Google Nexus One: Unboxing

Rechtzeitig zu Steve Jobs' Ankündigung, in Sachen iPhone der Konkurrenz Googles bestens gewachsen zu sein, erreichte uns das Nexus One in einer Verpackung, die ein wenig ans iPhone und ein wenig an den Monolithen aus "2001 - Odyssee im Weltraum" erinnerte. Der Inhalt ist durchaus ansprechend, die Klagen über fehlende Dokumentation indes vollkommen berechtigt. Googles erstes eigene Smartphone hinterlässt einen eher gemischten Eindruck.

Nexus One, Bild: Macnotes

Die Seitenverhältnisse des dezent gestalteten Nexus-Pakets sind recht weit entfernt vom 1:4:9 des 2001-Monolithen, die Assoziation kam dennoch mehrfach auf. Ansonsten sind die Google-Farben dezent vertreten und erinnern wie schon bei Chrome gelegentlich sehr an Microsoft. Verpackt ist das Nexus solide, über Transportschäden braucht man sich keine Sorgen machen. Oben liegt das Nexus, nochmals schutzverpackt, in einer Schaleneinlage, darunter befinden sich die nochmals einzeln eingetüteten Zubehörteile.

Das Auspackerlebnis beim Nexus One unterscheidet sich ein wenig vom iPhone – ein wenig mehr Einzelteile sind auszupacken, begonnen mit dem auswechselbaren Akku. Dazu kommt ein USB-Ladestecker, USB-Anschlusskabel, ein Headset mit integrierter Bedienung, separate Ohrstöpselumhüllungen und ein Clip zum Fixieren des Headsets an der Kleidung. Stromtechnisch ist der US-Import gänzlich auf den US-Markt ausgerichtet, Adapter gibt es keine. Das Nexus One selber wirkt eher „praktisch“ als schick. Pragmatische Lösungen prägen das Erscheinungsbild – eine griffige Oberfläche, die indes nicht unbedingt durch Eleganz besticht. Was insbesondere beim Bedienteil des Headsets durchaus alltagstauglich wirkt.

Die Dokumentation fällt gelinde gesagt mager aus. Eine Kurzanleitung im Visitenkartenformat klärt über erste Schritte der Inbetriebnahme auf, ein dickeres Heftchen stellt sich als englische und französische Sammlung von unsachgemäßen Bedienungsszenarien und FCC-Hinweisen heraus. Dazu noch ein Garantiehinweis, und das wars. Wer sich vor dem Einsetzen des Akkus nochmals rückversichern möchte, wie man das Gehäuse öffnet, ohne Schaden anzurichten, schaut in die Röhre bzw. ist aufs Netz angewiesen. Beim Einsetzen des Akkus fällt noch die 4GB-SanDisk-Speicherkarte ins Auge, mit der das Nexus One von Haus aus ausgestattet ist.

Das Informationsdefizit setzt sich nach der Inbetriebnahme des Geräts fort – sonderlich intuitiv sind die Tastensymbole des Nexus One nicht ausgefallen, und angesichts der verschiedenen Bedienoberflächen und Steuerungskonzepte (Touchscreen, Scrollball) wäre eine Kurzeinführung in verschiedene Bildschirmmodi und Bedienungselemente nicht fehl am Platz.

Der erste Eindruck: Intuitiv geht anders. Daran könnte die in Europa hoffentlich verfügbare Multitouch-Bedienung noch etwas ändern, und punkten wird das Nexus One sicherlich durch die gute Integration der Google-Dienste. Bei aller iPhone-Gewöhnung, die einen solchen ersten Eindruck natürlich stark mitbeeinflusst: damit muss es auch punkten, denn auf anderen Gebieten liegt Apple schlicht vorn, und wird den Vorsprung demnächst weiter ausbauen – Steve Jobs‘ Ansagen sind diesbezüglich wohl kaum missverständlich.

Nachtrag:

der ausführliche Test des Nexus One relativiert die gemischten ersten Eindrücke deutlich.