Space Ace von Don Bluth im App Store für iPhone und iPod touch

Die Musikindustrie zweit-, dritt- und mehrfachverwertet Musikstücke. Man nennt so etwas Remix. Wenn Altes neu gemacht wird, heißt dies Remake, auch in der Musikbranche. Wenn aus Klassikern der Videospielbranche Remixes oder Remakes gemacht werden, dann sind die Ergebnisse teils von sehr unterschiedlicher Qualität. Wenn nun heute jemand damit hausieren geht, einen "Spieleklassiker" auf das iPhone zu bringen, dann bin ich zunächst skeptisch. Skeptisch darf man denn auch sein, wenn der Klassiker Space Ace heißt, und in den 80ern von Zeichentrickgroßmeister Don Bluth kreiert und produziert wurde.

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Ich strebe hier kein Review an. Denn ein Titel wie Space Ace taugt nicht unbedingt dafür. Schon die ersten und danach alle weiteren Plattformen, die mit Space Ace und ähnlichen Produkten aus dem Haus konfrontiert wurden, hatten, nennen wir es mal, leichte Verdauungsprobleme. Space Ace ist mehr oder minder ein seicht interaktiver Zeichentrickfilm, aber nur bedingt das, was man ein vollwertiges Computerspiel nennen würde.

Hochwertiger, interaktiver Film

Die iPhone und iPod touch-Variante stellt hier nicht die glorreiche Ausnahme von der Regel dar. Dennoch ist sie technisch äußerst hochwertig gemacht. Das verwendete Videomaterial kann sich sehen lassen, selbst auf dem kleinen Display. Die Story ist nach wie vor äußerst skuril und liebevoll. Doch wer mit Zeichentrick und vor allem einem Science-Fiction Setting nicht so viel anzufangen weiß, der wird auch Space Ace nur mit einem müden Blick betrachten. Don Bluth zeichnet sich verantwortlich für eine Menge toller Zeichentrickepen wie „Das Geheimnis von NIMH“ oder „Feivel der Mauswanderer“, die meine Kinderzeit begleiteten. Wer ähnlich denkt, dürfte die 3,99 Euro gerne für über 240 Megabyte anlegen. Wer allerdings den interaktiven Film schon von einer anderen Plattform her kennt, der muss nicht der Vollständigkeit halber nochmal Geld dafür ausgeben.

Digital Leisure hat übrigens schon angekündigt auch Mad Dog McCree auf Apples Handheld zu bringen. Bei letzterem handelt es sich um eine Art interaktiven Westernfilm, in dem der Spieler die Geschichte nur fortspielen konnte, indem er rechtzeitig alle virtuellen Gegner abschoss. Dies klappte auf manchen Systemen sogar mittels Lightgun.

Mehr über Alexander Trust:

Bekam seinen ersten PC mit sieben Jahren, einen XT mit 4 MHz und Monochrom-Monitor. Registrierte die erste Domain im Jahr 1998, vorher auch in Mailboxen aktiv, bei AOL und Compuserve. Studierte Computer Science (Anwendungsentwicklung) in Wuppertal und Informatik und Soziologie, Linguistik und Literatur in Aachen. Veröffentlichte bereits einen Roman.

Metadaten
  • Geschrieben am: 5. Juni 2009
  • Zuletzt aktualisiert am: 2. März 2021
  • Wörter: 326
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