Kommentar: Photokina Special Event

Apple lädt zu einem Special Event nach Köln. Was vor einigen Jahren noch völlig undenkbar gewesen wäre, ist eines der positiven Signale des gestrigen Abends. Selbst wenn wir die gestiegene Aufmerksamkeit aus Cupertino sicherlich der immensen Bedeutung der Photokina in der Foto-Branche zu verdanken haben, ein Anfang ist es allemal.

Photokina 2006 - Aperture 1.5, Bild: Macnotes

Angesichts der ungewohnten Einladung hatten viele gehofft, dass neben dem obligatorischen und eigentlich schon längst fälligen Aperture-Update noch eine Überraschung in Form neuer MacBooks oder gar MacBook Pro präsentiert werden würde. Apple zeigte keine neuen Geräte, sondern referierte stattdessen über eine Stunde über die Verbesserungen bei Aperture. Das sorgte bei manch einem Zuhörer für Enttäuschung. Der eine oder andere wunderte sich, wie inflationär Apple in letzter Zeit mit „Special Events“ umgeht.

Andererseits nahmen gerade die anwesenden Profi-Fotografen die Neuerungen in Aperture 1.5 mit viel Applaus entgegen. Es muss sich erst noch zeigen, ob die Software mit der neuen Version den missglückten Start vergessen macht. Den Gerüchten, dass man in Cupertino die Weiterentwicklung bereits aufgegeben habe, machte der gestrige Abend jedenfalls ein Ende. Selbst wenn die Hauptzielgruppe weiter die Profis bleibt: Mit der iLife/iWork-Integration und Export-Optionen für iPod und Flickr öffnet sich Aperture dem Kreis der ambitionierten Amateur-Fotografen, wird gewissermaßen zum iPhoto Pro. Alles in allem war das Gezeigte jedenfalls durchaus vielversprechend. Bahnbrechendes gab es allerdings nicht zu sehen. Das Update ist für Käufer der Version 1.0 kostenlos zu haben. Diese Entscheidung quittierten die Zuschauer mit lautstarkem Applaus. Das sollte jedoch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Schließlich waren diese Nutzer unfreiwillige Beta-Tester der ersten Version.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Apple trotz aller Kritik an der ersten Version weiter ehrgeizige Ziele mit Aperture verfolgt und dabei offensichtlich Fortschritte macht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.