rj, den 1. April 2010

Apple iPad: Begeisterung über den Game Changer

iPad Die Begeisterung überwiegt: nach den ersten Besprechungen und Reviews ist Apples iPad das nächste große Ding. Das Tablet wird die kommenden Jahre mit Sicherheit prägen und Apple hat – trotz aller vorangegangener Kritik am iPad – einmal mehr bewiesen, dass sie aus dem Stand mit einer neuen Geräteklasse ganz nach vorne pretschen können. Nicht nur die Begeisterung der ersten iPad-Tester lässt auf eine spannende Zukunft hoffen.

Handhabung, Look and Feel

Übereinstimmend: Lob des Designs. Dass Apples Tablet schick aussieht, war für jedermann ersichtlich, dass es auch haptisch überzeugt, wird nach den ersten Praxistests deutlich. Das iPad ist nicht nur ein Hingucker, man nimmt es offenbar auch gerne in die Hand. Dennoch vergleichsweise leicht und intuitiv bedienbar – insbesondere Einsteiger werden mit dem iPad aller Voraussicht nach bestens klarkommen.
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Den Faktor, wie man ein Gerät in die Hand nehmen kann, darf man in dieser Geräteklasse absolut nicht unterschätzen. Ein Netbook-Ersatz kann das iPad definitiv werden, schlicht, weil man es noch einfacher wie die Mini-Laptops nutzen, herumreichen, zwischenrein und nebenher verwenden kann. Dafür gibt es gute Gründe – Gewicht, Bedienbarkeit, Akkulaufzeit, Bildqualität usw., und natürlich auch solche, die gegen das iPad sprechen, wie eben fehlende Schnittstellen. In der Praxis wird es sich aber so verhalten, wie es Walt Mossberg beschreibt: man verspürt immer seltener das Interesse, etwas schwereres in die Hand zu nehmen. Und eben dieses „gerne nutzen wollen“ ist wahrscheinlich genau der Knackpunkt, der das iPad zum Erfolg bringen wird. Dass Apple hier nicht zuviel versprochen hat, lassen die ersten Reviews deutlich erkennen.

Das wird aller Voraussicht nach auch für die „Techies“ gelten, denen die New York Times den ersten Teil ihres Reviews gewidmet hat. Kein Flash, kein Multitasking, und wer will schon ein drittes Gerät mit sich herumtragen, wenn man bereits einen Laptop und ein Smartphone hat? Die Vermutung liegt indes nahe, dass exakt die Personen, die jetzt mit Laptop und Smartphone unterwegs sind, in kurzer Zeit auch ein iPad ihr Eigen nennen werden. gleichzeitig schafft es Apple, Menschen anzusprechen, die bislang für die Computerei möglicherweise weniger übrig hatten. An Rechnern weniger interessierte Eltern oder Großeltern mit einem iPad auszustatten, wird für viele eine Option sein, wenn der Mac noch nicht „einfach genug“ war.“

Ausstattung, Bedienung und Features

Dass man es gerne nutzen will, hat natürlich seine Gründe. Nur ein Knopf, keine Maus, keine Tastatur. Wer schon einmal weniger technikaffinen Menschen Rechner- oder Handybasics erklären musste, wird am iPad seine helle Freude haben. Treffender Satz in der USA Today: Es geht nicht darum, was man mit dem iPad machen kann, sondern wie man es machen kann.

Dass die Hardware dabei ihre Stärken ausspielt, ist bei den beobachteten Akkulaufzeiten keine Selbstverständlichkeit – zehn Stunden verspricht Apple, von deren elf bis zwölf wird berichtet. Das fehlende Multitasking und der Verzicht auf Ressourcenfresser wie Flash werden ihr Teil dazu beigetragen haben, aber dass dennoch die Bildqualität stimmt, Apps und Games unmittelbar auf die Eingaben reagieren, das iPad gar ein „taktiles Erlebnis“ ist, liegt natürlich daran, dass auch in technischer Beziehung alles stimmt.
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Es war für mich heute lange Zeit kein Problem, anderen per YouTube beim Auspacken und Ausprobieren ihrer iPads zuzusehen, aber bei Lektüre von Xeni Jardins ersten iPad-Eindrücken begann die Wartezeit doch zu nerven. Schlicht, weil ihre Art der Nutzung ungefähr die ist, wie ich sie mir selber auch vorstelle – wie ein Buch, nur eben ein lebendiges. Das man im Bett, auf der Couch, unterwegs und bei der schnellen Mahlzeit zwischendurch verwendet, surft, liest und dabei auch den Tropfen Mayo schnell wieder vom Screen gewischt hat, den das iPad zwischenrein abbekam. Dass die Aktivitäten dabei auf weiten Strecken dieselben sind, die man mit einem Netbook aufführen würde, spielt nur insofern eine Rolle, als dass das iPad auch als Netbook-Ersatz durchgeht (bzw. sich als solcher aufdrängt), spätestens zusammen mit der angedockten Tastatur.

Und dann ist es doch auch der Aspekt, was man damit machen kann. Ein neues Spieleerlebnis, sogar der Vergleich zur Wii wird gezogen. Mit der beim iPad vorgesehenen Möglichkeit, externe Steuerungsgeräte anzuschließen, werden noch weitere Genres auf der Accelerometer/Touchscreen-Plattform Erfolge feiern können. Und natürlich die harry Potter-Assoziation: „Das ist die Version (Buch), die man in der Bibliothek von Hogwarts ausleiht. Alles darin ist auf irgend eine Art lebendig.“

Things to come

Trotz aller Vorschusslorbeeren sind die Zukunftsaussichten vermutlich das spannendste am Tablet. Die unvermeidliche Kritik natürlich – dass die Zukunft ebenso ein HD-Tablet bereithalten wird wie eines mit Kamera, USB-Schnittstellen und GPS. Und einen iPad-Safari mit Tabs.

Allein, wenn man die Entwicklung im Smartphonebereich vom Erscheinungsdatum des ersten iPhone bis heute betrachtet, kann man sich ausmalen, was Apple nun angestoßen hat. Ein Blick weiter zurück hilft aber auch: Es muss um 2002 gewesen sein, als ich bei HP in Böblingen auf einer Präsentation ein (Windows-)Tablet zu sehen bekam, welches insbesondere das Lernen revolutionieren sollte. Schreibblock- und Lehrbuchersatz sowie Plattform zum kollaborativen Arbeiten sollte das Gerät sein, und die Diskussionen um seine Praxistauglichkeit drehten sich insbesondere um die Qualität der Handschriftenerkennung.

Es ist ungerecht, die heutigen Hardwaremöglichkeiten mit der damaligen Zeit zu vergleichen, aber was heute insbesondere beeindruckt ist, wie inspirierend die Technik von Apple wirkt. Damals erwartete man eine Art Mischung zwischen Rechner und Notizblock. Heute erwartet man nicht nur komplett neue Formate von Büchern und Magazinen: man macht sie. Schließlich hat Apple ein Tablet herausgebracht.


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