varta Easy2Use) in dem Preissegment selten mit höherer Nennladung angeboten werden. Der Vorteil der LSD-Akkus: Sie entladen sich kaum von selbst, sie haben ein recht langes „shelf life“ und können daher auch über Monate problemlos in der Schublade liegen bleiben, ohne nennenswert Ladung zu verlieren. Zum Preisvergleich: Zum aktuellen Zeitpunkt muss man für ein Low-Self-Discharge-Ladegerät von Varta inklusive vier vergleichbarer Akkus 19,99€ zahlen , eine Packung mit vier Akkus kostet je nach Nennladung rund 10€. Entsprechend ist das Angebot von Apple nicht direkt nennenswert teurer – dafür kann man allerdings auch nur zwei Akkus mit dem Apple-Lader befüttern.

Fazit

Ob man das Apple-Ladegerät nun wirklich braucht, ist also sowohl eine Frage des Geschmacks und des Einsatzbereichs: Will man etwas Portables, das man auch auf Reisen problemlos einsetzen kann, ist es definitiv eine gute Lösung. Will man einfach nur schnell seine Akkus aufladen und kann auf kompakte Steckerform verzichten, empfehlen wird den Kauf anderer Ladegeräte, da diese meist für mehr Akkus geeignet sind.

Wertung

6.8/10

Mehr über kg:

Erst Atari-Besitzer, dann ab Mitte der Neunziger Apple-User, angefangen mit einem Performa 5200, jetzt MacBook-Nutzerin.

Metadaten
  • Geschrieben am: 3. August 2010
  • Zuletzt aktualisiert am: 27. März 2021
  • Wörter: 502
  • Zeichen: 3706
  • Lesezeit: 2 Minuten 10 Sekunden