iPhone-Knarre unerwünscht: Apps würden Waffen verherrlichen

Wer denkt, der "Killerspiel"-Streit in Deutschland sei überzogen, kann sich mit einem Blick über den Kanal eines Besseren belehren lassen. iPhone-Apps, die auf dem iPhone Lade- und Schießgeräusche einer Schusswaffe nachahmen, seien nach Ansicht einiger britischer Beratergruppen "unverantwortlich", "waffenverherrlichend" und gehören selbstredend verboten. Hierum geht es: Apps, die beispielsweise eine Shotgun mehr schlecht als recht abbilden und durch entsprechende Schüttelbewegung das Geräusch beim Laden bzw. Abfeuern der Waffe abspielen - Beispiel die Freeware Boomboom. Eine "stylishe" Version von Räuber und Gendarm seien die Apps, die von der französischen Appschmiede "Danabia" und anderen vertrieben werden, meist in Gratis- und Billigversion, letztere meistens zu Preisen von unter einem Euro.

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Der technische Ersatz fürs „Peng!“-Schreien wird in den Augen mancher Experten ein mittlerer Skandal. Die Apps seien „völlig unverantwortlich angesichts des aktuellen Klimas, in dem wir versuchen, Waffen von der Straße zu bekommen.“ Das sagt kein Hardliner einer obskuren Jugendschützervereinigung, sondern die Vorsitzende einer unabhängigen Beratergruppe der Metropolitan Police, Claudia Webbe. Sie sei „sprachlos, dass überhaupt erlaubt wurde, dieses Spiel herzustellen. Wir haben Jahre damit verbracht, Waffenimitationen aus den Läden zu bekommen und diese Art Produkt unterläuft unsere ganzen Bemühungen.“

Insbesondere in Anbetracht der „jüngsten Ereignisse in Nordirland und anderswo“ sei die Applikation allenfalls geschmacklos und werde hoffentlich bald vom Markt genommen, so Statements wiederum von UK Mediawatch. Im Live-Bürotest konnte hingegen allenfalls konstatiert werden, dass die App möglicherweise zum versehentlichen Handyweitwurf animiert – das Herunterschwingen des iPhones zum „Abfeuern“ resultiert gelegentlich in einem schwer verzögertem Schussgeräusch, was wiederum zum kräftigen iPhone-Schwingen animiert.