ac, den 22. Januar 2011

Kolumne: Up and down

KolumneDiese Woche fing für Apple und alle Anleger mit einem Wechselbad der Gefühle an. Steves Auszeit ist ein klares Zeichen seiner schweren Erkrankung und seinem Kampf um eine stabile Gesundheit. Diese Auszeit überschattet den Glanz von Apple. Es ist dramatisch und traurig zugleich, dass der Mann hinter dem Erfolg von Apple so schwer an seiner Krebserkrankung leidet, bekannt ist de Erkrankung aber bereits länger. Und das wir alle sterblich sind, ebenfalls. Daher sollte die „Panik auf dem Börsenparkett“ bald vorüber sein.

Erfolg und Geld sind unwichtig, wenn es um die Gesundheit geht. Daher wünsche ich an dieser Stelle allen, die mit einer Krankheit zu kämpfen haben, alles Gute und hoffentlich auch Steve eine rasche Genesung, falls dies möglich ist. Das Thema ist tatsächlich eine private Angelegenheit von Steve Jobs und seiner Familie. Daher sollten die Investoren auch endlich begreifen, dass Steve Jobs ohne die vielen brillianten Menschen bei Apple das Unternehmen niemals auf diesen ungeahnten Höhenflug gebracht hätte. Apple wird mit Tim Cook, der ähnlich wie Steve tickt, einen entsprechenden Ersatz und würdigen Nachfolger bekommen.

In der Zwischenzeit sollten wir alle nach vorn blicken, Steve eine gute Besserung wünschen und uns ansonsten ein Beispiel am „Fake Steve Jobs“ Dan Lyons nehmen, der mit Jobs‘ gesundheitsbedingtem Rückzug auch den „Fake Steve“ an den Nagel hängt und Steve in Ruhe lässt – was seiner Ansicht nach auch alle anderen tun sollten.

Was haben die Quartalsergebnisse dieses Mal enthüllt? Nun, der Erfolg von Apple ist gigantisch. Alleine mit dem iPhone ist Apple der weltweit umsatzstärkste Mobiltelefonhersteller der Welt. Das sagt eigentlich alles aus. Als „Späteinsteiger“ in einen Markt so etwas mit einem Produkt zu erreichen, ist einfach phänomenal. Das iPad beherrscht den Tablet-Markt, und alle anderen Apple-Produkte werden ebenfalls weltweit aus den Verkaufsregalen gerissen. Nicht zu vergessen die Präsenz der Apple-Produkte in den Medien. Die Serie „Two and a half Men“ mit Charlie Sheen hatte bereits früh das erste iPhone im Einsatz. Gut, zugegeben, Charlie wusste anfangs noch nicht, wo oben und unten bei dem iPhone ist, aber bei der aktuellen Staffel in den USA hat er nun es raus und verwendet sogar FaceTime.

Sheen iPhone

Sheen FaceTime

Wahrscheinlich aus diesem Grund haben „amerikanische Wissenschaftler“ eine „Untersuchung“ gemacht und dabei „festgestellt“, dass es genau sieben unterschiedliche iPhone-Nutzertypen gibt. Gut, das ist eventuell sehr grob gedacht, aber dass Apples Produkte schon für viele Menschen synonym mit einem neuen Status sind, trifft wohl zu. Früher waren es heiße Frauen und schnelle Autos, nun sind es die wesentlich günstigeren und universell einsetzbaren Maschinen aus Cupertino, die den Status der neuen Nerd-Generation ausmachen. Etwas überspitzt, aber doch mit einem Quäntchen Wahrheit drin. Ansonsten muss man sagen, die Nerds haben auch einen großen Anteil an den heutigen technologischen Produkten. Ohne die Enterprise hätten wir wohl niemals die Klapphandies, das iPhone oder das iPad gehabt.

Communicator

Eine andere Firma ganz vorne im Alphabet ist Adobe, diese hat im letzten Jahr viel Aufsehen wegen des Flash-Formats erregt. Flash vermochte wohl doch nicht so effizienten Gebrauch der Prozessoren-Technologie machen, wie es zuerst hieß. Die entsprechenden Vorwürfe von Steve Jobs und die Entscheidung, Flash nicht auf den iPhones und iPads zu verwenden, war weise. Nun hat Adobe ein paar hausinterne Nerds an die Arbeit gesetzt. Ergebnis: die kommenden Flash-Versionen sollen nur noch einen Bruchteil der Prozessorlast benötigen und das sowohl unter Windows als auch auf dem Mac. Seht selbst, wie „Chekov von Adobe“ auf seiner Brücke die neuen Produkte präsentiert.

Apples unaufhaltsames Wachstum lässt die 1st Infinite Loop in Cupertino winzig erscheinen. Daher wird auch hier expandiert. Was die Baubranche angeht: dort ist in seiner Welt Lord Norman Foster eine Berühmtheit und einer der renommiertesten Architekten unserer Zeiten. Quasi der Steve Jobs unter den Architekten – nicht unumstritten und mit einem kometenhaften Aufstieg aus armen Verhältnissen. Foster soll angeblich den neuen Apple Campus, auch „Apple City“ genannt, in Cupertino „höchstpersönlich“ entwerfen. Man darf gespannt sein, wie diese Apple City aussehen wird. Eins steht schon jetzt fest: es wird bestimmt eine Pilgerstätte für die Apple-Evangelisten. Foster hat unter anderen in Berlin die Reichstagskuppel realisiert. In der deutschen Hauptstadt soll passend in diesem Jahr zu der gläsernen Kuppel nun ein Apple Store auf dem Kurfürstendamm hinzukommen. Die Hauptstadt hat lange warten müssen. Man darf auch hier gespannt sein auf den größten Apple Store in Deutschland.

Der Rausschmeisser für heute ist eine französische „Erfindung“, um 3D-Filme und Fernsehen ohne eine Brille zu schauen, präsentiert von Francois Vogel:


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