Bericht: Wie Facebook Home Apple schaden könnte

Letzte Woche hat Mark Zuckerberg mit Facebook Home eine alternative grafische Oberfläche für Android-Smartphones vorgestellt. Gleichzeitig wurde mit dem HTC First ein Smartphone gezeigt, das 'besonders gut' für Facebook Home optimiert sein soll. In einem Bericht überlegt sich Mike Elgan, was diese Ankündigungen für Apple bedeuten könnten.

Facebook Home - Android-Logo

Mike Elgan hat bei Cult of Mac einige Überlegungen angestellt, was die Vorstellung von Facebook Home für Apple bedeuten könnte. Dabei kam im Grunde heraus, dass Facebook Home und ggf. das HTC First die besten Ideen für das soziale Netzwerk überhaupt gewesen sein könnten. Durch den Mehrwert, den Facebook für den Anwender schafft, könnte sich die Wahl des Smartphones bei einer Neuanschaffung verschieben.

Das Problem

Elgan merkt an, dass vor der Vorstellung des iPhones die Mobilfunkbetreiber das Sagen bei Handys hatten. Geld kam beispielsweise über die Klingeltöne zu den Anbietern. Nach dem iPhone musste das Geld über die Verträge für Telefon, SMS und vor allem mobile Daten fließen. Dafür erhielten die Anbieter das Recht, das iPhone zu verkaufen. Google schwamm auf der Welle mit der Android-Plattform mit. Aber diese Zeiten könnten sich nun ändern.

Mehrwert von Facebook Home

Der Vorteil von Facebook Home sei es, dass man permanent im Blick hat, was die Freunde machen. So ist mit „Cover Feed“ in einer Dia-Show zu sehen, welche Fotos Freunde auf Facebook hochgeladen haben und mit den „Chat Heads“ sieht man, wer gerade aktiv ist und etwas schreiben könnte. Dieses Feature steht in jeder App zur Verfügung, sodass man zur Kommunikation eine App nicht einmal verlassen muss.

Warum Apple nicht mithalten kann

Als Facebook Home präsentiert wurde, wurde Mark Zuckerberg auch gefragt, ob man denn mit Facebook Home für iOS rechnen könne. Dies wurde verneint und mit der Offenheit bei Android untermauert. Das iPhone lässt derartige Änderungen auf App-Basis nicht zu, die Mithilfe aus Cupertino sei nötig, um das zu realisieren. Dass Apple derartige Änderungen für Facebook einpflegt, ist aber nicht zu erwarten, weil das die Kontrolle der iOS-Plattform gefährden würde.

Einfluss auf die Smartphone-Wahl

Elgan befürchtet, dass normale Anwender Facebook Home mit in Erwägung ziehen, wenn es um ein neues Smartphone geht. Früher war die Entscheidung relativ leicht, weil die Facebook-App für iOS und Android weitestgehend funktionsgleich waren. Mit der tieferen Integration der eigenen Freunde in das Handy-Betriebssystem könnte sich das aber ändern, weil Normalanwender ihre Loyalität zu Apple aufgeben könnten, um ihre Familie besser im Blick zu haben.

Die größte Idee überhaupt

Die Ankündigung von Facebook Home könnte sich laut dem Bericht als eine der wichtigsten überhaupt herausstellen. Wenn die Anwender ähnlich denken wie Elgan, hätte das zur Folge, dass Google die Offenheit von Android mit dem „Eindringen“ von Facebook bezahlt und Apple aufgrund seiner Geschlossenheit Benutzer einbüßt. Wenn die Kommunikation dank Facebook Home weitestgehend über das soziale Netzwerk läuft und die Standardsuchmaschine auf Facebooks Partner Bing geändert wird, verliert Google gewissermaßen die Kontrolle über lukrative Teile seines Betriebssystems. Das sei auch der Punkt, warum Apple die Ankündigung nicht ganz so unrecht kommt, wie es auf den ersten Blick klingen mag; wenn der „große Feind“ Google geschwächt wird – und Microsoft mit dem Windows Phone ebenfalls -, ist das, zumindest kurzfristig, ein positiver Punkt für Cupertino.

Mehr über Stefan Keller:

Seit 1990 am Computer, seit 1999 im Internet und schon immer am Spielen. Ansonsten gerne Bastler an Technik und Hardware. Manche unterstellen mir, alles zu wissen, das stimmt aber nicht. Manche Dinge weiß ich nicht, beispielsweise wie man Strategiespiele spielt.

Metadaten
  • Geschrieben am: 8. April 2013
  • Zuletzt aktualisiert am: 8. April 2013
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