iOS 4-Jailbreak & Unlock: Noch keine zufriedenstellende Lösung

Es kursieren mittlerweile mehrere verschiedene Beschreibungen zum Jailbreak und Unlock der neuesten Version des iPhone Betriebssystems iOS 4, die noch nicht offiziell erschienen ist. Zu recht allerdings befinden sich die bisher verfügbaren Lösungen allesamt im "Beta"-Stadium.

So erinnern die aktuellen Tools nicht an den zuletzt doch so einfach funktionierenden Jailbreak-Prozess für die Versionen 3.1.2 oder 3.1.3, die mittels blackra1n oder Spirit und einem einzigen Mausklick am Rechner alles nötige für die Nutzung eines iPhones mit allen Karten vorbereiteten.

Zurzeit benötigt man nicht nur das schon von früheren Versionen bekannte PwnageTool, das aus dem von Apple bereitgestellten Software-Paket eine modifizierte Firmware macht. Wie bereits vergangene Woche berichtet, sind auch einzelne Dateien aus dem anderen Jailbreak-Tool redsn0w sowie ein Paket Voraussetzung für den Vorgang, das wiederum dem PwnageTool die Unterstützung für das iOS 4 überhaupt erst ermöglicht.

Auf einem iPhone 3GS konnten wir nun erstmals den gesamten Prozess rekonstruieren und verfügen also über ein 3GS mit der kursierenden iOS 4 Golden Master-Version, das für alle Karten freigeschaltet ist. Wer nicht Nerven aus Stahl hat und ohnehin nichts lieber tut, als sein iPhone mit inoffizieller Software so lang zu bearbeiten, bis er irgendwann – ob nachvollziehbar oder nicht – doch noch ans Ziel gelangt, sollte daher aus folgenden Gründen lieber noch eine Weile auf das Upgrade verzichten:

  • Die im Internet dokumentierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen bieten verschiedene Lösung zur Übertragung der Cydia-Dateien in die zu benutzende Version des PwnageTool. An einigen Stellen wird man zum Download eines Archivs geführt, welches man dann über Terminal-Befehle innerhalb der PwnageTool.app entpackt. Andere Tutorials sprechen dagegen von der Extraktion eines Paketes aus der Beta-Version von redsn0w 0.9.5.
  • Auch wenn letztere Möglichkeit uns schlussendlich zum Jailbreak-Erfolg führte (soll heißen: installiertes Cydia mit der Möglichkeit, Pakete von dort aus zu installieren), ist Cydia alles andere als stabil. Die vorgeschlagene „wichtige Aktualisierung“ führte in mehreren Anläufen zur Notwendigkeit einer erneuten Wiederherstellung des iPhones.
  • Diese erneute Wiederherstellung brachte uns nicht zwangsläufig zurück zu einer benutzbaren Cydia-Installation. Zweimal war der Umweg zurück über iPhone OS 3.1.2 inklusive erneutem Jailbreak mit blackra1n und nachfolgendem wiederholten Update auf die mit dem PwnageTool erstellte modifizierte 4.0-Firmware die einzige Möglichkeit, um es noch einmal versuchen zu können.
  • Zum gleichen Ergebnis führten selbst kleinste Anpassungen der Optionen im PwnageTool wie die Vergrößerung der root-Partition oder das Abschalten der enthaltenen veränderten Logos (schließlich möchte nicht jeder eine silberne Ananas statt des bekannten Apfels beim Start seines iPhones sehen).
  • Während verschiedene Anleitungen die Installation von „blacksn0w RC2 for iOS 4“ via SSH vom Mac oder iPhone aus empfehlen, haben wir es zwar letztendlich geschafft, das iPhone durch Installation via Cydia zu unlocken. Nach jedem Reboot des Gerätes braucht es allerdings nun etwa 90 Sekunden bis zum Empfang eines Netzsignals – ganz gleich, ob möglicherweise eine originale SIM von T-Mobile, oder eine zuvor nicht unterstützte Drittanbieter-Karte im Telefon steckte.

Fazit: Wer nicht unbedingt auf den Unlock angewiesen ist, sollte noch einige Tage oder Wochen warten, bis einfachere und vor allem besser unterstütze und dokumentierte Lösungen verfügbar sind. Bekannte Tools wie blackra1n oder Spirit mit leichter zugänglichen Wegen zum Unlock werden nach dem offiziellen Release von iOS 4 am 21.6. sicher nicht lang auf sich warten lassen. Positiv festzuhalten bleibt allemal: Mit genügend Geduld, Einsatz und Zeit funktionieren Jailbreak und Unlock – irgendwie.

Mehr über mz:

Mac-User und Fernostexperte, gelten Max’ Interessen neben den Geräten und Programmen aus Cupertino auch der Situation in Japan, China, Korea und anderen weiter entfernteren Ländern, in denen Apple-Hardware nicht nur begeistert genutzt, sondern auch zu weiten Teilen hergestellt wird.

Metadaten
  • Geschrieben am: 14. Juni 2010
  • Zuletzt aktualisiert am: 13. März 2021
  • Wörter: 529
  • Zeichen: 4101
  • Lesezeit: 2 Minuten 18 Sekunden