Was ist eigentlich eine SSD?

Kingston SSDNow 200

SSDs – sogenannte Solid State Disks oder Solid State Drives – sind derzeit in aller Munde. Diese neue Generation von Massenspeichertechnologie schickt sich an, die alten, herkömmlichen Festplatten als Datenspeicher in PCs vom Thron zu stoßen. Diese neuen Geräte bringen viele Vorteile mit sich: So zeichnen sie sich zum Beispiel durch große Robustheit und besonders geringe Zugriffszeiten aus. Die Speicherkapazitäten aktueller Geräte sind dabei Vielfache bzw. Potenzen eines Bits, also beispielsweise 64 Gigabyte, 128 Gigabyte oder 512 Gigabyte, wie man es vom Arbeitsspeicher bei Computern auch kennt. Diese Werte entsprechen allerdings tatsächlich nutzbaren 60GB, 120GB bzw. 480GB, manche Hersteller verwenden auch diese Angaben zur Speicherkapazität.

SSD Technologie

Diese neuen Geräte setzen auf eine grundlegend andere Technologie als die herkömmlichen Magnetspeicher-Festplatten. Im Gegensatz zu den rotierenden Magnetscheiben und beweglichen Leseköpfen verfügen die modernen Datenträger über Flash-Speicherbausteine, wie sie beispielsweise auch in SD-Karten, USB-Sticks und Handys Verwendung finden. Da keine mechanisch beweglichen Teile mehr verwendet werden, können auch heftige Stöße der Datenintegrität nicht schaden. Für herkömmliche Festplatten war ein heftiger Stoß im laufenden Betrieb oft das Todesurteil. Nicht so bei den neuen SSDs, weshalb sie natürlich für den Einsatz in Notebooks oder Tablets prädestiniert sind.

Hinzu kommt, dass diese Technologie sehr geringe Zugriffszeiten bietet, weil hier nicht Leseköpfe erst in Position gebracht werden müssen. Auch liegen die Datenübertragungsraten teils im Bereich eines Vielfachen derer von herkömmlichen Festplatten. Ferner sind natürlich auch die absolute Geräusch- und Vibrationslosigkeit sowie ein geringerer Energieverbrauch maßgebliche Vorzüge der Geräte.

Anschlüsse

Um die Geräte zu älteren Festplatten kompatibel zu machen, setzen sie natürlich auf die gleichen Anschlusstechnologien, wobei das schnellere SATA mittlerweile die alten IDE-Anschlüsse weitgehend vom Markt verdrängt hat. Es gibt diese Flash-Festplatten in den üblichen Formfaktoren 1.8“, 2.5“ und 3.5“, wobei sich die 2.5“-Notebookgröße auch im Desktop-Bereich etabliert hat.

Leider bieten diese neuen Geräte nicht nur Vorteile. Das größte Manko ist zumindest derzeit noch der Preis dieser Hochgeschwindigkeits-Speichermedien. So liegt er momentan bei durchschnittlich einem Euro pro Gigabyte Speicher, während herkömmliche Festplatten teils 5 Cent pro Gigabyte kosten. Eine SSD mit einer Größe, die aktuelle „klassische“ Festplatten bieten, liegt so preislich im Bereich eines Gebrauchtwagens. Daher werden sie derzeit meist als System- oder Programmfestplatte eingesetzt, da so teils erhebliche Beschleunigungen des Computers erzielt werden können. Ein weiterer Nachteil moderner Solid State Drives ist ihre zumindest theoretisch sehr beschränkte Lebensdauer. Dies liegt an den meist verwendeten MLC-Speicherbausteinen, deren Lebensdauer bei nur etwa 5000 bis 10000 Schreibzyklen liegt. SLC-basierte Systeme bringen es immerhin auf etwa 60000 bis 100000 Schreibzyklen, bevor der entsprechende Speicherbereich unbrauchbar wird, dennoch ist dies absolut keine Konkurrenz für herkömmliche Festplatten. Jedoch haben Praxistests gezeigt, dass die Speicherzellen oft deutlich länger halten. Zudem werden durch in den Controller-Bausteinen eingebaute Funktionen wie z. B. sogenanntes Wear-Leveling die Abnutzungserscheinungen gleichmäßig auf alle Speicherzellen verteilt, so dass die Gesamtlebensdauer der Flashspeicher deutlich erhöht wird.

Schlusswort

SSDs sind ein sehr gut geeignetes Mittel, um Computer maßgeblich zu beschleunigen, wenn sie als System- und Programmfestplatten eingesetzt werden. Nicht zu empfehlen sind sie aufgrund ihres vergleichsweise hohen Preises als Ort zur Speicherung größerer Datenarchive, zumindest noch nicht. Sinnvoll ist derzeit also der kombinierte Einsatz von Flash-Laufwerk und großer, herkömmlicher Festplatte.

Mehr über Alexander Trust:

Bekam seinen ersten PC mit sieben Jahren, einen XT mit 4 MHz und Monochrom-Monitor. Registrierte die erste Domain im Jahr 1998, vorher auch in Mailboxen aktiv, bei AOL und Compuserve. Studierte Computer Science (Anwendungsentwicklung) in Wuppertal und Informatik und Soziologie, Linguistik und Literatur in Aachen. Veröffentlichte bereits einen Roman.

Metadaten
  • Geschrieben am: 27. Juli 2012
  • Zuletzt aktualisiert am: 27. Juli 2012
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